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Hightech gegen Krebs: Stralsunder Krankenhaus setzt OP-Roboter ein
da Vinci Xi

Hightech gegen Krebs: Stralsunder Krankenhaus setzt OP-Roboter ein

Stralsund

Das Helios Hanseklinikum Stralsund hat einen neuen Kollegen in seinen Reihen. Sein Name: da Vinci Xi. Seine Aufgabe: ultrapräzise operieren. Seine vier Arme bieten mehr Bewegungsumfang als die menschliche Hand. Und das in 3D-HD-Optik. Damit ist das Stralsunder Klinikum das erste in Vorpommern-Rügen, welches innovative Robotertechnik dieser Art einsetzt.

Er wiegt rund eine Tonne und ist das neue technische Highlight am Hanseklinikum. Der Roboter da Vinci Xi kommt ab sofort bei minimalinvasiven Operationen zum Einsatz. Von seiner präzisen Technik profitieren Patientinnen und -patienten, vornehmlich Krebspatientinnen und -patienten, in den Fachbereichen Chirurgie, Gynäkologie, Urologie und Hals-Nasen-Ohrenheilkunde. „Modernste Technik ist Teil einer zukunftsorientierten Medizin auf höchstem Niveau. Den da Vinci verstehen wir auch als innovativen Motor für unsere Region, da er großes Potenzial in der operativen Patientenversorgung birgt“, sagt Klinikgeschäftsführer David Kayser.

Für Mediziner bieten sich völlig neue Möglichkeiten. „Der Operateur steuert von einer Konsole im OP-Saal die vier Arme des Roboters“, erklärt Prof. Matthias Birth, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Allgemein-, Viszeral-, Thorax-, Gefäß- und Plastischen Chirurgie. Allerdings führe der da Vinci keine eigenständigen Bewegungen aus, betont der Tumor-Spezialist: „Er ist der verlängerte Arm, alle Befehle kommen vom Operierenden.“

Kleinere Narben, bessere Wundheilung

Der Einsatz des OP-Roboters birgt erhebliche Vorteile für Patient und Operateur. „Durch die 3D-Darstellung haben wir eine bessere Übersicht und eine ideale Orientierung der Instrumente im Raum“, erläutert Prof. Birth. Mit der äußerst präzisen OP-Technik seien millimetergenaue Schnitte möglich. „Das führt zu weniger Blutverlust und damit weniger Komplikationen und einer geringeren Belastung für den Patienten. Entsprechend kann die Erholungsphase kürzer ausfallen“, macht der Chefarzt deutlich.

Bei der roboterassistierten OP sitzt der Chirurg an einer Steuerkonsole. Von dort aus führt er mit seinen Händen und Füßen die Roboterarme. Der hochflexible Kameraarm ermöglicht mit einer bis zu zehnfach vergrößerten HD-Optik und einer Fluoreszenz-Bildgebung hervorragende Bilder: „Feine Strukturen wie Nerven oder Gefäße können dadurch besser dargestellt werden“, sagt Prof. Birth. Durch die Handbewegungen lassen sich die Arme des Roboters in sieben Freiheitsgraden steuern. „Möglich ist so ein zitterfreies und noch präziseres Operieren. Das ist bei der Entfernung von Tumoren unabdingbar. Gerade das Nähen auf engem Raum gelingt durch die kleineren und beweglicheren Instrumente jetzt besser.“

Erster Einsatz steht schon bevor

Vorreiter für dieses roboterassistierte OP-Verfahren bei Helios in Mecklenburg-Vorpommern waren die Helios Kliniken Schwerin. Gemeinsam mit dem Hanseklinikum bilden sie das Robotik-Zentrum der Helios Region Nord. „Die enge Kooperation und der reichhaltige Erfahrungsschatz der Schweriner Kollegen ermöglichen unseren Operierenden eine steile Lernkurve“, erklärt der Chirurgie-Chefarzt. „Dadurch und durch eine gute Vorbereitung des gesamten OP-Teams und intensives Training ist es uns möglich, schon morgen die erste Operation mit dem da Vinci in Stralsund vorzunehmen.“ In den kommenden Wochen werden die Operateure und das OP-Team weitere intensive Trainings durchlaufen, um schon in diesem Jahr komplexe Eingriffe mit dem OP-Roboter vorzunehmen.