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Corona-Impfung – Was Sie wissen sollten
Schwerpunktthema
Fakten zur Impfung

Corona-Impfung – Was Sie wissen sollten

Berlin

Aktuell herrscht eine große Diskussion und Informationsflut zum Thema Corona-Impfung. Um so transparent wie möglich über die neue Impfung zu informieren, haben wir die wichtigsten bereits bekannten Fakten gebündelt zusammengestellt.

Aktuell sind in Deutschland vier Impfstoffe zugelassen: Biontech/Pfizer Comirnaty®, Moderna, AstraZeneca Vaxzevria® und Janssen (Johnson und Johnson). Laut Robert Koch Insitut wurden bis Mitte November 2021 in Deutschland 114,5 Millionen Impfdosen verabreicht (Stand: 12.11.21).

Impf-Empfehlung durch die STIKO

Bild: pixabay.com/whitesession

Die aktuelle Impfempfehlung der STIKO (Ständige Impfkommission) können Sie hier nachlesen.

Jede Impfung (bis auf Janssen) wird in zwei Etappen durchgeführt. Die Impfabstände sind abhängig vom eingesetzten Präparat.

Die STIKO empfiehlt einen Impfabstand von:

  • 6 Wochen für mRNA-Impfstoffe (BioNTech/Pfizer, Moderna)
  • 12 Wochen für den Vektor-basierten Impfstoff von AstraZeneca

Was ist das besondere an einem mRNA-Impfstoff?

Illustration von Frau mit Fragezeichen über dem Kopf
Welche Corona-Impstoffe gibt es eigentlich? | Grafik: Helios

Derzeit sind vier Covid-19-Impfstoffe in der EU zugelassen: von BioNTech/Pfizer, Moderna, Astra Zeneca und Janssen (Johnson und Johnson). Die Impfstoffe von BioNTech/Pfizer und Moderna basieren auf mRNA und unterscheiden sich dadurch von allen bisherigen Impfstoffen. Die Impfstoffe von AstraZeneca und Janssen basieren auf dem Vektorprinzip.

Herkömmliche Impfstoffe enthalten einen abgeschwächten Erreger oder Bausteine des Erregers. Nach der Impfung bildet der Körper unter anderem Antikörper. Bei einer Infektion ist das Immunsystem so vorbereitet und kann den Erreger sofort bekämpfen.

Illustration RNA, Frau und Text
mRNA-Impfstoffe und ihre Wirkweise | Grafik: Helios

Neu ist die Möglichkeit auf Basis von mRNA (messenger Ribonukleinsäure oder auch Boten-RNA) Impfstoffe herzustellen. Die hier eingesetzte mRNA enthält den Bauplan für ein bestimmtes Oberflächenprotein von Sars-CoV-2, das „Spike-Protein“. Die mRNA ist im Falle der Impfstoffe von BioNTech/Pfizer und Moderna in spezielle Fetthüllen verpackt. AstraZeneca nutzt die Möglichkeit, die mRNA in die Hülle eines Schimpansen-Adenovirus zu verpacken. Beide Varianten stellen sicher, dass die mRNA effizient von der menschlichen Zelle aufgenommen werden kann. Hier liefert sie den Bauplan zur Produktion des viralen Proteins. Gegen das virale Protein richtet sich dann die Immunabwehr des Körpers. Der gesamte Vorgang imitiert damit den natürlichen Prozess einer viralen Infektion.

Die Nutzung eines mRNA-Impfstoffes ist sehr vielversprechend. Da er keine Virus-Proteine enthält und keine Covid-19 Erkrankung verursachen kann, ist er besonders risikoarm. Die DNA im Zellkern wird nicht beeinflusst, vielmehr wird die mRNA nach einigen Tagen auf natürlichem Weg abgebaut.

Gleichzeitig ist ein Impfstoff auf dieser Basis schnell herzustellen. Gerade in der aktuellen Situation, in der schnellstmöglich ein Impfstoff zur Verfügung gestellt werden muss, ist das ein großer Vorteil.
Vektorimpfstoffe transportieren die gentechnologisch eingebauten Gene für Spike-Antigene von SARS-CoV-2 in den menschlichen Körper und lösen die Produktion dieser Antigene und damit eine Immunantwort aus.

Wie gut wirkt so ein Impfstoff?

Alle in Deutschland zugelassenen Covid-19-Impfstoffe haben eine gute Wirksamkeit gegen COVID-19. Die Daten aus den Zulassungs- und Beobachtungsstudien insbesondere aus Großbritannien und Israel zeigen, dass alle verfügbaren COVID-19-Impfstoffe hochwirksam gegen schwere Verläufe von COVID-19 sind. Das heißt, selbst bei einer erfolgten Erkrankung wäre das Risiko eines schweren Verlaufs sehr gering.

Daten aus Zulassungsstudien wie auch aus Untersuchungen im Rahmen der breiten Anwendung belegen zudem, dassin der Summe das Risiko einer Virusübertragung nach vollständig erfolgter Impfung stark vermindert ist.

Muss ich mit Impfreaktionen oder Nebenwirkungen rechnen?

Illustration vom Mann mit Text
Übersicht der möglichen Impfreaktionen | Grafik: Helios

Mit akut auftretenden Impfreaktionen muss gerechnet werden. Wie bei jeder Impfung kann es auch bei der Corona-Impfung zu einer Rötung, Schwellung oder Schmerzen an der Einstichstelle kommen. Weiterhin können allgemeine Infektionszeichen, wie Müdigkeit, Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen auftreten. Diese können als Zeichen gewertet werden, dass im Körper die Immunreaktion abläuft. Nebenwirkungen sind allerdings selten.

Allgemein zeigen die ersten Daten zur Erfasung von Covid-19 Impfreaktionen, dass diese häufiger bei jüngeren Personen vorkommen. Sie sind allerdings überwiegend mild oder mäßig ausgeprägt. Bei den mRNA-Impfstoffen treten Impfreaktionen vermehrt nach der zweiten Impfung auf, beiVektor-Impfstoffen jedoch häufiger nach der ersten Impfung.

Mögliche allergische Reaktionen

Bisher wurden mehrere Allergiefälle in Bezug auf Comirnaty® von BioNTech/Pfizer gemeldet. BioNTech und Pfizer warnen Personen, die eine signifikante Allergiegeschichte in Bezug auf aktiven Arzneistoffen aufweisen, sich mit Comirnaty® von BioNTech/Pfizer impfen zu lassen. Als mögliche Auslöser stehen der Wirkstoff selbst oder Hilfsstoffe auf Polyethylenglykol (PEG)-haltiger Lipidnanopartikel-Basis. Das Paul-Ehrlich-Institut rät daher Allergikerinnen und Allergikern, die empfindlich auf diese Inhaltsstoffe reagieren oder nach der ersten Dosis starke Allergiesymptome zeigen, sich nicht (weiterhin) mit Comirnaty® von BioNTech/Pfizer  impfen zu lassen. Dies gilt auch für COVID-19 Vaccine Moderna® von Moderna .

Schon geboostert? Informationen zur Corona-Auffrisch-Impfung

Was die Auffrisch-Impfung bringt, für wen sie jetzt sinnvoll ist und warum sie schützt – Antworten auf all diese Fragen gibt PD Dr. Irit Nachtigall, Helios Fachgruppenleiterin Infektiologie, im Video-Interview.

Impfreaktion versus Impfnebenwirkung

Impfreaktionen sind keine Impfnebenwirkungen. Letztere werden im Sprachgebrauch oft falsch verwendet und mit Impfreaktionen verwechselt. Als Nebenwirkungen von Impfungen definiert man unbeabsichtigte und schädliche Reaktionen in Zusammenhang mit einer Impfung. Impfeaktionen rufen hingegen häufig auftretende und normale Reaktionen, wie lokales Brennen oder eine Rötung an der Einstichstelle sowie Kopfschmerzen oder das Gefühl der Erschöpfung hervor.
 

Häufigkeit von Impfreaktionen und Nebenwirkungen

Impfstoff

Comirnaty®BioNTech/Pfizer

Moderna®

Vaxzevria®AstraZeneca

Janssen®

Johnson & Johnson

am häufigsten

Schmerzen an der Einstichstelle (>80%)

Abgeschlagenheit (>60%)

Kopfschmerzen und Schüttelfrost (>30%)

Gelenkschmerzen (>20%)

Fieber und Schwellung der Einstichstell (>10%)

Schmerzen an der Einstichstelle (>90%)

Abgeschlagenheit (70%)

Kopf-/Muskelschmerzen (>60%)

Gelenkschmerzen und Schüttelfrost (>40%)

Übelkeit/Erbrechen (>20%)

Lymphknotenschwellung in der Achselhöhle, Fieber, Schwellung und Rötung an der Einstichstelle

(jeweils >10%)

Druckempfindlichkeit an der Einstichstelle (>60%)

Schmerzen an der Einstichstelle, Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit (>60%)

Muskelschmerzen und Unwohlsein (>40%)

Erhöhte Temp., Schüttelfrost (>30%)

Gelenkschmerzen und Übelkeit (>20%)

Schmerzen an der Einstichstelle (>40%)

Kopfschmerzen, Müdigkeit und Muskelschmerzen (jeweils >30 %)

Häufig

(zwischen 1-10%):

Übelkeit und Rötung der Einstichstelle auf

allgemeinen Ausschlag, Ausschlag & Nesselsucht an der Einstichstelle

Erbrechen, Durchfall, Fieber,

Rötung und Schwellung der Einstichstelle

Fieber, Husten, Gelenkschmerzen, Rötung und Schwellung der Einstichstelle sowie Schüttelfrost

Gelegentlich

(zwischen 0,1-1%):

Lymphknotenschwellungen, Schlaflosigkeit, Schmerzen in Arm oder Bein, Unwohlsein und Juckreiz an der Einstichstelle

Juckreiz an der Einstichstelle

Lymphknotenschwellungen, verminderter Appetit, Schwindel, Schläfrigkeit, vermehrtes Schwitzen, Juckreiz und ein allgemeiner Hautausschlag

Zittern, Niesen, Schmerzen in Mund und Rachen, genereller Ausschlag, vermehrtes Schwitzen, Schwäche der Muskeln, Schmerzen in Arm oder Bein, Rückenschmerzen, allgemeines Schwächegefühl und Unwohlsein

Weitere seltene Nebenwirkungen

Herzmuskelentzündung

Grundsätzlich besteht bei Impfungen immer das Risiko, durch die überschießende Immunreaktion, eine Herzmuskelentzündung (Myokarditis) zu bekommen. Bisher traten seltene Fälle von Herzmuskelentzündungen  nach einer Impfung mit Corona-Impfstoffen auf. Dabei handelte es sich um leichte Erkrankungen, die zumeist innerhalb weniger Tage ausheilten.  Besonders junge Männer scheinen betroffen zu sein. Allerdings sind die Fallzahlen insgesamt noch zu niedrig, um eine konkrete Eingrenzung zu geben.

Erfahren Sie mehr über das Thema Herzmuskelentzündung!

Hirnvenenthrombose

Hirnvenenthrombosen sind Blutgerinnsel in den Blutgefäßen, die das Blut aus dem Gehirn in Richtung Herz transportieren. Nach einer Corona-Impfung mit einem Vektor-Impfstoff kam es in den letzten Monaten zu sehr seltenen Fällen des Thrombose-mit-ThrombozytopenieSyndroms (TTS). Ein Warnsymptom sind zum Beispiel starke Kopfschmerzen bei Menschen die sonst keine Kopfschmerzen haben.

Erfahren Sie mehr über das Thema Hirnvenenthrombosen!

Im Video beantwortet Dr. Dominic Fenske, Leiter des Zentralen Dienstes Apotheke bei Helios, die wichtigsten Fragen rund um die SARS-CoV-2-Impfung (Wissensstand: 12. Januar 2021) | Helios Gesundheit

Dieser Artikel gibt den derzeitigen Wissensstand des zuletzt aktualisierten Datums wieder. Er wird regelmäßig nach den neuesten wissenschaftlichen und medizinischen Kenntnissen aktualisiert.

Hauptquellen:

Robert Koch Institut

PEI Sicherheitsbericht (Stand: 10.06.2021)

EMA Sicherheitsupdate (Stand: 18.06.2021)