Arthroskopie des Handgelenks und Ulnaverkürzungsosteotomie

Abb. 1: Aufbau während einer Handgelenksarthroskopie im Operationssaal. Die Hand ist in einem speziellen Armhalter eingespannt.

Mit einer speziellen hochauflösenden Optik (4 mm) ist es möglich über wenige Millimeter große Schnitte das Handgelenk selbst als auch das sogenannte Mediocarpalgelenk (Gelenkraum zwischen den beiden Handwurzelreihen) zu inspizieren. Wie am Knie- und Schultergelenk ist es so möglich, Gelenkpathologien besser sichtbar zu machen und ggf. auch operativ zu behandeln. Der Arm des Patienten muss in einer besonderen Hängevorrichtung gelagert werden.

Abb. 2: Blick in ein Handgelenk mit unauffälligen Knorpelverhältnissen.

Diskusläsion (TFCC-Läsion):

Handgelenksschmerzen sind sehr häufig an der Ellenseite (Kleinfingerseite) des Handgelenkes lokalisiert. Die Umwendbewegung, welche für das Greifen von Gegenständen wichtig sind, findet im Drehgelenk des Unterarmes, das sogenannte distale Radioulnargelenk (DRUG) statt. Dieses Drehgelenk wird von der Elle und der Speiche gebildet. Dabei ist die Elle der „ruhende Anteil“, d.h. die Speiche dreht sich bei der Unterarmdrehung um die Elle. Dieses Drehgelenk wird dabei im Alltag permanenter Belastung ausgesetzt.

Eine häufige Ursache für Schmerzen am Handgelenk sind Läsionen des sogenannten Diskus triangularis (Syn. Diskus ulnokarpalis). Er ist ein Teil des sog. TFCC (triangulärer fibrokartilaginärer Komplex) und spannt sich als dreieckige Knorpel-Band-Struktur wie eine Hängematte über dem Ellenköpfchen aus. Dadurch deckt er den Ellenkopf wie ein Kissen gegen das Mondbein und das Dreiecksbein ab. Besonders bei Drehbelastungen im Alltag, beim Sport, aber auch bei Verletzungen ist diese Region der Hand besonders gefährdet. Bei Stürzen oder Verdrehtraumen kann es ebenfalls zu Einrissen des Diskus kommen, die auch als Begleitverletzungen von Handgelenksbrüchen (z.B. Radiusfrakturen) auftreten können. Auch eine allmähliche Abnutzung (sog. degenerative Diskusläsion) kann Ursache für einen Schaden in diesem Bereich sein. Bei einigen Menschen ist die Elle länger als die Speiche (sog. Ulna-Plus-Variante), wodurch es durch den Vorschub der Elle zu vermehrtem Druck auf den Diskus kommt, was diesen auf Dauer schädigen kann. Dieser Ellenvorschub kann anlagebedingt aber auch durch Verletzungen erworben sein.

Abb. 3: Röntgenbild eines Handgelenkes mit auffälliger „Überlänge“ der Elle im Vergleich zur Speiche und nachfolgend einem schmerzhaftem Engeproblem („ulnocarpales Impaktionssyndrom“)

Abb 4. und 5.: Blick in ein Handgelenk mit Schädigung des TFCC-Komplexes und des gegenüberliegenden Handwurzelknochens.

Im Falle anhaltender Schmerzen im ellenseitigen Handgelenksbereich nach Spiegelung des Handgelenkes kann bei Diagnose einer „Überlänge“ der Elle eine Verkürzung des Ellenknochens durchgeführt werden. Wir verwenden hierfür eine spezielle winkelstabile Verkürzungsplatte welche eine millimetergenaue Einstellung des ellenseitigen Handgelenksspaltes zulässt.

Abb. 6: Röntgenbild des Handgelenkes vor Durchführung der Ulnaverkürzung
Abb. 7: Röntgenbild des Handgelenkes nach Durchführung der Ulnaverkürzung
Abb. 8: Durchgeführte Ulnaverkürzung mit einliegender Spezialplatte

Nach einem solchen Eingriff ist eine Belastung des Handgelenkes nach 6 Wochen möglich. Durch die Entlastung des ellenseitigen Gelenkraumes ist in der Regel einen dauerhafte Verbesserung der Handgelenksschmerzen möglich. Die Platte kann bei Bedarf nach einem Jahr entfernt werden.