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„Es besteht weiterhin viel Vertrauen in unsere Geburtshilfe“

„Es besteht weiterhin viel Vertrauen in unsere Geburtshilfe“

Stralsund

Gerade werdenden Eltern stellen sich viele Fragen im Umgang mit dem Coronavirus und der Geburt im Krankenhaus. Der Chefarzt der Gynäkologie und Geburtshilfe im Helios Hanseklinikum Stralsund, Dr. Frank Ruhland, gibt einen Überblick über die derzeitigen Regelungen im Klinikum.

Die wichtigste Frage zuerst: Dürfen Väter auch in Zukunft mit zur Geburt?

Wir versuchen so lange es geht, dass Begleitpersonen bei der Geburt dabei sein können. Ob wir das dauerhaft sicherstellen können, hängt vom Infektionsgeschehen in unserer Region und der Anzahl der behandelten Fälle in unserem Klinikum ab. Nicht zuletzt auch von den Entscheidungen der Politik. Die Situation kann sich im Prinzip von einen Tag auf den anderen ändern. Man muss bedenken, dass nur eine infizierte Person ausreichen kann, um den gesamten Betrieb im Kreißsaal lahmzulegen.

Was läuft jetzt anders bei Ihnen auf der Geburtenstation?

Zurzeit ist es so, dass nur noch eine Begleitperson zur Geburt zugelassen ist. Meistens ist das der Vater oder eine Freundin. Das gilt auch für die Begleitung in den OP bei einem Kaiserschnitt. Voraussetzung ist, dass die Begleitperson nicht positiv auf COVID-19 getestet wurde und keine Erkältungssymptome bzw. grippeähnliche Symptome aufweist.  

Sind Familienzimmer möglich?

Zurzeit können wir Familienzimmer anbieten und damit den Eltern die ersten Stunden und Tage gemeinsam mit ihrem Kind ermöglich. Aber auch hier passen wir uns an die sich dynamisch verändernde Lage an und wägen ständig das Vorgehen ab. Sollte kein Familienzimmer gewünscht sein, kann pro Patient lediglich eine Person am Tag für eine Stunde zu Besuch kommen. Das ist in der generellen Besuchsregelung für das Hanseklinikum festgelegt.

Welche Vorkehrungen trifft das Krankenhaus?

Wir sind durch ein effektives Hygienemanagement sehr gut vorbereitet. Jeder Patient und jede Patientin wird bei Aufnahme in unser Krankenhaus generell auf das Coronavirus getestet. Zudem werden die schwangeren Frauen und auch die Partner vor Eintritt in das Krankenhaus und auch noch einmal vor Eintritt in den Kreißsaal auf Infektionszeichen befragt. Besonders die Begleitpersonen sollten keine Anzeichen von respiratorischen Erkrankungen zeigen – und schon gar nicht über Fieber oder Verlust von Geruchs- oder Geschmackssinn klagen. Denn diese gelten allgemein typisch für eine Coronainfektion. Liegen keine Hinweise auf eine Infektion vor, steht einer normalen Geburt nichts im Wege. Einzig ein Mund-Nasen-Schutz wird den werdenden Eltern angelegt.

Was tun Sie im Verdachtsfall oder bei nachgewiesener Infektion einer Schwangeren?

Wenn wir einen positiven Nachweis haben oder einen hochgradigen Verdacht, ergreifen wir notwendige Schutzmaßnahmen. Die Schwangere wird isoliert und das Personal wechselt so wenig wie möglich. Zudem sind wir mit speziellen Schutzmasken ausgestattet. Nach der Geburt wird auch das Neugeborene auf das Virus getestet.

Ist eine Trennung von Mutter und Kind im Infektionsfall notwendig?

Nein, vorausgesetzt dem Baby geht es gut und es muss nicht auf der Neugeborenen-Station versorgt werden. Eine Abwägung der Risiken wird zwischen der Mutter und den Frauen- und Kinderärzten erfolgen. Wir richten uns nach den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts und unserer Fachgesellschaften und bewerten entsprechend ständig neu.

Stoßen Sie bei den werdenden Eltern auf viel Verständnis für die Maßnahmen?

Wir befinden uns alle in einer besonderen Situation. Die meisten werdenden Eltern zeigen Verständnis, auch im alltäglichen Leben besteht ja ein gewisses Kontaktverbot. In unserem Umfeld wird dieses auch gut eingehalten.

Kommen weniger Frauen aus Sorge sich anzustecken ins Krankenhaus?

Die telefonischen Anfragen sind unter anderem durch den Ausfall der Elterninformationsabende gestiegen. Wir spüren schon, dass die werdenden Eltern viele Fragen haben und gewisse Unsicherheiten bestehen. Doch diese können wir im direkten Gespräch schnell ausräumen. Wenn wir dieses Jahr mit den vorangegangenen Vergleichen, befinden wir uns bei den Geburtenzahlen auf einem ähnlichen Niveau. Wir kommen voraussichtlich auf rund 850 Geburten zum Jahresende. Das zeigt uns auch, dass das Vertrauen in Hebammen, genauso wie Ärzten und Schwestern weiterhin groß ist. Das freut uns natürlich sehr.