Mein Einsatz in Kodaikanal in Südindien vom 14.03.-31.03.2019
Tagebuch von Heike Momberg, Praxismanagerin im MVZ Warburg

Mein Einsatz in Kodaikanal in Südindien vom 14.03.-31.03.2019

Warburg

Seitdem ich mit Andreas Schmidt-Barbo in Warburg zusammenarbeitete, hatte ich schon viel über seine Einsätze in Indien gehört und fand diese so faszinierend, dass ich den Entschluss fasste, Indien live erleben zu wollen. Aber würde ich das schaffen, vor allem emotional? Doch die Aussicht vielen Menschen helfen zu können machte mich mutig.

So ging unsere Reise am 14.03.2019 um 9:37 Uhr am Bahnhof in Kassel zu viert mit zehn Gepäckstücken und knapp 160 kg in Richtung Frankfurt los. Von dort flogen wir über Dubai nach Kochi, wo uns ein sehr netter indischer Fahrer erwartete. Nach einer nicht enden wollenden Fahrt kamen wir nach 10 Stunden in Kodaikanal an und fuhren direkt ins Krankenhaus Pasam Trust. Von der langen Anreise erschöpft, wurde lediglich das Gepäck ausgeladen und wir fuhren zügig in unser Hotel und fielen ins Bett.

Am nächsten Morgen trafen wir dann auch die vier Mitglieder des Anästhesieteams aus Südtirol. Jetzt war unser Team komplett.

Der erste Tag im Pasam Trust

Im Krankenhaus angekommen, wurden wir mit einer blumigen Zeremonie bestehend aus Gebeten, Gesang, Tanz und einer spürbaren Herzlichkeit empfangen. Während der Zeremonie füllte sich der Hof immer mehr mit Patienten und bald sollten es einige Hunderte sein. Ich war überwältigt von der Menge und wie fröhlich sie, trotz der teilweise sehr schweren Verletzungen, auf mich wirkten.

Dieses Bild motivierte uns noch mehr, schnell mit unserer Arbeit zu beginnen. Die Koffer mussten ausgepackt und  die OP-Säle eingerichtet werden. Außerdem mussten, die Chirurgen und Anästhesisten die viele Patienten sichten. Dies war sicherlich eine schwere Aufgabe! Hauptsächlich handelte es sich um schwere Verbrennungen an Brust, Hals, Gesicht und an den Händen/Armen mit starken Kontrakturen. Was kann man also unter den Bedingungen vor Ort operieren? Kann die Anästhesie  eine Narkose durchführen, wenn das Kinn am Hals verwachsen ist? Doch durch die langen Erfahrungen solcher Einsätze haben unsere Chirurgen und das perfekt ausgestattete Anästhesieteam  diese Fragen schnell geklärt. Patienten, die für eine OP in Frage kamen, wurden fotografiert und eine Krankenakte angelegt.

Nachdem alle Patienten gesichtet und fotografiert wurden, konnte der OP-Plan für die nächsten neun Tage erstellt werden.

Müde und zufrieden gingen wir zurück ins Hotel.

In den nächsten Tagen wurde im OP-Saal "Dr. Lutz" hauptsächlich Verbrennungen im Bereich Brust und Hals und im Team "Dr. Andreas" verbrannte Hände operiert, manchmal sogar nur bei Taschenlampenlicht!

So konnten knapp 70 Operationen durchgeführt und den Patienten ein wenig Lebensqualität zurück gegeben werden.

Eine Patientin, die extreme Kontrakturen im Bereich der Axilla bis zu den Unterarmen beidseitig. hatte, wurde von Dr. Gruhl und Andreas Schmidt-Barbo gemeinsam operiert.

Aber nicht nur die Chirurgen vollbrachten Wunder, auch das Anästhesieteam, das immer wieder mit neuen Widrigkeiten zu kämpfen hatte, wuchs über sich hinaus!

Ohne die tatkräftige Unterstützung der indischen Schwestern und Gast-Ärzte (Dr. Ben, Dr. Senthil und Dr. Piyush) wäre unser Einsatz in Indien nicht möglich gewesen.

Dank Frau Dr. Kohrs konnten die Patienten nach unserer Abreise weiterhin gut medizinisch nachbehandelt werden.

An jedem Tag wurden die bereits operierten Patienten auf den überfüllten "Stationen" besucht. Trotz mehrfacher Verbandswechsel wurden wir stets mit einem Lachen und viel Dankbarkeit empfangen.

Bis zu meiner ersten Visite war mir auch nicht klar, warum so viele Angehörige mitgereist waren. Im Pasam Trust werden die Patienten zwar medizinisch versorgt, doch es gibt keinerlei Verpflegung. Die Angehörigen versorgen die Kranken während des Aufenthaltes!

Der Abschied

So vergingen neun emotionale, erfolgreiche Tage viel zu schnell! Patienten und Personal wuchsen uns allen ans Herz und bei der Abschiedsfeier floss auch manche Träne.

Für alle Teammitglieder war dieser Einsatz von positiven Eindrücken, zufriedenen Patienten und vielen neuen und wichtigen Erfahrungen geprägt.

Es war sehr beeindruckend, wie man mit einem motivierten Team, trotz widriger Umstände, Großes leisten kann.

Danke

Danken möchte ich "Pro Interplast Seligenstadt" für die Unterstützung dieser Projekte. Danke auch an alle anderen Spender oder Sponsoren. Auch ein großer Dank an die vielen Firmen, die uns mit den notwendigen Materialien und Sachspenden ausgestattet haben. Ich möchte mich ganz besonders bei allen Teammitgliedern bedanken, die mir bei meinem ersten Einsatz so großartig den Rücken gestärkt haben. Dieses unbeschreibliche Erlebnis, die unglaubliche Dankbarkeit der Patienten sowie des Personals werde ich niemals vergessen.

Es hat in mir das Bedürfnis geweckt mich weiterhin engagieren zu wollen!

Heike Momberg

Möchten Sie mehr über die Einsätze von Andreas Schmidt-Barbo in Indien erfahren?

Teamleiter: Andreas Schmidt-Barbo (MVZ Warburg) und Dr. Lutz Gruhl (Kassel)

 

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Im MVZ Warburg werden jährlich rund 8.700 Patienten durch 10 Mitarbeiter versorgt. Diese teilen sich auf den Hauptsitz für Plastische Chirurgie und Handchirurgie in Warburg und die Filialpraxis für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie in Bad Driburg auf.

Helios ist Europas führender privater Krankenhausbetreiber mit rund 100.000 Mitarbeitern. Zum Unternehmen gehören unter dem Dach der Holding Helios Health die Helios Kliniken in Deutschland und Quirónsalud in Spanien. Rund 17 Millionen Patienten entscheiden sich jährlich für eine medizinische Behandlung bei Helios. 2017 erzielte das Unternehmen in beiden Ländern einen Gesamtumsatz von 8,7 Milliarden Euro.

In Deutschland verfügt Helios über 86 Kliniken, 120 Medizinische Versorgungszentren (MVZ) und zehn Präventionszentren. Jährlich werden in Deutschland rund 5,2 Millionen Patienten behandelt, davon 4 Millionen ambulant. Helios beschäftigt in Deutschland mehr als 66.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2017 einen Umsatz von rund 6,1 Milliarden Euro. Helios ist Partner des Kliniknetzwerks "Wir für Gesundheit". Sitz der Unternehmenszentrale ist Berlin.

Quirónsalud betreibt in Spanien 45 Kliniken, 55 ambulante Gesundheitszentren sowie rund 300 Einrichtungen für Betriebliches Gesundheitsmanagement. Jährlich werden hier rund 11,6 Millionen Patienten behandelt, davon 11,2 Millionen ambulant. Quirónsalud beschäftigt mehr als 32.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2017 einen Umsatz von rund 2,6 Milliarden Euro. Helios Deutschland und Quirónsalud gehören zum Gesundheitskonzern Fresenius.

 

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Pressekontakt:

Maike Salmen (ehem. Hesse)

Referentin Unternehmenskommunikation und Marketing
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