Telemedizinisches Schlaganfallnetzwerk Nord-Ost gestartet
Pressemitteilung

Telemedizinisches Schlaganfallnetzwerk Nord-Ost gestartet

Uelzen

Jeder Schlaganfall ist ein Notfall: Je früher Betroffene medizinisch versorgt werden können, desto besser stehen die Chancen, dass sie den Schlaganfall ohne größere Beeinträchtigungen überstehen. Um Schlaganfall-Patienten auch in dünn besiedelten Regionen in Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein sicher diagnostizieren und fachlich auf höchstem Niveau therapieren zu können, wurde das Telemedizinische Schlaganfallnetzwerk Nord-Ost gegründet.

Deutschlandweit erleiden jedes Jahr rund 270.000 Menschen einen Schlaganfall – dann ist schnelle Hilfe erforderlich. In den ersten Minuten nach einem Schlaganfall entscheidet sich, ob die Betroffenen bleibende Schäden davontragen. „Wir betreiben im Helios Klinikum Uelzen eine der größten neurologischen Fachabteilungen Niedersachsens. Im Telemedizinischen Schlaganfallnetzwerk Nord-Ost bieten wir unsere Expertise auch regionalen, zum Teil nicht neurologisch geführten Schlaganfall-Spezialstationen, sogenannten Stroke Units, an“, sagt Dr. Jens Schaumberg, Chefarzt der Neurologie am Helios Klinikum Uelzen.


Als „Zentren“ bieten die neurologischen Ärzte-Teams der Helios Kliniken in Uelzen, Schleswig und Stralsund ihren Kollegen an den Helios Standorten in Gifhorn und Cuxhaven an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr teleneurologische Konsile an. Das Ziel: Die neurologische Erstversorgung soll auch in der Fläche, außerhalb zertifizierter Zentren gesichert sein. Auch Krankenhäuser, die nicht zu Helios gehören, können sich dem Netzwerk anschließen. „Durch das Telemedizinische Schlaganfallnetzwerk Nord-Ost stellen wir sicher, dass für jeden Schlaganfall-Patienten zu jedem Zeitpunkt die optimale Therapiemethode zur Verfügung steht – unabhängig davon, in welches Krankenhaus Betroffene nach einem Schlaganfall eingeliefert werden“, erläutert Dr. Jens Schaumberg.


Mehr als 50 Patienten konnten seit dem Start des Netzwerkes bereits telemedizinisch diagnostiziert und deren Behandlung eingeleitet werden. Neben der Akutversorgung stellt die Fortbildung der beteiligten Ärzte und Therapeuten eine zentrale Aufgabe des Netzwerkes dar. „Bei der Schlaganfall-Therapie sind optimierte Versorgungsabläufe vor Ort entscheidend“, weiß der Uelzener Chefarzt.


Im Helios Klinikum Uelzen werden Schlaganfall-Patienten in den ersten 72 Stunden auf der zertifizierten Stroke Unit versorgt. Neben der Behandlung mit Medikamenten kommen auch die Katheter-gestützte Entfernung eines Blutgerinnsels, die operative Entlastung von bereits geschädigtem Hirngewebe und die Entfernung von Hirnblutungen infrage.


Hintergrund:

  • Beim Verdacht auf einen Schlaganfall sofort die 112 anrufen und die Vermutung gegenüber dem Mitarbeiter der Leitstelle äußern. Den Betroffenen nicht alleine lassen, beruhigen und mit ihm sprechen bis der Rettungsdienst vor Ort ist. Auf keinen Fall etwas zu trinken oder zu essen anbieten, denn infolge des Schlaganfalles kann das Schlucken beeinträchtigt sein, was im schlimmsten Fall zum Ersticken führen kann.
  • Ein Schlaganfall kündigt sich in vielen Fällen durch bestimmte Warnzeichen an. Dazu zählen plötzliche einseitige Lähmungen, die eine gesamte Körperhälfte oder nur einen Arm, ein Bein oder eine Hand betreffen kann. Auch ein einseitiges Taubheitsgefühl in Arm, Bein oder Gesicht, ein einseitig herabhängender Mundwinkel und eine gelähmte Gesichtshälfte können auf einen Schlaganfall hindeuten. Auch Sehstörungen wie verschwommenes, doppeltes oder eingeschränktes Sehen, Sprech- und Schluckstörungen, Störungen des Gleichgewichtes sowie plötzlich auftretende, extreme Kopfschmerzen, zum Teil in Verbindung mit Übelkeit, zählen zu den Anzeichen eines Schlaganfalles.
  • Die Ursache eines Schlaganfalles kann ein verstopftes Gefäß im Gehirn, ein sogenannter Hirninfarkt, oder in selteneren Fällen auch eine gerissene Hirnarterie sein, die eine Hirnblutung verursacht. In beiden Fällen werden die Nervenzellen im Gehirn nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt und sterben innerhalb kürzester Zeit ab.
  • Die Wahrscheinlichkeit, einen Schlaganfall zu erleiden, steigt mit dem Lebensalter. Rund 80 Prozent aller Schlaganfall-Patienten sind 60 Jahre und älter. Zu den häufigsten beeinflussbaren Risikofaktoren für einen Schlaganfall zählen Bluthochdruck, Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), Rauchen, Übergewicht, Bewegungsmangel, Fettstoffwechselstörungen und Herzerkrankungen.

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Helios ist Europas führender privater Krankenhausbetreiber mit insgesamt rund 100.000 Mitarbeitern. Zum Unternehmen gehören unter dem Dach der Holding Helios Health die Helios Kliniken in Deutschland und Quirónsalud in Spanien. Rund 19 Millionen Patienten entscheiden sich jährlich für eine medizinische Behandlung bei Helios. 2018 erzielte das Unternehmen in beiden Ländern einen Gesamtumsatz von 9 Milliarden Euro.

In Deutschland verfügt Helios über 86 Kliniken, 126 Medizinische Versorgungszentren (MVZ) und 10 Präventionszentren. Jährlich werden in Deutschland rund 5,3 Millionen Patienten behandelt, davon 4,1 Millionen ambulant. Helios beschäftigt in Deutschland mehr als 66.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2018 einen Umsatz von rund 6 Milliarden Euro. Helios ist Partner des Kliniknetzwerks „Wir für Gesundheit“. Sitz der Unternehmenszentrale ist Berlin.

Quirónsalud betreibt 47 Kliniken, 57 ambulante Gesundheitszentren sowie rund 300 Einrichtungen für betriebliches Gesundheitsmanagement. Jährlich werden hier rund 13,3 Millionen Patienten behandelt, davon 12,9 Millionen ambulant. Quirónsalud beschäftigt rund 34.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2018 einen Umsatz von rund 3 Milliarden Euro. Helios Deutschland und Quirónsalud gehören zum Gesundheitskonzern Fresenius.

Pressekontakt:
Sonja Mengering
Referentin Unternehmenskommunikation
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