Patientenakademie im Juni: „Psychologische Schmerztherapie? Ich habe doch was Richtiges!“
Pressemitteilung

Patientenakademie im Juni: „Psychologische Schmerztherapie? Ich habe doch was Richtiges!“

Vogelsang-Gommern

Etwa 17 Prozent der Bevölkerung in Deutschland leidet an chronischen Schmerzen. Um sie erfolgreich zu behandeln, bedarf es genauer Diagnostik und individueller Therapie. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Patientenakademie“ informiert Claudia Ludwig am Mittwoch, den 20. Juni 2018, um 17 Uhr, über den Baustein der psychologischen Schmerztherapie zum verbesserten Umgang mit bestehendem, chronischem Schmerz.

Als chronisch wird ein Schmerz bezeichnet, wenn er länger als sechs Monate andauert, wobei der Schmerz schon zu einem früheren Zeitpunkt chronisch werden kann. Schmerzen können sich mit der Dauer zu einem eigenständigen Krankheitsbild entwickeln. Die häufigsten Ursachen für chronische Schmerzen bei Erwachsenen sind Verschleißerscheinungen des Bewegungsapparates, Schmerzen durch Gefäßerkrankungen, neuropathische Schmerzen sowie Tumorschmerzen.

Claudia Ludwig, Rehabilitationspsychologin (FH) und Systemische Therapeutin (SG)

Ein chronisches Schmerzsyndrom entsteht oft aus akuten Beschwerden. Andauernde Schmerzreize führen dazu, dass die Nervenzellen mit der Zeit immer empfindlicher auf die Reize reagieren, sodass die Schmerzschwelle sinkt.

„Doch chronischer Schmerz beinhaltet mehr als das Erleben von Schmerzen. Im Verlauf der Chronifizierung spiegelt sich die Erkrankung auch im Verhalten, in der Stimmung, in Erwartungen und Überzeugungen des Patienten wieder. Häufig kommen auch gravierende Veränderungen der gesamten Lebenssituation, wie die Beeinträchtigung sozialer Beziehungen, Arbeitsunfähigkeit und finanzielle Einbußen dazu. Dies führt häufig zu einer massiven Beeinträchtigung der Lebenszufriedenheit“, so Claudia Ludwig.

Bei Patienten mit chronischen Schmerzen entwickeln sich häufig Verhaltensmuster von einerseits Überaktivität und Überforderung in schmerzarmen Perioden und andererseits teils angstbedingter Passivität und Schonhaltung sowie häufigen Arztbesuchen in Schmerzphasen. Dieses Verhalten ist für die Aufrechterhaltung von Schmerzen mit verantwortlich.

„In der psychologischen Schmerztherapie motivieren wir die Patienten, sich von beeinträchtigenden Verhaltensmustern zu lösen und erarbeiten ressourcenorientiert neue Wege. Darüber hinaus helfen wir dabei die psychischen und sozialen Folgen der chronischen Schmerzen in Schach zu halten, um dadurch wieder mehr Lebensqualität zu erlangen. Die Patienten sollen so nachhaltige Erfahrungen hinsichtlich ihrer Selbstwirksamkeit im Umgang mit den Schmerzen und deren Folgen erlangen“, sagt die erfahrene Rehabilitationspsychologin.

Die psychologische Behandlung gehört neben der physischen Behandlung zum ganzheitlichen Ansatz der multimodalen Schmerztherapie. Dabei werden unterschiedliche Verfahren, wie verhaltenstherapeutische, systemische und hypnotherapeutische Ansätze, Achtsamkeits- und Entspannungstrainings für jeden Patienten individuell angewendet. Begleitet wird die Therapie zudem durch eine sozialdienstliche Beratung, um auch das häusliche Umfeld oder die Situation am Arbeitsplatz zu berücksichtigen. Die multimodale Schmerztherapie ist ein Behandlungskonzept zur Stärkung körperlicher, seelischer und sozialer Fähigkeiten. Ziel ist die Verbesserung der Lebensqualität durch Schmerzlinderung und Wiederherstellung der Funktionalität im Alltag und Beruf.

Über die psychologische Schmerztherapie zum verbesserten Umgang mit bestehendem, chronischen Schmerz informiert Claudia Ludwig am Mittwoch, den 20. Juni 2018, um 17 Uhr, im MVZ Magdeburg, Breiter Weg 19d (3. Etage), 39104 Magdeburg. Die Veranstaltung ist kostenfrei, eine Anmeldung nicht erforderlich.

Veranstaltungsreihe "Patientenakademie"

Die Helios Fachklinik Vogelsang-Gommern lädt Betroffene, Angehörige und Interessierte regelmäßig im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Patientenakademie" ein, sich über aktuelle medizinische Themen und Fragestellungen zu informieren.

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Die Helios Fachklinik Vogelsang-Gommern, Rheumazentrum Sachsen-Anhalt, ist spezialisiert auf die Behandlung von rheumatologischen und orthopädischen Krankheitsbildern sowie auf die umfassende Schmerztherapie. Die Klinik verfügt über 151 Betten. Rund 140 Mitarbeiter versorgen jährlich um die 5000 stationären Patienten.

Helios ist Europas führender privater Krankenhausbetreiber mit mehr als 100.000 Mitarbeitern. Zum Unternehmen gehören unter dem Dach der Holding Helios Health die Helios Kliniken in Deutschland und in Spanien (Quirónsalud). Rund 17 Millionen Patienten entscheiden sich jährlich für eine medizinische Behandlung bei Helios. 2017 erzielte das Unternehmen in beiden Ländern einen Gesamtumsatz von 8,7 Milliarden Euro.

In Deutschland verfügt Helios über 111 Akut- und Rehabilitationskliniken, 89 Medizinische Versorgungszentren (MVZ), vier Rehazentren, 17 Präventionszentren und 12 Pflegeeinrichtungen. Jährlich werden in Deutschland rund 5,3 Millionen Patienten behandelt, davon vier Millionen ambulant. Helios beschäftigt in Deutschland mehr als 74.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2017 einen Umsatz von rund 6,1 Milliarden Euro. Helios ist Partner des Kliniknetzwerks „Wir für Gesundheit“. Sitz der Unternehmenszentrale ist Berlin.

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