Patientenakademie im November: „Kommt dir ein Schmerz, so halte still und frage, was er von Dir will! - Schmerz als Folge von Dauerstress“
Pressemitteilung

Patientenakademie im November: „Kommt dir ein Schmerz, so halte still und frage, was er von Dir will! - Schmerz als Folge von Dauerstress“

Vogelsang-Gommern

Etwa 17 Prozent der Bevölkerung in Deutschland leidet an chronischen Schmerzen. Schmerzwahrnehmung ist ein dynamischer Prozess, auch das Unterbewusstsein spielt dabei eine große Rolle. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Patientenakademie“ informiert Claudia Ludwig am Mittwoch, den 27. November 2019, um 17 Uhr, über psycho-soziale Einflüsse auf die Schmerzwahrnehmung und die Möglichkeiten der psychologischen Schmerztherapie.

„Unsere Psyche beeinflusst unbewusst die Schmerzwahrnehmung, z.B. wie intensiv wir einen Schmerz wahrnehmen. Positive Gedanken können dazu beitragen, dass sie in den Hintergrund treten. Negative Gedanken und Stress hingegen verstärken die Schmerzwahrnehmung“, erklärt Claudia Ludwig, Rehabilitationspsychologin und Systemische Therapeutin in der Helios Fachklinik Vogelsang-Gommern. Auch frühere körperliche und emotionale Schmerzerfahrungen können die Reizinterpretation beeinflussen, das Verhalten steuern und den Leidensdruck verstärken.

Zu den häufigsten chronischen Schmerzarten gehören Rücken-, Kopf-, Nerven- und Tumorschmerzen. Hinzu kommen rheumatische Schmerzen und Osteoporose-Schmerzen. Als chronisch wird ein Schmerz bezeichnet, wenn er länger als sechs Monate andauert, wobei der Schmerz schon zu einem früheren Zeitpunkt chronifizieren kann. Schmerzen können sich mit der Dauer zu einem eigenständigen Krankheitsbild entwickeln.

Claudia Ludwig, Rehabilitationspsychologin (FH) und Systemische Therapeutin (SG)

„Chronischer Schmerz beinhaltet mehr als das Erleben von Schmerzen. Im Verlauf der Chronifizierung spiegelt sich die Erkrankung häufig auch im Verhalten, der Stimmung, der Schlafqualität und Konzentrationsfähigkeit des Patienten wieder. Häufig kommen auch gravierende Veränderungen der gesamten Lebenssituation, wie die Beeinträchtigung sozialer Beziehungen, Arbeitsunfähigkeit und finanzielle Einbußen dazu. Dies kann dann zu einer massiven Beeinträchtigung der Lebenszufriedenheit führen“, so Claudia Ludwig.

Bei Patienten mit chronischen Schmerzen entwickeln sich häufig Verhaltensmuster von einerseits Überaktivität und Überforderung in schmerzarmen Perioden und andererseits teils angstbedingter Passivität und Schonhaltung sowie häufigen Arztbesuchen in Schmerzphasen. Dieses Verhalten ist für die Aufrechterhaltung von Schmerzen mit verantwortlich.

„In der psychologischen Schmerztherapie beleuchten wir mögliche Entstehungsursachen und schmerzverstärkende Faktoren, wie z.B. anhaltenden Stress, und motivieren die Patienten, sich von beeinträchtigenden Verhaltensmustern zu lösen und erarbeiten ressourcenorientiert neue Wege. Darüber hinaus helfen wir dabei die psychischen und sozialen Folgen der chronischen Schmerzen in Schach zu halten, um dadurch wieder mehr Lebensqualität zu erlangen. Die Patienten sollen so nachhaltige Erfahrungen hinsichtlich ihrer Selbstwirksamkeit im Umgang mit den Schmerzen und deren Folgen erlangen“, sagt die erfahrene Rehabilitations-psychologin.

Die psychologische Behandlung gehört neben der physischen Behandlung zum ganzheitlichen Ansatz der multimodalen Schmerztherapie. Dabei werden unterschiedliche Verfahren, wie verhaltenstherapeutische, systemische und hypnotherapeutische Ansätze, Achtsamkeits- und Entspannungstrainings für jeden Patienten individuell angewendet. Begleitet wird die Therapie zudem durch eine sozialdienstliche Beratung, um auch das häusliche Umfeld oder die Situation am Arbeitsplatz zu berücksichtigen. Die multimodale Schmerztherapie ist ein Behandlungskonzept zur Stärkung körperlicher, seelischer und sozialer Fähigkeiten. Ziel ist die Verbesserung der Lebensqualität durch Schmerzlinderung und Wiederherstellung der Funktionalität im Alltag und Beruf.

Veranstaltungsreihe "Patientenakademie"

Über psycho-soziale Einflüsse auf die Schmerzwahrnehmung und Möglichkeiten der psychologischen Schmerztherapie informiert Claudia Ludwig am Mittwoch, den 27. November 2019, um 17 Uhr, im MVZ Magdeburg, Breiter Weg 19d (3. Etage), 39104 Magdeburg. Die Veranstaltung ist kostenfrei, eine Anmeldung nicht erforderlich.

Die Helios Fachklinik Vogelsang-Gommern lädt Betroffene, Angehörige und Interessierte regelmäßig im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Patientenakademie" ein, sich über aktuelle medizinische Themen und Fragestellungen zu informieren.

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Die Helios Fachklinik Vogelsang-Gommern, Rheumazentrum Sachsen-Anhalt, ist spezialisiert auf die Behandlung von rheumatologischen und orthopädischen Krankheitsbildern sowie auf die umfassende Schmerztherapie. Die Klinik verfügt über 151 Betten. Rund 140 Mitarbeiter versorgen jährlich um die 5000 stationären Patienten.

Helios ist Europas führender privater Krankenhausbetreiber mit rund 100.000 Mitarbeitern. Zum Unternehmen gehören unter dem Dach der Holding Helios Health die Helios Kliniken in Deutschland und in Spanien (Quirónsalud). Rund 17 Millionen Patienten entscheiden sich jährlich für eine medizinische Behandlung bei Helios. 2017 erzielte das Unternehmen in beiden Ländern einen Gesamtumsatz von 8,7 Milliarden Euro.

In Deutschland verfügt Helios über 87 Kliniken, 89 Medizinische Versorgungszentren (MVZ), und zehn Präventionszentren. Jährlich werden in Deutschland rund 5,2 Millionen Patienten behandelt, davon vier Millionen ambulant. Helios beschäftigt in Deutschland mehr als 66.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2017 einen Umsatz von rund 6,1 Milliarden Euro. Helios ist Partner des Kliniknetzwerks „Wir für Gesundheit“. Sitz der Unternehmenszentrale ist Berlin.

Quirónsalud betreibt in Spanien 45 Kliniken, 55 ambulante Gesundheitszentren sowie rund 300 Einrichtungen für Betriebliches Gesundheitsmanagement. Jährlich werden hier rund 11,6 Millionen Patienten behandelt, davon 11,2 Millionen ambulant. Quirónsalud beschäftigt mehr als 32.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2017 einen Umsatz von rund 2,6 Milliarden Euro.

Helios Deutschland und Spanien gehören zum Gesundheitskonzern Fresenius.

 

 

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