Mundschutz-Pflicht: Bitte nicht schreien und Ruhe bewahren
Pressemitteilung
Was man in der Kommunikation mit Hörgeschädigten trotz Tragen eines Mundschutzes beachten sollte

Mundschutz-Pflicht: Bitte nicht schreien und Ruhe bewahren

Überlingen

Von heute an gilt auch bei uns im Süden: Wer mit dem Bus bzw. der Bahn unterwegs ist oder einkaufen geht, muss eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Aber was bedeutet diese Pflicht für Hörgeschädigte, die nun die gesprochenen Wörter des Gesprächspartners nicht mehr von den Lippen ablesen können?

Unser Kollege Pascal (26) arbeitet als Operationstechnischer Assistent (OTA). Er hat seit seiner Kindheit eine mittelgradige Hochtonschwerhörigkeit. Wir haben ihn gefragt, wie er mit der Mundschutz-Pflicht im Alltag umgeht und was man tun kann, um die Kommunikation mit Gehörlosen bzw. Hörgeschädigten zu verbessern.

Pascal, worin genau besteht die Hausforderung für Hörgeschädigte durch die Maskenpflicht?

Hörgeschädigte verstehen bis zu 20 Prozent des Gesagten über das Lippenbild des Gesprächspartners. Wenn der Mund bedeckt ist, fällt das Lippenlesen logischerweise weg. Außerdem klingt alles automatisch leiser, gedämpfter und die Mimik geht verloren. Ironie und Sarkasmus kann man als Hörgeschädigter zum Beispiel nur anhand der Mimik ablesen. Außerdem reden viele Menschen anders, wenn Sie einen Mund-Nasen-Schutz tragen, da er beim Reden stört. Auch das beeinträchtigt die Kommunikation und damit die Verständlichkeit.

Ich bin hörgeschädigt und für mich ist es manchmal schwer zu erkennen, ob jemand mit mir spricht oder nicht und vor allem auch zu verstehen was er oder sie sagt. Bitte haltet andere und auch mich nicht für unhöflich, wenn wir nicht reagieren oder antworten. Wir Hörgeschädigten verstehen Euch dann einfach nicht.

Pascal Sutter (26) Operationstechnischer Assistent im Helios Spital Überlingen. Er hat seit seiner Kindheit eine mittelgradige Hochtonschwerhörigkeit.

Was kann man Deiner Meinung nach tun, um die Kommunikation zu verbessern?

Hier muss man unterscheiden zwischen Gehörlosen, die kein Hörvermögen besitzen und Hörgeschädigten, die eingeschränkt hören können.

Im Umgang mit Gehörlosen

  • Bei Gehörlosen helfen Stift und Zettel, um sich auszudrücken oder natürlich ein Gebärden-Dolmetscher.
  • Falls man das nicht zur Hand hat, gilt: Mund-Nasen-Bedeckung vollständig abnehmen und den Sicherheitsabstand von mindestens 1,5 Metern einhalten. Was man übrigens immer tun sollte, auch wenn man den Mund-Nasen-Schutz trägt.

Im Umgang mit Hörgeschädigten

  • Nehmen Sie Kontakt mit Ihrem Kommunikationspartner auf. Zum Beispiel durch Winken oder Blickkontakt. Jetzt kann er sich auf Sie konzentrieren.
  • Sprechen Sie frontal zum Gesprächspartner und drehen Sie sich beim Sprechen nicht weg.
  • Achten Sie möglichst auf ein ruhiges Umfeld, in dem nur eine Person spricht, nicht alle gleichzeitig.
  • Sprechen Sie langsamer, deutlicher und auch etwas lauter. Aber bitte nicht schreien!
  • Vermeiden Sie Dialekt.
  • Formulieren Sie kurze Sätze ohne komplizierte Wörter.
  • Sprachpausen nach fünf Wörtern helfen das Gesagte im Kopf zusammenzufügen und bieten die Möglichkeit Rückfragen zu stellen.
  • Verbildlichen Sie das Gesagte zum Beispiel durch Gestik oder zeigen Sie auf etwas. Handbewegungen nach links und rechts helfen zum Beispiel den Weg zu beschreiben.
  • Erst lachen und dann reden ;-)
  • Wichtig: Bleiben Sie ruhig.

Vielen Dank für Deine Tipps, Pascal!

Unser Team der Schwerbehindertenvertretung

Unser Team der Schwerbehindertenvertretung

Pascal ist Teil unserer Schwerbehindertenvertretung (SBV). Das Team vertritt die besonderen Interessen schwerbehinderter und ihnen gleichgestellter behinderter Beschäftigter im Helios Spital Überlingen.

Schon gewusst?

Schon gewusst?

Sollten Sie selbst hörgeschädigt sein und ins Krankenhaus müssen: Nehmen Sie Ihre Hör- und Sehhilfe mit. Sie können diese bis kurz vor der Operation nutzen und teilweise sogar das Hörgerät – je nach Eingriff – anbehalten.

Das Helios Spital Überlingen befindet sich in einer der schönsten Regionen Deutschlands am Bodensee. Das leistungsfähige Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung mit über 170 Betten bietet rund um die Uhr kompetente medizinische Versorgung. Dazu gehören unter anderem die Versorgung von schwerverletzten Patienten im regionalen Traumazentrum und ein zertifiziertes Darm-Leber-Pankreas- und Gefäßzentrum. In zehn medizinischen Fachrichtungen werden jährlich rund 10.000 stationäre und 22.000 ambulante Patienten versorgt. Rund 400 Mitarbeiter setzen sich jeden Tag für das Wohl der Patienten ein. Unsere Patientenzimmer mit Sicht über den Bodensee sowie die persönliche Atmosphäre helfen sich wohlzufühlen und schnell zu genesen.

Helios ist Europas führender privater Krankenhausbetreiber mit insgesamt rund 110.000 Mitarbeitern. Zum Unternehmen gehören unter dem Dach der Holding Helios Health die Helios Kliniken in Deutschland sowie Quirónsalud in Spanien. Rund 21 Millionen Patienten entscheiden sich jährlich für eine medizinische Behandlung bei Helios. 2019 erzielte das Unternehmen einen Gesamtumsatz von 9,2 Milliarden Euro.

In Deutschland verfügt Helios über 86 Kliniken, 123 Medizinische Versorgungszentren (MVZ) und sieben Präventionszentren. Jährlich werden in Deutschland rund 5,6 Millionen Patienten behandelt, davon 4,4 Millionen ambulant. Helios beschäftigt in Deutschland fast 69.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2019 einen Umsatz von rund sechs Milliarden Euro. Helios ist Partner des Kliniknetzwerks „Wir für Gesundheit“. Sitz der Unternehmenszentrale ist Berlin.

Quirónsalud betreibt 51 Kliniken, 71 ambulante Gesundheitszentren sowie rund 300 Einrichtungen für betriebliches Gesundheitsmanagement. Jährlich werden hier rund 15,4 Millionen Patienten behandelt, davon 14,6 Millionen ambulant. Quirónsalud beschäftigt rund 37.500 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2019 einen Umsatz von über drei Milliarden Euro.

Pressekontakt:
Claudia Prahtel
Unternehmenskommunikation
Telefon: (07551) 9477-5501
Mobil: 0173 475 09 24
E-Mail:     claudia.prahtel@helios-gesundheit.de