Thrombektomie hilft Patienten mit besonders schwerem Verschluss einer Hirnschlagader
Pressemitteilung

Thrombektomie hilft Patienten mit besonders schwerem Verschluss einer Hirnschlagader

Uelzen

Ohne Vorwarnung hat ein verstopftes Blutgefäß bei Uwe Stolte Symptome eines schweren Schlaganfalls verursacht. Sein Gehirn konnte von einem Moment zum nächsten nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden, die Situation war lebensbedrohlich. Im Helios Klinikum Uelzen konnte das Gerinnsel durch eine Thrombektomie, bei der der Arterienverschluss mit Hilfe eines Katheters geöffnet wird, vollständig entfernt und der Blutfluss wiederhergestellt werden. Bereits nach weniger als einer Woche durfte der Uelzener das Krankenhaus wieder verlassen – ohne bleibende Beeinträchtigungen.

An einem Freitag Ende Januar wacht Uwe Stolte morgens mit einem flauen Gefühl im Magen auf. Ihm ist übel, er muss sich mehrfach übergeben. Den Vormittag verbringt der 65-Jährige auf dem Sofa, mehr als ein paar Schlucke Tee mag er nicht zu sich nehmen. „Bis zu diesem Morgen habe ich mich gesund gefühlt. Ich war fit und saß jeden Tag mehr als eine Stunde auf dem Rad“, erinnert sich Uwe Stolte. Gegen Mittag – der Uelzener versucht kurz aufzustehen – bemerkt er, dass er plötzlich Doppelbilder sieht und Probleme beim Schlucken hat. Seiner Frau fällt auf, dass der linke Mundwinkel ihres Mannes herunterhängt und er sein Augenlid nicht mehr öffnen kann. Sie wählt die 112 und äußert ihren Verdacht gegenüber dem Mitarbeiter der Leitstelle: „Mein Mann hat vermutlich einen Schlaganfall.“


„Frau Stolte hat in dieser kritischen Situation äußerst besonnen reagiert, indem sie ohne zu zögern den Notruf abgesetzt hat. Jeder Schlaganfall ist ein lebensbedrohlicher Notfall, der sofort behandelt werden muss“, sagt Dr. Jens Schaumberg. Der Ärztliche Direktor und Chefarzt der Abteilung für Neurologie am Helios Klinikum Uelzen weiß, dass sich ein Schlaganfall in vielen Fällen durch bestimmte Warnzeichen ankündigt: „Dazu zählen eine plötzliche einseitige Lähmung, die eine gesamte Körperhälfte oder nur einen Arm, ein Bein oder eine Hand betreffen kann. Auch ein einseitiges Taubheitsgefühl in Arm, Bein oder Gesicht, ein einseitig herabhängender Mundwinkel und eine gelähmte Gesichtshälfte können auf einen Schlaganfall hindeuten.“ Außerdem gehören Sehstörungen wie verschwommenes, doppeltes oder eingeschränktes Sehen, Sprech- und Schluckstörungen, Störungen des Gleichgewichtes sowie plötzlich auftretende, extreme Kopfschmerzen, zum Teil in Verbindung mit Übelkeit zu den Anzeichen eines Schlaganfalles.


Im Helios Klinikum Uelzen wird Uwe Stolte sofort im Schockraum der Zentralen Notaufnahme von einem Team aus Neurologen, Neuroradiologen und besonders geschulten Pflegekräften versorgt. „Bei Herrn Stolte hatte sich ein Gerinnsel – ein sogenannter Thrombus – in einer der Schlagadern gebildet, die das Gehirn mit sauerstoffreichem Blut versorgt. Wir haben versucht, diesen Thrombus durch ein Medikament aufzulösen, um den Blutfluss wiederherzustellen. Wenn die Nervenzellen im Gehirn nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden, sterben sie innerhalb kürzester Zeit ab“, sagt Dr. Jens Schaumberg.


Mohammed Esmail, Chefarzt der Abteilung für Radiologie und Neuroradiologie am Helios Klinikum Uelzen, ergänzt: „Bei Patienten, die wie Herr Stolte einen besonders schweren Verschluss einer Hirnschlagader erleiden, ist eine medikamentöse Behandlung nur in sehr seltenen Fällen erfolgreich. Deshalb haben wir uns bereits nach kurzer Zeit für eine Thrombektomie entschieden, um den Arterienverschluss mit Hilfe eines Katheters und eines speziellen Stents wieder zu öffnen.“ Über die Leistenarterie schiebt der Neuroradiologe den speziell für diesen Eingriff entwickelten Katheter, in dem sich ein Drahtkäfig befindet, bis vor den Thrombus. Sobald der Katheter an der richtigen Stelle liegt, kann der Operateur den Stent öffnen, das Gerinnsel umschließen und vorsichtig aus dem Gefäß herausziehen.


„Bei einem Schlaganfall zählt jede Minute. Je früher Betroffene medizinisch versorgt werden können, desto besser stehen die Chancen, dass sie den Schlaganfall ohne größere Beeinträchtigungen überstehen. Für die Erfolgschancen der Therapie, ganz gleich ob medikamentös oder Katheter-gestützt, ist es wichtig, dass wir sobald als möglich nach dem Auftreten des Schlaganfalls mit der Behandlung beginnen“, sagt Mohammed Esmail.


Uwe Stolte hatte Glück im Unglück: Durch die schnelle Reaktion seiner Frau, konnte der Thrombus bei ihm bereits nach 45 Minuten entfernt werden. Von dem Eingriff hat er sich rasch erholt, bleibende Beeinträchtigungen sind bei ihm nicht zurückgeblieben. Bereits nach weniger als einer Woche durfte er das Krankenhaus wieder verlassen: „Von meiner Einlieferung bis zur Entlassung ist bei mir alles optimal gelaufen.“ 

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Helios ist Europas führender privater Krankenhausbetreiber mit insgesamt rund 100.000 Mitarbeitern. Zum Unternehmen gehören unter dem Dach der Holding Helios Health die Helios Kliniken in Deutschland und Quirónsalud in Spanien. Rund 19 Millionen Patienten entscheiden sich jährlich für eine medizinische Behandlung bei Helios. 2018 erzielte das Unternehmen in beiden Ländern einen Gesamtumsatz von 9 Milliarden Euro.

In Deutschland verfügt Helios über 86 Kliniken, 126 Medizinische Versorgungszentren (MVZ) und 10 Präventionszentren. Jährlich werden in Deutschland rund 5,3 Millionen Patienten behandelt, davon 4,1 Millionen ambulant. Helios beschäftigt in Deutschland mehr als 66.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2018 einen Umsatz von rund 6 Milliarden Euro. Helios ist Partner des Kliniknetzwerks „Wir für Gesundheit“. Sitz der Unternehmenszentrale ist Berlin.

Quirónsalud betreibt 47 Kliniken, 57 ambulante Gesundheitszentren sowie rund 300 Einrichtungen für betriebliches Gesundheitsmanagement. Jährlich werden hier rund 13,3 Millionen Patienten behandelt, davon 12,9 Millionen ambulant. Quirónsalud beschäftigt rund 34.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2018 einen Umsatz von rund 3 Milliarden Euro. Helios Deutschland und Quirónsalud gehören zum Gesundheitskonzern Fresenius.

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Sonja Mengering
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