Wichtige Informationen zum Coronavirus
(0800) 8 123 456 Ihre Ansprechpartner Helios-Hotline
Viel mehr als nur ein Zittern© Foto: © Pixel-Shot – stock.adobe.com
Parkinson

Viel mehr als nur ein Zittern

Berlin

Theodore Roosevelt, Muhammad Ali, Ottfried Fischer – die Liste prominenter Parkinson-Patient:innen ist lang. Kein Wunder, gehört die Erkrankung doch zu einer der häufigsten in der Neurologie.

In Deutschland sind rund 400.000 Menschen betroffen. Meist erkranken Ältere jenseits des 60. Lebensjahrs, gelegentlich aber auch junge Menschen noch vor dem 30. Geburtstag. Auch wenn Parkinson nicht heilbar ist, haben sich die Behandlungsmöglichkeiten stark erweitert. „Viel Bewegung und Physiotherapie sowie gut wirksame Medikamente ermöglichen Betroffenen heute über Jahre hinweg eine gute Lebensqualität“, sagt Prof. Dr. Jörn Peter Sieb, Neurologie-Chefarzt im Helios Hanseklinikum Stralsund. Seine Klinik ist Regionalzentrum im deutschlandweiten „Kompetenznetz Parkinson“.

Lange Zeit standen motorische Symptome wie Zittern, Steifheit der Muskeln oder verlangsamte Bewegungen im Fokus. „Heute wissen wir, dass mit der Erkrankung oft Depression, Demenz, Schlaf-, Schluck-, Sprech- und Verdauungsstörungen einhergehen“, erklärt der Chefarzt. Die Behandlung beruht meist auf Medikamenten, die den Mangel an Dopamin ausgleichen, aber auch Hirnschrittmacher oder am Körper
getragene Medikamenten-Pumpen können zum Einsatz kommen.

Heute wissen wir, dass mit der Erkrankung oft Depression, Demenz, Schlaf-, Schluck-, Sprech- und Verdauungsstörungen einhergehen.

Prof. Dr. Jörn Peter Sieb, Neurologie-Chefarzt | Helios Hanseklinikum Stralsund

Symptome der Parkinson-Krankheit

Parkinson wird aufgrund seiner typischen Veränderungen in der Körpermotorik auch „Schüttellähmung“ genannt.

Demenz: Parkinson beeinträchtigt die geistige Leistungsfähigkeit und kann sogar zu Demenzerkrankungen führen.

Depression und Ängste können aus den krankheitsbedingten Veränderungen der Botenstoffe im Gehirn und einer verminderten Lebensqualität resultieren.

Etwa die Hälfte der Betroffenen leidet aufgrund der beeinträchtigten Funktionen der Muskeln unter Sprech- und Schluckstörungen.

Tremor: Das Parkinson-Zittern ist das wohl typischste Anzeichen der Erkrankung und bessert sich meist mit der Einnahme des Medikaments Levodopa.

Störungen der vegetativen Funktionen wie Verdauung und Blutdruckregulation gehen oft mit der Parkinson-Krankheit einher.

Pantomime für Parkinsonpatient:innen

Im Rahmen der multimodalen Parkinsonkomplexbehandlung im Helios Klinikum Bad Saarow ist Pantomime ein weiterer Baustein.

Eine optimale medikamentöse Behandlung, intensive Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie in Verbindung mit neuropsychologischen und psychotherapeutischen Angeboten erzielen bei Parkinsonpatient:innen gute Erfolge. „Mit unserem zusätzlichen Pantomime-Trainingsprogramm wollen wir uns auf die Gestik und Mimik fokussieren und zudem zu großen Bewegungsumfängen anhalten. Unser Ziel ist es, die Fähigkeit des mimischen und gestischen Ausdrucks zu trainieren und damit die Möglichkeiten des sozialen Handelns zu erweitern und zu festigen“, erklärt der Parkinson-Experte Priv.-Doz. Dr. Konstantin Prass, Chefarzt in der Klinik für Neurologie. Ron Agenant heißt der Pantomime-Künstler und -Lehrer, der wöchentlich mit den Parkinson-Betroffenen trainiert. „Die Arbeit mit den Patienten macht mir sehr viel Freude. Wir studieren in kleinen Gruppen zu Musik und mit viel Spaß eine Choreographie ein. Es ist toll zu beobachten, wie dabei die Gesichter der Patienten aufblühen. Wir verspüren beim Training gemeinsam ganz viel Lebensfreude“, berichtet er.

Mit unserem zusätzlichen Pantomime-Trainingsprogramm wollen wir uns auf die Gestik und Mimik fokussieren und zudem zu großen Bewegungsumfängen anhalten.

Priv.-Doz. Dr. Konstantin Prass, Chefarzt der Klinik für Neurologie | Helios Klinikum Bad Saarow

Was ist die Parkinsonkomplexbehandlung?

Mann beim Pantomime
Große und weite Bewegungen trainiert Ron Agenant mit den Parkinsonpatienten | Foto: Anja Paar

„Besonders ist nicht nur die hohe Frequenz aller Therapieverfahren, sondern auch, dass alle an der Behandlung Beteiligten, die Ärzte, Psychologen, Sozialarbeiter, Pflegekräfte, Physiotherapeuten, Logopäden, Ergotherapeuten und Bewegungstherapeuten, eng zusammenarbeiten. Unser Ziel ist es, gemeinsam die bestmögliche Therapie für jeden einzelnen unserer Patienten zu erreichen“, erklärt Priv.-Doz. Dr. Konstantin Prass.