Gürtelrose: Wenn Viren Schwäche ausnutzen

Gürtelrose: Wenn Viren Schwäche ausnutzen

Warburg

Wissen Sie noch, ob Sie als Kind die Windpocken hatten? Oder geimpft worden sind? Die Antwort darauf kann Jahre später wieder wichtig werden, denn das Windpockenvirus kann als Gürtelrose erneut ausbrechen, wenn die Kraft des Immunsystems durch Alter oder Krankheit nachlässt. Impfstoffe können vor dem Wiederausbruch schützen. Bundesweit erkranken jährlich rund 400.000 Menschen an Gürtelrose. Martin Becker, Chefarzt der Schmerzklinik im Helios Klinikum Warburg, erklärt, was zu tun ist, wenn die Gürtelrose ausgebrochen ist.

Varizella Zoster ist geduldig. Nach einer durchgemachten Windpockenerkrankung schlummert das Virus jahrzehntelang in den Nerven des Hirns oder Rückenmarks und wartet auf seine Chance. Die bietet sich, wenn das Immunsystem geschwächt ist.

Dann vermehren sich die Viren und wandern entlang der sensiblen Nerven nach außen an die Hautoberfläche. Abhängig davon, welche Körperregion der entsprechende Nerv versorgt, zeigt sich dort ein gürtelförmiger, geröteter Ausschlag. Besonders häufig betroffen sind Rumpf und Brustkorb. Die kleinen Bläschen schmerzen stark, einige Patienten klagen auch über einen schlimmen Juckreiz. Herpes zoster, umgangssprachlich Gürtelrose, lautet der Name dieser Erkrankung.

Therapeutisch bekommen Mediziner die Erkrankung meist gut in den Griff, vorausgesetzt sie wird früh erkannt und behandelt. Doch die Gürtelrose ist aus mehreren Gründen gefürchtet:

  • Sie kann überall am Körper auftreten
  • Im schlimmsten Fall kann sie zu Gesichtslähmungen oder Erblindung führen
  • Bei sehr immunschwachen Menschen kann das Varizella-Zoster-Virus auch die inneren Organe befallen.
  • Die Gürtelrose kann bleibende Spuren hinterlassen: die postzosterische Neuralgie, auch postherpetische Neuralgie genannt. Diese oft extrem starken Nervenschmerzen sind vermutlich Folge einer Schädigung des Nervs durch Varizella Zoster.

Therapie

  • Rechtzeitige Gabe eines Virustatikums (Aciclovir oder Brivudin (Zostex)
  • Begleitende symptomatische Therapie mit Analgetika, mechanismusorientiert bei brennenden neuropathischen Schmerzen auch Pregabalin oder Gabapentin
  • Abdecken und Linderung schmerzhafter Bläschen mit Anästhesulf, einer Zinkschüttelmixtur, welche die Bläschen eintrocknet und lokalanästhetisch wirkt
  • Bei starken Schmerzen auch Anwendung von Lokalanästhesie, z.B. paravertebrale Blockaden, welche die gefürchtete Postzosterneuralgie vermeiden helfen.

Dies ist ein echter schmerztherapeutischer Notfall. Es gibt davon nicht viele und eigentlich neben Zoster nur CRPS (Komplex Regionale Schmerzsyndrom). Für diese Notfälle gibt es in der Schmerzambulanz im Helios Klinikum Warburg sofort-Termine.

Kontakt für einen sofort-Termin:

Maria Koch

Sekretärin der Schmerzklinik
Maria Koch

E-Mail

Telefon

(05641) 91 - 5002

Impfung gegen Gürtelrose

Foto: Pixabay
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Die Impfung gegen Gürtelrose (Herpes zoster) ist ab sofort eine Pflichtleistung der gesetzlichen Krankenkassen. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt die Impfung für alle ab 60 Jahren als Standard. Zusätzlich wird Menschen mit einer Immunschwäche oder erhöhter gesundheitlicher Gefährdung wie beispielsweise durch Rheuma, COPD, Asthma, Diabetes, Nierenschwäche, HIV-Infektion oder chronisch entzündlicher Darmerkrankung bereits ab dem Alter von 50 Jahren geraten, sich so vor der Gürtelrose zu schützen.

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Das Helios Klinikum Warburg, Akademisches Lehrkrankenhaus der Philipps-Universität Marburg verfügt in sieben Fachachteilungen und einer Belegabteilung über 139 Betten. Rund 320 Mitarbeiter versorgen jährlich über 7.300 stationäre Patienten.

Helios ist Europas führender privater Krankenhausbetreiber mit insgesamt rund 100.000 Mitarbeitern. Zum Unternehmen gehören unter dem Dach der Holding Helios Health die Helios Kliniken in Deutschland und Quirónsalud in Spanien. Rund 19 Millionen Patienten entscheiden sich jährlich für eine medizinische Behandlung bei Helios. 2018 erzielte das Unternehmen in beiden Ländern einen Gesamtumsatz von 9 Milliarden Euro.

In Deutschland verfügt Helios über 86 Kliniken, 126 Medizinische Versorgungszentren (MVZ) und 10 Präventionszentren. Jährlich werden in Deutschland rund 5,3 Millionen Patienten behandelt, davon 4,1 Millionen ambulant. Helios beschäftigt in Deutschland mehr als 66.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2018 einen Umsatz von rund 6 Milliarden Euro. Helios ist Partner des Kliniknetzwerks "Wir für Gesundheit". Sitz der Unternehmenszentrale ist Berlin.

Quirónsalud betreibt 47 Kliniken, 57 ambulante Gesundheitszentren sowie rund 300 Einrichtungen für betriebliches Gesundheitsmanagement. Jährlich werden hier rund 13,3 Millionen Patienten behandelt, davon 12,9 Millionen ambulant. Quirónsalud beschäftigt rund 34.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2018 einen Umsatz von rund 3 Milliarden Euro. Helios Deutschland und Quirónsalud gehören zum Gesundheitskonzern Fresenius.

 

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Pressekontakt

Maike Salmen (ehem. Hesse)

Referentin Unternehmenskommunikation und Marketing
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