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Adipositas: Konservative Möglichkeiten und plastische Chirurgie
Das Übel der Wohlstandsgesellschaft

Adipositas: Konservative Möglichkeiten und plastische Chirurgie

Stralsund

Es sind alarmierende Zahlen: Zwei Drittel der Männer und rund die Hälfte der Frauen in Deutschland sind übergewichtig. 20 bis 25 Prozent aller Erwachsenen sind sogar fettleibig, leiden an Adipositas. Sie kann schwerwiegende Folgeerkrankungen auslösen. In der Patientenakademie erklären Dr. Christian Lau und Dr. Per-Hendrik Lange, welche nicht-operativen Behandlungsansätze bei Fettsucht greifen und wann die bariatrische Chirurgie zum Einsatz kommt. In der Veranstaltung stellt sich auch die kürzlich in Stralsund gegründete Selbsthilfegruppe Adipositas vor. Die Patientenakademie findet am 27. Februar 2020 um 18:00 Uhr in der Cafeteria im Krankenhaus am Sund statt.

Adipositas zählt zu den Volkskrankheiten und ist eigentlich ein Übel der sogenannten Wohlstandsgesellschaft. Ungesunde Ernährung und zu wenig Bewegung sind typische Auslöser der Fettleibigkeit, aber auch Stoffwechselerkrankungen, psychische oder hormonelle Erkrankungen begünstigen die Fettsucht. Die Weltgesundheitsorganisation spricht von Adipositas ab einem Body-Mass-Index über 30.

„Die Adipositas selbst ist eine reversible Krankheit, jedoch können im Verlauf Folgeerkrankungen eintreten, die nicht mehr umkehrbar sind“, warnt Dr. Lange. Dazu zählen Diabetes, Bluthochdruck, Beschwerden des Stütz- und Bewegungsapparates und Fettstoffwechselerkrankungen. Der Allgemeinmediziner behandelt im Helios Hanseklinikum Stralsund gemeinsam mit dem Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie, Dr. Christian Lau, gezielt adipöse Patienten. Die Behandlung besteht aus verschiedenen Bausteinen wie Ernährungs- und Bewegungstherapie, psychologischer Betreuung und Ausgleich hormoneller Dysbalancen. Patienten profitieren von einer engen Begleitung durch regelmäßige Besuche in der Sprechstunde, aber auch bei Kollegen anderer Fachgebiete.

Die beiden Ärzte arbeiten angelehnt an das multimodale Konzept der deutschen Leitlinie zur Adipositas-Therapie. „Im ersten Schritt bedeutet das, die Möglichkeiten der konservativen Therapie auszuschöpfen und eine Gewichtsreduktion zu erzielen. Sollte das nicht erfolgreich sein, unterstützen wir unsere Patienten weiterhin, wenn ein operativer Weg zu beschreiten ist“, erklärt der Chirurg. Etabliert hat sich darüber hinaus seit 2018 die metabolische Chirurgie bei Patienten mit einem nicht mehr einstellbaren Diabetes Mellitus Typ II, um Folgeerkrankungen der Nieren, der Augen und der Nerven aufzuhalten. Studien haben gezeigt, dass ein Magenbypass diesen Patienten nicht nur hilft, Gewicht zu reduzieren, sondern auch direkt die Diabeteserkrankung positiv beeinflusst und deutlich effektiver ist als die Behandlung mit Medikamenten.

Zu den Vorträgen von Dr. Lau und Dr. Lange wird sich die in diesem Jahr gegründete Adipositas-Selbsthilfegruppe vorstellen. In der Gruppe besteht ein geschützter Rahmen, um sich mit anderen Betroffenen auszutauschen und Hilfe zu erhalten.