„Wir wissen nie, was auf uns zukommt“
Pressemitteilung
Patientenakademie informiert über die Arbeit in der Notaufnahme

„Wir wissen nie, was auf uns zukommt“

Stralsund

Volle Wartezimmer, lange Wartezeiten, gereizte Patienten – dieses Bild von deutschen Notaufnahmen findet sich immer wieder. In der Patientenakademie erklärt die Chefärztin der Notaufnahme am Helios Hanseklinikum Stralsund, Dr. Andrea Jung, was hinter den Kulissen geschieht, wann Patienten in die Notaufnahme kommen sollten und warum manche Patienten länger warten müssen als andere. Der Vortrag findet am 18. Juli um 18 Uhr in der Cafeteria im Krankenhaus am Sund statt.

Jedes Jahr steigt die Zahl der Notfallpatienten im Stralsunder Klinikum. 2012 waren es noch 27.500, im vergangenen Jahr schon fast 31.000. Das sind im Schnitt 85 Patienten jeden Tag. „In Spitzenzeiten wie an Herrentag, bei Glatteis oder großer Hitzewelle können es schon mal bis zu 130 Patienten sein“, sagt die Chefärztin.

Damit die Mitarbeiter in der Notaufnahme trotz des Ansturms einen kühlen Kopf bewahren, nutzen sie das sogenannte Manchester Triage System. Es stuft Patienten entsprechend der Behandlungsdringlichkeit ein. Rot steht zum Beispiel für „sofortige Behandlung“, blau für „nicht dringend“. Dieses System regelt auch die Wartezeit. Lebensbedrohliche Erkrankungen der roten Kategorie wie Herzinfarkt und Schlaganfall werden sofort behandelt, während ein verstauchter Knöchel oder kleinere Wunden warten müssen.

Für Patienten, die mit eher leichteren Verletzungen die Notaufnahme aufsuchen, könne eine mehrstündige Wartezeit frustrierend sein, weiß Dr. Jung. Aber: „Hinter den verschlossenen Behandlungstüren, im OP und im Schockraum geht es um Leben und Tod. Dann benötigen wir jeden Mitarbeiter. Das bekommen die Patienten im Warteraum oft nicht mit“, erklärt sie und weiter: „Wir wissen zu Arbeitsbeginn nie, was auf uns zukommt. Die Behandlungsreihenfolge kann sich mehrmals am Tag ändern.“

Jeder 2. Patient bleibt im Krankenhaus

Statistisch gesehen werden in der Stralsunder Notaufnahme 42 Prozent der Patienten für die Weiterbehandlung oder Überwachung stationär aufgenommen, 58 Prozent können die Notaufnahme nach der Untersuchung wieder verlassen. „Das bedeutet nicht automatisch, dass 58 Prozent in der Notaufnahme falsch waren. Wir sehen immer nur eine Momentaufnahme. Der Zustand kann sich innerhalb weniger Stunden oder gar Minuten ändern“, macht Dr. Jung deutlich.

Es sei daher wichtig, auch nach der Entlassung auf seinen Körper zu hören und bei einer Verschlechterung des Zustands, die Notaufnahme womöglich erneut aufzusuchen. Trotzdem beobachtet die Chefärztin, dass sich von Jahr zu Jahr der Anteil der Patienten mit eher harmlosen Beschwerden in der Notaufnahme häuft. „Niemand geht aus Spaß ins Krankenhaus. Viele wissen nur nicht, wer für ihre Symptome der richtige Ansprechpartner ist. Dafür wollen wir in der Patientenakademie sensibilisieren“, sagt sie.

Grundsätzlich gilt, dass die Notaufnahme für alle lebensbedrohlichen Notfälle der richtige Ansprechpartner ist. Für alle Erkrankungen, bei denen Patienten sonst zum Hausarzt oder niedergelassenen Facharzt gehen würden, ist außerhalb der Sprechzeiten der Kassenärztliche Bereitschaftsdienst zuständig. Er ist bundesweit über die einheitliche Rufnummer 116117 erreichbar.

Über Helios

Helios ist Europas führender privater Krankenhausbetreiber mit rund 100.000 Mitarbeitern. Zum Unternehmen gehören unter dem Dach der Holding Helios Health die Helios Kliniken in Deutschland und in Spanien (Quirónsalud). Rund 17 Millionen Patienten entscheiden sich jährlich für eine medizinische Behandlung bei Helios. 2017 erzielte das Unternehmen in beiden Ländern einen Gesamtumsatz von 8,7 Milliarden Euro.

In Deutschland verfügt Helios über 87 Kliniken, 89 Medizinische Versorgungszentren (MVZ), und zehn Präventionszentren. Jährlich werden in Deutschland rund 5,2 Millionen Patienten behandelt, davon vier Millionen ambulant. Helios beschäftigt in Deutschland mehr als 66.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2017 einen Umsatz von rund 6,1 Milliarden Euro. Helios ist Partner des Kliniknetzwerks „Wir für Gesundheit“. Sitz der Unternehmenszentrale ist Berlin.

Quirónsalud betreibt in Spanien 45 Kliniken, 55 ambulante Gesundheitszentren sowie rund 300 Einrichtungen für Betriebliches Gesundheitsmanagement. Jährlich werden hier rund 11,6 Millionen Patienten behandelt, davon 11,2 Millionen ambulant. Quirónsalud beschäftigt mehr als 32.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2017 einen Umsatz von rund 2,6 Milliarden Euro. Helios Deutschland und Spanien gehören zum Gesundheitskonzern Fresenius.

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Mathias Bonatz

Leiter Unternehmenskommunikation und Marketing
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