Patientenwissen

Zurück ins gewohnte Leben

Zurück ins gewohnte Leben

Im Helios Spital Überlingen gibt es ein speziell entwickeltes Behandlungskonzept für ältere Menschen - die geriatrische frührehabilitative Komplexbehandlung. Ein Patientenbeispiel zeigt, was damit erreicht werden kann.

Wenn ältere Menschen akut schwer erkranken, kann dies ernsthafte Folgen haben – in vielen Fällen müssen sie mit bleibenden gesundheitlichen Einschränkungen leben. Die Rückkehr in den gewohnten Alltag ist dann nicht mehr möglich, im schlimmsten Fall brauchen sie dauerhaft pflegerische Unterstützung.

Dies zu verhindern, ist das Ziel der Geriatrischen Abteilung im Helios Spital Überlingen. Seit 2017 gibt es hier die Abteilung Geriatrie, also die Altersmedizin, die sich mit einem speziellen Konzept um ältere Patienten kümmert. Hier werden Patienten nach einer akuten Erkrankung betreut – das Spektrum reicht vom Schlaganfall über den Oberschenkelhalsbruch nach einem Sturz bis hin zum Herzinfarkt. Im Rahmen der sogenannten „geriatrischen frührehabilitativen Komplexbehandlung“, kurz GfK genannt, kümmert sich ein Team aus speziell ausgebildeten Ärzten, Pflegekräften und Therapeuten um den Erkrankten.

So auch im Fall von Erna S. (Name geändert). Nach einem Herzinfarkt hatte die 85-Jährige einen Bypass bekommen, ihre Nieren versagten, und die Operationsnarbe verheilte nicht. Sie war bettlägerig, und aufgrund ihres schlechten gesundheitlichen Allgemeinzustandes war es ihr nicht möglich, die geplante Reha nach der Herzoperation wahrzunehmen. So wurde Frau S. zu Dr. Marc Riemer, dem Chefarzt für Geriatrie im Helios Spital Überlingen, verlegt. Noch vor kurzer Zeit war sie selbst Auto gefahren, hatte mit ihrem Mann im zweistöckigen Haus gewohnt und konnte problemlos Treppenstufen meistern.

Nach der Eingangsuntersuchung, dem sogenannten Geriatrischen Assessment, legten Dr. Riemer und sein Team den Medikamenten- und Therapieplan fest.

Wir sind in der Geriatrie auf die Behandlung solch komplexer Erkrankungen spezialisiert. Gemeinsam arbeiten wir daran, unseren Patienten wieder zu dem Allgemeinzustand zu verhelfen, den er vor der Erkrankung hatte, damit er in sein gewohntes Umfeld zurückkehren kann.

Dr. Marc Riemer, Chefarzt der Geriatrie

So auch bei Erna S: Gehschule, Kräftigungsübungen und Übungen zur Verbesserung der Feinmotorik standen bei ihr auf dem Tagesprogramm. Dank einer Gesprächstherapie schöpfte sie neuen Mut, parallel wurde sie medikamentös in puncto Nieren, Bluthochdruck, Zucker und Wundheilung behandelt. Nach drei Wochen konnte Frau S. in die Reha entlassen werden - sie konnte wieder selbständig aufstehen, mit Hilfe ihres Mannes zehn Treppenstufen gehen, und am Rollator bis zu 300 Metern zurücklegen.