Ratgeber Aortenaneurysma

Bei einem Aneurysma muss man schnell handeln

Bei einem Aneurysma muss man schnell handeln

Eine undichte Stelle am oberen Ende ihrer Stentprothese verursacht bei Patientin Maria G. eine gefährliche Erweiterung der Aorta. Dr. Miltenberger, Chefarzt der Gefäß- und Endovaskularchirurgie am Helios Spital Überlingen, verliert keine Zeit und bespricht den Fall mit den Kollegen des Aortenzentrums Süd.

„Ich dachte, ich gehe ins Krankenhaus, werde operiert und gehe wieder nach Hause“, beschreibt Maria G. aus dem Raum Bodensee ihre Gedanken, als sie erfuhr, dass ihre Bauchschlagader wieder größer geworden war.

Entstehung eines Aneurysmas: I. Hauptschlagader im Normalzustand. II. Erweiterung der Aorta. Ursache dafür ist oft Arteriosklerose, also Ablagerungen an der Gefäßwand. An der Aussackung verwirbelt das Blut, es kommt zu Blutgerinseln. III. Die Gefäßwand wird dünner und droht schließlich zu zerreißen. Foto: ©bilderzwerg/fotolia.
Entstehung eines Aneurysmas: Bild 1: Hauptschlagader im Normalzustand. 2: Erweiterung der Aorta. Ursache dafür ist oft Arteriosklerose, also Ablagerungen an der Gefäßwand. An der Aussackung verwirbelt das Blut, es kommt zu Blutgerinseln. 3. Die Gefäßwand wird dünner und droht schließlich zu zerreißen. Foto: ©bilderzwerg/fotolia.

Rückblick

Schon vor drei Jahren waren ihre Werte zu hoch gewesen. Bis auf ein leichtes Ziehen im Bauch hatte sie damals jedoch keine weiteren Beschwerden. „Das ist sehr tückisch, denn die meisten Menschen bemerken nicht, wenn die Bauschlagader plötzlich größer wird. Im schlimmsten Fall platzt die Aorta und es kommt zu einer lebensbedrohlichen inneren Blutung“, erklärt Dr. Christoph Miltenberger, Chefarzt der Gefäßchirurgie am Helios Spital Überlingen.

Bei Maria G. wurde die Erweiterung der Aorta zum Glück frühzeitig erkannt. Vor drei Jahren wurde ihr daher von Dr. Miltenberger erfolgreich ein künstliches Gefäß, eine sogenannte Aortenstentprothese, eingesetzt. Anschließend kam sie regelmäßig zur Nachuntersuchung. Dabei wurde erneut eine Erweiterung festgestellt. 55 Millimeter zeigte das Ultraschallgerät an. Der Grund: Am oberen Ende der Aortenstentprothese befand sich eine undichte Stelle. „Bei so einer Diagnose sollte man schnell handeln, um kein Risiko einzugehen“, so Dr. Miltenberger.

Fallbesprechung mit dem Aortenzentrum Süd

Nur vier Tage später kam Maria G. daher zur Voruntersuchung ins Helios Spital Überlingen. Dr. Miltenberger besprach die Untersuchungsergebnisse und Röntgenbilder in einer Videokonferenz mit dem Ärzteteam des Helios Aortenzentrums Süd. Dort arbeiten die Gefäßspezialisten aller bayerischen und baden-württembergischen Helios Kliniken bei der Diagnose und Behandlung von Erkrankungen der Aorta zusammen.

Operation in München

Nach Durchsicht aller Befunde war klar, dass Maria G. im Helios Klinikum München West am besten  behandelt werden kann. „Bei der Patientin sollte ein großer Eingriff mit Eröffnung des Bauchraumes vermieden werden. Es gab die Möglichkeit, diesen komplizierteren Fall mit Beteiligung der Nierenarterien schonend endovaskulär mit dem Gefäßkatheter zu behandeln“, erklärt Dr. Miltenberger. Auch Maria G. ist froh, dass es diese Kooperation gibt: „Man fühlt sich sicherer und weiß, dass die behandelnden Ärzte in dem Bereich große Erfahrung haben.“

Ein voller Erfolg

Am 12. Mai war es dann so weit: Maria G. wurde in München erfolgreich operiert. Die Nachuntersuchung im Helios Spital Überlingen fiel sehr gut aus. „Die undichte Stelle am oberen Ende der Aortenstentprothese ist beseitigt und die Erweiterung der Bauchschlagader bildet sich bereits zurück“, freut sich Dr. Miltenberger über den Behandlungserfolg.

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