"Rheuma ist jünger als du denkst."
Pressemitteilung
Weltrheumatag 2019

"Rheuma ist jünger als du denkst."

Vogelsang-Gommern

Rheuma ist eine Volkskrankheit. Etwa ein Drittel der Bevölkerung leidet an rheumatischen Beschwerden, rund neun Millionen Menschen in Deutschland klagen über Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und bleibende Schäden an Gelenken, Wirbelsäule und Organen.

Anlässlich des Weltrheumatages am 12. Oktober 2019 informiert Prof. Dr. med. habil. Eugen Feist, Chefarzt der Rheumatologie in der Helios Fachklinik Vogelsang-Gommern, in unserem Beitrag über die vielfältigen Erkrankungsbilder des rheumatischen Formenkreises und erklärt, warum häufig auch junge Menschen betroffen sind.

Unter Rheuma fassen Ärzte über 200 verschiedene Erkrankungen zusammen, die durch Entzündungen hervorgerufen werden. Sie alle zählen zum sogenannten rheumatischen Formenkreis. Für die Betroffenen sind sie mit Bewegungseinschränkungen und Schmerzen verbunden, die die Lebensqualität oftmals stark einschränken. Vielen Erkrankungsformen liegt eine Entzündung zugrunde, die sowohl Gelenke und Knochen als auch innere Organe und Weichteile betreffen kann. „Über die Entstehung von Rheuma wissen wir noch zu wenig, oftmals werden fehlgesteuerte Autoimmunprozesse als Auslöser vermutet. Dabei reagiert der Körper gegen körpereigenes Gewebe, das Immunsystem stuft z.B. Gelenkstrukturen als fremd ein“, erklärt Prof. Dr. med. habil. Eugen Feist, Chefarzt der Klinik für Rheumatologie der Helios Fachklinik Vogelsang-Gommern. Rheuma ist bislang nicht heilbar, mithilfe moderner Medikamente ist es jedoch möglich, Symptome zu unterdrücken und die Erkrankung in vielen Fällen zu stoppen.  

"Rheuma ist jünger als du denkst"

Zum Welt-Rheuma-Tag 2019 ruft die Deutsche Rheuma-Liga die neue Kampagne "Rheuma ist jünger als du denkst" aus, denn Rheuma ist keineswegs eine ‚Alte-Leute‘-Krankheit. Auch jüngere Erwachsene und Kinder können daran leiden. „Bei jungen Betroffenen handelt es sich häufig um entzündlich-rheumatische Erkrankungen, die schubweise auftreten, meist einen unvorhersehbaren Krankheitsverlauf haben und mit Einschränkungen und Schmerzen verbunden sind. Die Herausforderung dabei liegt darin, nicht das Leben der Krankheit anzupassen, sondern die Krankheit in das eigene Leben zu integrieren“, so Prof. med. habil. Eugen Feist.

Erkrankungsbilder

Die Erkrankung tritt in mehr als 200 verschiedenen Formen auf. Die einzelnen Krankheitsbilder unterscheiden sich zum Teil deutlich. Für die Betroffenen sind die Erkrankungen des sogenannten rheumatischen Formenkreises oft mit Bewegungseinschränkungen und Schmerzen verbunden, die die Lebensqualität zumeist stark einschränken.

Prof. Dr. med. habil. Eugen Feist, Chefarzt der Klinik für Rheumatologie

Rheuma kommt selten allein

Es gibt verschiedene Begleiterkrankungen, die mit einer rheumatischen Erkrankung einhergehen können. „Wir sprechen bei rheumatischen Erkrankungen auch von systemischen Erkrankungen, die alle Bereiche des Organismus betreffen können. Die Symptome der Erkrankung bleiben daher häufig nicht nur auf eine Körperregion beschränkt. Beschwerden, die zudem in anderen Körperregionen auftreten, bezeichnen wir als Begleiterkrankung“, so Prof. Dr. med. habil. Jörn Kekow. So haben Menschen mit rheumatoider Arthritis zum Beispiel ein um etwa 50 Prozent erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung. Auch psychische Erkrankungen wie Depression können zu den Begleiterkrankungen zählen. Häufig betreffen die Entzündungen nicht nur den Bewegungsapparat, sondern auch die inneren Organe wie Darm, Nieren oder Leber. Auch Beschwerden an Haut und Augen sind häufige Begleiterkrankungen bei rheumatischen Erkrankungen. Neben der konsequenten Behandlung der Gelenkentzündung ist es daher bei rheumatoider Arthritis ebenso wichtig, mögliche Begleiterkrankungen frühzeitig zu erkennen und bei der Behandlung zu berücksichtigen.

Nicht heilbar, aber gut behandelbar

Rheuma ist bislang nicht heilbar. Dank moderner Therapien ist es jedoch möglich, Symptome zu unterdrücken und die Erkrankung in vielen Fällen zu stoppen. „Die Therapie richtet sich ganz nach Art und Schwere der rheumatischen Erkrankung“, sagt der Rheumatologe. Die Behandlung zielt vor allem darauf das Voranschreiten der Erkrankungen zu verzögern und im Idealfall zu stoppen. So bleibt die Mobilität des Patienten bewahrt und dessen Lebensqualität erhalten. Der Ansatz der rheumatologischen Komplexbehandlung in der Helios Fachklinik Vogelsang-Gommern kombiniert medikamentöse Therapie mit Physio- und Ergotherapie und wird dabei individuell auf jeden Patienten abgestimmt. Hierfür steht Patienten ein geschultes Team aus erfahrenen Rheumatologen, Orthopäden, Schmerzmedizinern, Pflegekräften, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Psychologen als auch Psychotherapeuten zur Seite.

Frühzeitige Diagnose

„Die besten Therapieergebnisse erzielen wir, wenn die Diagnose einer rheumatischen Erkrankung frühzeitig gestellt wird. Bei ersten Anzeichen wie Schwellungen, Überwärmung, Rötung sowie morgendlicher Steifheit der Gelenke, sollten Betroffene deshalb mit ihrem Hausarzt sprechen und Kontakt zu einem Rheumatologen aufnehmen“, empfiehlt Prof. Dr. med. habil. Eugen Feist. Als spezialisierte Klinik verfügt die Helios Fachklinik Vogelsang-Gommern über ein leistungsstarkes Labor, welches das gesamte Spektrum der in der Rheumatologie erforderlichen Laboruntersuchungen anbietet. „Um Rheuma zu erkennen, noch bevor typische Symptome auftreten, nutzen wir Testverfahren zum Nachweis rheumatypischer Autoantikörper. Diese zeigen an, ob und in welcher Intensität Autoimmunprozesse im Körper ablaufen. Sogenannte ‚Rheumafaktoren‘ und ‚CCP-Antikörper‘ können schon Jahre vor Krankheitsausbruch bei einer rheumatoiden Arthritis im Blut nachweisbar sein“, so Prof. Dr. med. habil. Eugen Feist weiter. Zur weiteren Diagnostik werden Ultraschalluntersuchungen an Gelenken und inneren Organen vorgenommen. Für Lungenuntersuchungen steht ein moderner Diffusionsmessplatz zur Verfügung. Der Knochendichtemessplatz bestimmt den Knochenmineralgehalt und informiert über das Risiko, einen Knochenbruch zu erleiden.

Bei Rheuma: Vogelsang!

Der Klinik für Rheumatologie verfügt derzeit über 77 Akut-Betten. Direkt angegliedert sind die Funktionsbereiche Röntgen, Labor, Physiotherapie und Ergotherapie. Zu den Behandlungsschwerpunkten gehören entzündlich rheumatische Erkrankungen sowie Knochenstoffwechselstörungen (Osteoporose).

Als Rheumazentrum des Landes Sachsen-Anhalt ist die die Klinik für Rheumatologie an der Helios Fachklinik Vogelsang-Gommern auf die Diagnose und Therapie von Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises spezialisiert. Neben der Zertifizierung als Osteologisches Zentrum (DVO) ist die Klinik vom Verband Rheumatologischer Akutkliniken (VRA) als zertifizierte Rheumaeinrichtung anerkannt und zur Führung des VRA-Gütesiegels berechtigt.

Seit dem 1. Juli 2019 ist Prof. Dr. med. habil. Eugen Feist neuer Chefarzt der Abteilung für Rheumatologie in der Helios Fachklinik Vogelsang-Gommern. Der Facharzt für Innere Medizin und Rheumatologie ist in den Bereichen Autoinflammation, Autoimmunität und entzündliche Muskelerkrankungen spezialisiert.

Patientenakademie zum Weltrheumatag

Der Welt-Rheuma-Tag wurde erstmals 1996 von der Arthritis and Rheumatism International (ARI) ins Leben gerufen, der internationalen Vereinigung von Selbsthilfeverbänden Rheumabetroffener. Ziel ist es die Anliegen rheumakranker Menschen an diesem Tag in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken. Anlässlich des Welt-Rheuma-Tages veranstaltet die Helios Fachklinik Vogelsang-Gommern daher am 16. Oktober 2019, um 17 Uhr, im MVZ Magdeburg, Breiter Weg 19d (3. Etage), eine Patientenakademie. Die Veranstaltung ist kostenfrei, eine Anmeldung nicht erforderlich.

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