Darmkrebs und Chemotherapie
Ralf Gehrke, Ltd. Oberarzt der Inneren Medizin und Gastroenterologie, erklärt Nutzen und Ablauf einer Chemotherapie

Darmkrebs und Chemotherapie

Warburg

Neben der Operation ist die Chemotherapie eine sehr wichtige Behandlungsmethode gegen Darmkrebs.

Was ist eine Chemotherapie?

Eine Chemotherapie ist eine medikamentöse Therapie gegen Krebs. Hier werden Medikamente, vor allem sogenannte Zytostatika, eingesetzt, die sich gegen diejenigen Zellen im Körper richten, die sich besonders schnell teilen, insbesondere also gegen sich schnell teilende Krebszellen. Im Gegensatz zur Operation und auch zur Bestrahlungstherapie wirkt die Chemotherapie auf den gesamten Körper (=systemische Therapie). So können auch Tumorzellen erfasst werden, die sich im Körper "verirrt" haben.

 

Wer braucht eine Chemotherapie?

Die Notwendigkeit einer Chemotherapie hängt vom Krankheitsstadium der Darmkrebs ab. So kann es zum Beispiel nötig sein, dass beim Enddarmkrebs (Rektumkarzinom) vor der eigentlichen Operation eine Chemotherapie und Bestrahlungstherapie in Kombination erforderlich ist, (s.g. neoadjuvante Therapie) Diese Kombinationsbehandlung kann zum einen den Tumor verkleinern und so die Operationsmöglichkeiten verbessern, zum anderen das Wiederauftreten des Tumors nach der Operation nachhaltiger verhindern. Bei einem fortgeschrittenen Tumorstadium kann auch nach einer erfolgreichen Operation eine anschließende Chemotherapie (=adjuvante Therapie) über einen begrenzten Zeitraum - meist ein halbes Jahr - erforderlich sein. Dies soll verhindern, dass mögliche verbliebene Tumorzellen im Körper überleben. Aber auch wenn der Tumor "gestreut" hat, also s.g. Metastasen gebildet hat, kann eine Chemotherapie erfolgversprechend sein (=palliative Therapie). Die Metastasen können sich durch die Therapie in ihrer Anzahl und Größe verringern, so dass sie ggf. wieder "wegoperiert" werden können. Andererseits kann die Chemotherapie die Krankheitssymptome, die der Krebs naturgemäß hervorruft, lindern und - so paradox es auch klingen mag - die Lebensqualität erhalten oder gar steigern.

 

Wie läuft eine Chemotherapie ab?

Zur Festlegung der Therapie wird die Darmkrebserkrankung des Patienten zunächst in einer interdisziplinären Tumorkonferenz, dem sogenannten Tumorboard besprochen. Das Helios Klinikum Warburg ist kooperierendes Mitglied des Darm- und Pankreaszentrums des Klinikums Kassel und nimmt daher am dortigen Tumorboard in wöchentlichen Abständen teil. Nach der Tumorkonferenz wird mit dem Patienten in der Tumorsprechstunde in Warburg die empfohlenen Therapie gemeinsam mit dem behandelnden Arzt diskutiert: Alles rund um die Chemotherapie, das heißt Erfolgsaussichten, Ablauf, Wirkung und Nebenwirkungen der Therapie und alles, was einem sonst bei einer Krebserkrankung auf dem Herzen liegt. Vor der Chemotherapie kann es nötig sein, dass zur intravenösen Verabreichung der Medikamente ein so genanntes Portsystem implantiert werden muss. Hierzu wird ein kleiner Katheter in die obere Hohlvene gelegt und unter der Haut platziert. Dieser operative Eingriff kann ambulant erfolgen. Andererseits gibt es auch Chemotherapeutika in Tablettenform, wo kein Portsystem erforderlich ist. Die Applikation der Chemotherapie erfolgt durch ein eingespieltes, onkologisch erfahrenes Ärzte- und Pflegeteam in unserer modernen onkologischen Tagesklinik - heimatnah in Warburg. Nach der Therapie können die Patienten wieder direkt nach Hause.

 

Mit welchen Nebenwirkungen muss man rechnen? Was ist, wenn man die Therapie nicht verträgt?

Die Wirkung und die möglichen Nebenwirkungen der empfohlenen Chemotherapie werden mit dem Patienten vor Beginn der Therapie im Rahmen eines ausführlichen Aufklärungsgesprächs mit dem Arzt genau besprochen. Wöchentlich erfolgen eine Blutentnahme und ein Arztkontakt, sodass kurzfristig vor jeder Gabe einer Chemotherapie entschieden wird, ob diese wie geplant durchgeführt werden kann. Manchmal muss die Therapie auch pausiert werden oder die Medikamentendosis angepasst werden. Auch die Nebenwirkungen der Therapie können mittlerweile durch Begleitmedikamente, die vor, während und auch nach der Chemotherapie gegeben werden, meist gut beherrscht und gelindert werden.

 

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Das Helios Klinikum Warburg, Akademisches Lehrkrankenhaus der Philipps-Universität Marburg verfügt in sieben Fachachteilungen und einer Belegabteilung über 139 Betten. Rund 320 Mitarbeiter versorgen jährlich über 7.300 stationäre Patienten.

Helios ist Europas führender privater Krankenhausbetreiber mit mehr als 100.000 Mitarbeitern. Zum Unternehmen gehören die Helios Kliniken in Deutschland und Quirónsalud in Spanien. 15 Millionen Patienten entscheiden sich jährlich für eine medizinische Behandlung bei Helios. In Deutschland verfügt Helios über 111 Akut- und Rehabilitationskliniken, 89 Medizinische Versorgungszentren (MVZ), vier Rehazentren, 17 Präventionszentren und 12 Pflegeeinrichtungen. Jährlich werden in Deutschland rund 5,2 Millionen Patienten behandelt, davon 3,9 Millionen ambulant. Helios beschäftigt in Deutschland mehr als 73.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2016 einen Umsatz von rund 5,8 Milliarden Euro. Helios ist Partner des Kliniknetzwerks "Wir für Gesundheit". Sitz der Unternehmenszentrale ist Berlin.

Quirónsalud betreibt in Spanien 43 Kliniken, 44 ambulante Gesundheitszentren sowie rund 300 Einrichtungen für Betriebliches Gesundheitsmanagement. Jährlich werden in Spanien über 9,7 Millionen Patienten behandelt, davon 9,4 Millionen ambulant. Quirónsalud beschäftigt mehr als 35.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2016 einen Umsatz von rund 2,5 Milliarden Euro.

Helios und Quirónsalud gehören zum Gesundheitskonzern Fresenius.

 

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Maike Hesse

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