Weiterbildungskonzept für Ärztinnen und Ärzte

Herzlich willkommen zur Weiterbildung in der Neurologie im Hanseklinikum!

Sehr geehrte Mitarbeiterin, sehr geehrter Mitarbeiter,

die Ärzte der Stralsunder Neurologie freuen sich sehr, dass Sie zumindest einen Teil Ihrer neurologischen Weiterbildung bei uns absolvieren werden oder, dass Sie Ihre psychiatrische Facharztausbildung hier um den geforderten neurologischen Part ergänzen. Hier wird Ihnen das neurologische Weiterbildungskonzept der Stralsunder Klinik vorgestellt.

Unser Ziel ist es, dass Sie hier eine umfassende neurologische Weiterbildung erhalten, um dann nach bestandener Facharztprüfung eigenständig voll umfänglich im neurologischen Fachgebiet diagnostisch und therapeutisch tätig sein zu können. Selbstredend will ich gerne Ihre Interessen und Initiativen im Rahmen Ihrer Weiterbildung fördern. Sie können jederzeit auf mich zukommen. 

Auf die Weiterbildungsordnung der Ärztekammer des Landes Mecklenburg-Vorpommern wird ausdrücklich verwiesen. Diese ist auf der Website unserer Ärztekammer einsehbar.

Dort haben Sie auch Zugriff auf Ihr Logbuch, das Sie während Ihrer Weiterbildung begleiten wird. Auch finden Sie dort die geforderten Weiterbildungsinhalte und Untersuchungszahlen.

Den psychiatrischen Rotationsassistenten vermitteln wir die für die psychiatrische Weiterbildung geforderten Ausbildungsinhalte zunächst im Rahmen einer Tätigkeit auf unserer Stroke unit und gegebenenfalls gerne, wenn Sie wollen, nachfolgend auf der neurologischen Station. Auf der Stroke unit ist eine kontinuierliche Anleitung gewährleistet. Auch lernen Sie gerade dort neurologische Situationen kennen, die für eine akutpsychiatrische Tätigkeit wichtig sind.

Step by step zum Facharzt:

Über einen Zeitraum von zwei Wochen werden Sie einem assistenzärztlichen Kollegen zugeteilt, der Sie in die Organisation unserer Abteilung, wie unser Klinikinformationssystem, intensiv einführen soll. Gehen Sie einfach mit diesem Kollegen während der ersten Tage bei uns mit.

Eine Beteiligung an dem neurologischen Bereitschaftsdienst erfolgt frühestens nach sechs Wochen Ihrer Tätigkeit bei uns, in Abhängigkeit von Ihren Vorkenntnissen. Vorab wird Herr Prof. Dr. Jörn Peter Sieb dazu mit Ihnen sprechen und schriftlich Ihre Befähigung zur Teilnahme am Neurologischen Bereitschaftsdienst in einem Brief an Sie dokumentieren. Sie leisten Ihre Bereitschaftsdienste in Kooperation mit dem fachärztlichen Hintergrunddienst ab. Ihr Hintergrund ist für Sie verantwortlich und man wird Sie jederzeit allumfänglich unterstützen. Sie erlernen während Ihrer Bereitschaftsdienste essentielle Kenntnissen und Fertigkeiten bei der Versorgung von akut-neurologischen Krankheitsbildern.

 

Bereits während Ihrer Bewerbung wird darüber gesprochen, welche Weiterbildungsinhalte Sie bereits  schon extern von erworben haben und was noch erforderlich ist, um die Facharztausbildung abzuschließen. In der ersten Orientierungsphase bei uns führt Herr Prof. Dr. J.P. Sieb ein erstes Perspektivgespräch zu Ihrer Weiterbildung. Im Gesprächs wird der Ausbildungsgang bei uns festgelegt. Es erfolgen jährlich Weiterbildungsgespräche. Hierzu wird ein Protokoll erstellt und das Gespräch in Ihrem Logbuch dokumentiert. Ziel dieser Weiterbildungsgespräche ist es, den Ablauf Ihrer Weiterbildung für die folgenden 12 Monate zu planen.

Sie sollen das Logbuch der Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern vor diesen Weiterbildungsgesprächen jeweils aktualisieren. Unbedingt müssen Sie die von Ihnen erstellten Untersuchungsbefunde sammeln, sodass Ihre Tätigkeit eindeutig dokumentiert ist.

Zum Abschluss Ihrer Weiterbildungszeit bei uns erhalten Sie ein Weiterbildungszeugnis. Dies kann innerhalb weniger Tage erstellt werden, sofern Ihre Unterlagen komplett sind.

Wichtig ist, dass das Weiterbildungszeugnis kein Arbeitszeugnis ist. Arbeitszeugnisse werden von der Ärztekammer bei der Anmeldung zur Facharztprüfung nicht anerkannt.

Eine Reihe von Ausbildungsinhalten werden Sie über die gesamte Weiterbildungszeit erwerben. Die von der Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern geforderten Weiterbildungsinhalte können Sie bei uns komplett erwerben. Einige Ausbildungsinhalte lernen Sie aufgrund der fachlichen Ausrichtung unserer Abteilung besonders intensiv kennen. Hier wollen wir Ihnen dazu einige Hinweise zum Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in den jeweiligen Bereichen geben:  

• der ethischen, wissenschaftlichen und rechtlichen Grundlagen ärztlichen Handelns

• der ärztlichen Begutachtung:

Herr Prof. Dr. J.P. Sieb ist Gutachter u.a. der ‚Schlichtungsstelle für Arzthaftpflichtfragen der norddeutschen Ärztekammern‘ und dem Landgericht Berlin. Auch ist er zertifizierter Gutachter der ‚Deutschen Gesellschaft für Neurowissenschaftliche Begutachtung‘. Er wird Sie gegebenenfalls bei der Erstellung von Gutachten beteiligen.

• den Maßnahmen der Qualitätssicherung und des Qualitätsmanagements:

Die Neurologische Klinik beteiligt sich am ‚Qualitätssicherungsprojekt Schlaganfall Nordwestdeutschland‘. Die Eingabe der Daten erfolgte nicht-ärztlich durch eine Dokumentationsassistentin. Unser Klinikum beteiligt sich an der ‚Initiative Qualitätsmedizin (IQM)‘.

• der ärztlichen Gesprächsführung einschließlich der Beratung von Angehörigen

• psychosomatischen Grundlagen

• der interdisziplinären Zusammenarbeit

• der Ätiologie, Pathophysiologie und Pathogenese von Krankheiten

• der Aufklärung und der Befunddokumentation

• labortechnisch gestützten Nachweisverfahren mit visueller oder apparativer Auswertung (Basislabor)

• medizinischen Notfallsituationen Im Rahmen des Bereitschaftsdienstes und selbstredend im Rahmen des intensivmedizinischen Ausbildungsmoduls werden Sie erlernen, adäquat in medizinischen Notfallsituationen zu reagieren. Der Erwerb der Zusatz-Weiterbildung ‚Notfallmedizin‘ wird vom Helios Hanseklinikum Stralsund unterstützt. Kommen Sie bei Interesse auf Herrn Prof. Dr. J. P. Sieb zu.  

• den Grundlagen der Pharmakotherapie einschließlich der Wechselwirkungen der Arzneimittel und des Arzneimittelmissbrauchs

• der Durchführung von Impfungen

• der allgemeinen Schmerztherapie

• der interdisziplinären Indikationsstellung zur weiterführenden Diagnostik einschließlich der Differentialindikation und Interpretation radiologischer Befunde im Zusammenhang mit gebietsbezogenen Fragestellungen.
Werktäglich erfolgen bei uns Radiologie-Konferenzen. Herr Prof. Dr. J.P. Sieb verfügt über die ‚Fachkunde im Strahlenschutz nach Röntgenverordnung‘.

• der Betreuung von Schwerstkranken und Sterbenden
Dies erfolgt insbesondere während des Weiterbildungsmoduls ‚Neurologische Intensivmedizin und Intermediate Care Unit (ICU)‘.

• den psychosozialen, umweltbedingten und inter-kulturellen Einflüssen auf die Gesundheit

• gesundheitsökonomischen Auswirkungen ärztlichen Handelns

• den Strukturen des Gesundheitswesens

• der Vorbeugung, Erkennung, Behandlung, Nachsorge und Rehabilitation neurologischer Krankheitsbilder und Defektzustände

Insbesondere im Rahmen Ihrer Stroke unit-Tätigkeit werden Sie an die Rehabilitation neurologischer Krankheitsbilder herangeführt. Dort besteht eine intensive Zusammenarbeit innerhalb des Stroke unit-Teams mit Physio- und Ergotherapie sowie Logopädie. Dort erfolgen tägliche Besprechungen mit den Therapeuten. Entsprechend erfolgt dies auf der neurologischen Station insbesondere im Rahmen der dort etablierten ‚Multimodale Komplexbehandlung bei Morbus Parkinson und atypischem Parkinson-Syndrom‘. Der Aufbau einer neurologischen Frührehabilitation wird derzeit geplant.  

• der neurologisch-psychiatrischen Anamneseerhebung einschließlich biographischer und psychosozialer Zusammenhänge, psychogener Symptome sowie somatopsychischer Reaktionen 

Es besteht eine enge Kooperation mit der Psychiatrischen Klinik im Helios Hanseklinikum Stralsund. Dort besteht auch die Option, dass Sie Ihr psychiatrisches Weiterbildungsjahr im Rahmen der neurologischen Weiterbildung absolvieren. Herr Prof. Dr. J.P. Sieb wird Sie bei der Terminierung dieser Rotation unterstützen. Zumeist erfolgt die psychiatrische Weiterbildung bei uns im vierten Jahr der neurologischen Facharztausbildung. Im Rahmen ihrer Tätigkeit betreuen Sie bei uns Patienten mit akut-psychiatrischen Krankheitsbildern, einem Delir, Suchterkrankungen oder dissoziativen Störungen.

• der Indikationsstellung und Überwachung neurologischer und physikalischer Behandlungsverfahren
Es gilt wiederum: Insbesondere im Rahmen Ihrer Stroke unit-Tätigkeit werden Sie an die Rehabilitation neurologischer Krankheitsbilder herangeführt. Dort besteht eine intensive Zusammenarbeit innerhalb des Stroke unit-Teams mit Physio- und Ergotherapie sowie Logopädie. Dort erfolgen tägliche Besprechungen mit den Therapeuten. Entsprechend erfolgt dies auf der neurologischen Station insbesondere im Rahmen der dort etablierten ‚Multimodale Komplexbehandlung bei Morbus Parkinson und atypischem Parkinson-Syndrom‘.

• der Indikationsstellung und Auswertung neuroradiologischer Verfahren Werktäglich erfolgen bei uns Radiologie-Konferenzen. Der Erwerb der ‚Fachkunde im Strahlenschutz nach Röntgenverordnung‘ wird unterstützt.

• der interdisziplinären diagnostischen und therapeutischen Zusammenarbeit auch mit anderen Berufsgruppen der Gesundheitsversorgung wie der Krankengymnastik, Logopädie, Neuropsychologie und Ergotherapie einschließlich ihrer Indikationsstellung und Überwachung entsprechender Maßnahmen

Es gilt wiederum: Insbesondere im Rahmen Ihrer Stroke unit-Tätigkeit werden Sie an die Rehabilitation neurologischer Krankheitsbilder herangeführt. Dort besteht eine intensive Zusammenarbeit innerhalb des Stroke unit-Teams mit Physio- und Ergotherapie sowie Logopädie. Dort erfolgen tägliche Besprechungen mit den Therapeuten. Entsprechend erfolgt dies auf der neurologischen Station insbesondere im Rahmen der dort etablierten ‚Multimodale Komplexbehandlung bei Morbus Parkinson und atypischem Parkinson-Syndrom‘.

• der Indikationsstellung soziotherapeutischer Maßnahmen

• der gebietsbezogenen Arzneimitteltherapie

• den Grundlagen der gebietsbezogenen Tumortherapie

• der Betreuung palliativmedizinisch zu versorgender Patienten

• neurologisch-geriatrischen Syndromen und Krankheitsfolgen einschließlich der Pharmakotherapie im Alter Herr Prof. Dr. J.P. Sieb verfügt über die Zusatzbezeichnung Geriatrie.

• den Grundlagen neurologisch relevanter Schlaf- und Vigilanzstörungen Die Neurologie ist am interdisziplinären Schlaflabor beteiligt.

• den Grundlagen der Verhaltensneurologie und der medizinischen Neuropsychologie

• den Grundlagen hereditärer Krankheitsbilder einschließlich der Indikationsstellung für eine humangenetische Beratung Zunehmend besteht in der Neurologie die Möglichkeit, hereditäre Krankheitsbilder molekulargenetisch zu diagnostizieren. Hier werden wir Ihnen auch die ethischen und rechtlichen Inhalte vermitteln. Innerhalb eines Jahres wurden bei uns u.a. die folgenden Diagnosen gestellt: Kongenitales Myasthenie-Syndrom durch Rapsyn-Defizienz. Dazu gibt es eine Publikation von uns. Spinobulbäre Muskelatrophie Typ Kennedy Myotonie Muskeldystrophie Typ 1 (Curschmann-Steinert) und Typ 2 (PROMM)

• der Hirntoddiagnostik

Das Helios Hanseklinikum Stralsund wurde für besonderes Engagement bei Organspenden ausgezeichnet. Die Neurologie ist selbstredend in besonderem Maße an der Feststellung des irreversiblen Hirnfunktionsausfalls beteiligt. Die ‚Vierte Fortschreibung der Richtlinie zur Feststellung des irreversiblen Hirnfunktionsausfalls der Bundesärztekammer‘ wird Ihnen im Rahmen Ihrer Weiterbildung vermittelt.

• der Indikationsstellung, sachgerechten Probengewinnung und -behandlung für Laboruntersuchungen und Einordnung der Ergebnisse in das jeweilige Krankheitsbild

• der intensivmedizinischen Basisversorgung

Sie werden, je nach individuellem Ausbildungsstand, allgemein 6 bis 18 Monate dem Weiterbildungsmodul ‚Neurologische Intensivmedizin und Intermediate Care Unit (ICU)‘ Stroke Unit zugeteilt. Zumeist beginnt Ihre Weiterbildung bei uns mit diesem Modul.

Wir versorgen eine Intermediate Care Unit mit sieben Monitorbetten. Hier werden neben Patienten mit akuten Schlaganfällen das gesamte neurologische Spektrum akut-bedrohlicher Krankheitsbilder versorgt. Neben zirka 750 Schlaganfällen pro Jahr werden hier mehr als 250 Patienten mit anderen überwachungspflichten Erkrankungen versorgt, wie zum Beispiel mit einer Meningoenzephalitis, mit einer myasthenen Krise, mit einem Guillain-Barré-Syndrom oder im Rahmen eines Anfallsgeschehens.

Unsere Schlaganfallversorgung ist als überregionale Stroke unit zertifiziert und eine 24-Stunden-Thrombektomiebereitschaft wird gewährleistet. Die Schlaganfallversorgung ist detailliert im ‚Stroke Manual‘ geregelt, das im Intranet abrufbar ist. Die interdisziplinäre Durchführung der Thombektomie erfolgt entsprechend einer zusammen mit der Radiologie und der Anästhesie aufgestellten Verfahrensanweisung Weiterhin werden Sie in dieser Zeit zusammen mit dem Oberarzt/der Oberärztin der Stroke unit den neurologischen Anteil der Intensivstation versorgen. Hier gilt es alle für die neurologische Intensivmedizin erforderlichen Kenntnisse und Fertigkeiten zu erwerben.

Im Rahmen ihrer Tätigkeit in diesem Ausbildungsmodul erfolgt durch Sie die intensivmedizinische Basisversorgung von Patienten mit neurologischen und nicht-neurologischen Krankheitsbildern. Dazu gehörte insbesondere die Erstellung von Infusionsplänen sowie Plänen zur enteralen bzw. parenteralen Ernährung von Patienten.

Weiterhin gehören zu Ihrer Tätigkeit die Vitalüberwachung sowie Aspekte der Sauerstofftherapie und Atmungsunterstützung sowie die Steuerung des Flüssigkeits- und Säure-Basen-Haushalts. Hierbei erlernen Sie die Anlage von zentral-venösen Zugängen, die arterielle Druckmessung sowie die Lumbalpunktion unter erschwerten Bedingungen des intensivpflichtigen Patienten. Ggf. werden wir dabei auch von der Anästhesie unterstützt. Die Verfahrensanweisung ‚Zentraler Venenkatheter (ZVK)‘ sei zum Beispiel besonders hervorgehoben.

Sie sollen für sechs Monate auf unserer interdisziplinären Stroke unit eingesetzt werden. Auch beschäftigten Sie sich intensiv mit spezifischen Aspekten der Neurologie innerhalb der Intensivmedizin, wie die Diagnose der Critical-Illness-Polyneuropathie bzw. -Myopathie. Weiterhin unterstützten Sie die fachärztliche Feststellung des irreversiblen Hirnfunktionsausfalls (‚Hirntod‘). Während dieser Zeit sollen Sie insbesondere die folgenden Ausbildungsinhalte erwerben und die in der Weiterbildungsordnung geforderte Anzahl von Untersuchungen ableisten: 

  • Funktionsanalysen bei Sprach-, Sprech- und Schluckstörungen

Diese erfolgen in Kooperation mit der Logopädie. Auf der Stroke unit werden Sie u.a. an fiberendoskopischen Schluckuntersuchungen (FEES) beteiligt. Ein Oberarzt verfügt über das FEES-Ausbilder-Zertifikat. 

  • Sonographische Untersuchungen und Doppler-/Duplex-Untersuchungen extrakranieller hirnversorgender Gefäße und intrakranieller Gefäße in angemessener Relation:

Bei 750 Schlaganfall-Patienten jährlich können Sie rasch Kompetenz bei der Durchführung von Ultraschalluntersuchungen erwerben. Dies sollte ergänzt werden durch die Teilnahme an externen Ultraschallkursen. 

  • verhaltensneurologische und neuropsychologische Testverfahren
  • neurologische Befunderhebung bei Störungen der höheren Hirnleistungen, z. B. der Selbst- und Defizitwahrnehmungen, der Motivation, des Antriebs, der Kommunikation, der Aufmerksamkeit, des Gedächtnisses, der räumlichen Fähigkeiten, des Denkens, des Handels und der Kreativität: auch in Kooperation mit unserer Logopädie, der Ergotherapie und dem psychiatrischen Konsildienst 
  • Erstellung von Rehabilitationsplänen, Überwachung und epikritische Bewertung der Anwendung von Rehabilitationsverfahren 
  • Punktions- und Katheterisierungstechniken einschließlich der Gewinnung von Untersuchungsmaterial aus dem Liquorsystem: Gerade auch unter den erschwerten Bedingungen der Notfallversorgung.  Infusions-, Transfusions- und Blutersatztherapie, enterale und parenterale Ernährung

Auf unserer neurologischen Akutstation werden neurologische Erkrankungen aus dem gesamten Spektrum der Neurologie betreut. Die Schwerpunkte der Versorgung sind die neuroimmunologischen Erkrankungen, die neuromuskulären Erkrankungen, wobei viele Patienten auch überregional zu uns kommen, die Bewegungsstörungen einschließlich der Einstellung auf die Duo-Dopa- und Apomorphin-Pumpentherapie und die Epilepsie.

Neben der allgemeinen Ausbildung mit Erwerb von vertieften Kenntnissen in Therapie und Diagnose neurologischer Erkrankungen auf Facharztstandard sollen insbesondere die folgenden der Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern geforderten Ausbildungsinhalte während dieses Ausbildungsganges erfüllt werden: 

  • Elektroenzephalographie 
  • Funktionsdiagnostik des autonomen Nervensystems 
  • Funktionsanalysen bei peripheren und zentralen Bewegungsstörungen und Gleichgewichtsstörungen 
  • neuro-otologische Untersuchungen, z. B. experimentelle Nystagmusprovokation, spinovestibuläre, vestibulospinale und zentrale Tests 
  • verhaltensneurologische und neuropsychologische Testverfahren 
  • neurologische Befunderhebung bei Störungen der höheren Hirnleistungen, z. B. der Selbst- und Defizitwahrnehmungen, der Motivation, des Antriebs, der Kommunikation, der Aufmerksamkeit, des Gedächtnisses, der räumlichen Fähigkeiten, des Denkens, des Handels und der Kreativität: auch in Kooperation mit unserer Logopädie, der Ergotherapie und dem psychiatrischen Konsildienst

Sie werden im Rahmen der neurologischen Weiterbildung zumindest sechs Monate ganztags der Neurophysiologie zugeordnet. Sie sollen dabei vertiefte Kenntnisse in der neurophysiologischen Diagnostik erwerben.

Sie sollen während dieser Zeit sicher die folgenden Untersuchungsverfahren erlernen und die geforderte Anzahl von Untersuchungen durchführen:

• Elektromyographie

• Elektroneurographie einschließlich der kortikalen Magnetstimulation

• Visuelle, somato-sensible, akustisch evozierte Potenziale Sie sollen erlenen, dass EEG selber sicher abzuleiten, und die geforderte Anzahl von EEG-Befundungen vervollständigen.

Unser Neurophysiologie-Labor verfügt über zwei qualifizierte Funktionsassistentinnen. Ggf. können Sie Zertifikate der ‚Deutschen Gesellschaft für klinische Neurophysiologie (DGKN)‘ bei uns erwerben. Seit 15 Jahren führen wir das ‚Stralsunder Neurophysiologie-Wochenende‘ im Herbst durch mit Teilnehmern aus dem gesamten deutschsprachigen Raum.

Am Ende Ihre Weiterbildungszeit werden Sie als schon erfahrener Kollege Konsile übernehmen und prästationäre Patienten betreuen.

Interne Fortbildungen

„Facharztkurs“

Wöchentlich und zwar donnerstags von 15:30 Uhr – 16:15 Uhr findet der neurologische Facharztkurs statt. Das Programm wird halbjährlich erstellt. Frau OÄ Dr. Mundt wird deshalb auf Sie zukommen. Es wird erwartet, dass Sie zumindest einmal in sechs Monaten mit einem Fortbildungsvortrag aktiv werden. Sie können Ihr Thema frei wählen – ansonsten werden wir Sie gern bei des Wahls der Thematik unterstützen. Ihr Vortrag soll, wenn möglich, auch die ‚Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie‘ darstellen. Wir wollen Ihnen diese Leitlinien während Ihrer Weitebildung vollumfänglich vermitteln.

 

M&M-Konferenz

Interdisziplinär findet monatlich im Klinikum die M&M-Konferenz statt. Hier werden Fälle vorgestellt, bei denen sich interdisziplinärer Abstimmungsbedarf und Verbesserungspotenzial zeigt. Ihre regelmäßige Teilnahme ist erwünscht, auch wenn es nicht primär um eine neurologische Thematik geht.

Fortbildungsveranstaltungen

Im Jahresverlauf führen wir als Klinik große Fortbildungsveranstaltungen durch. Dies ist im Frühjahr der alljährliche ‚Stralsunder Schlaganfall-Tag‘ und im Herbst stattfindende ‚Stralsunder Neurophysiologie Wochenende‘ mit Teilnehmern aus dem gesamten deutschsprachigen Raum.

Externe Fortbildungsveranstaltungen

Ihnen steht jährlich ein persönliches Fortbildungsbudget von derzeit zirka 800,00 € zur Verfügung. Im Spätherbst des Jahres erstellen wir den Fortbildungsplan für alle Mitarbeiter der Klinik. Sie sollten dann die von Ihnen geplanten externen Fortbildungsveranstaltungen anzeigen. Es bietet sich insbesondere die Teilnahme an einem EEG-Ausbildungskurs und an Ultraschallkursen z.B. der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin – DEGUM an. Weiterhin empfiehlt sich, dass Sie zumindest einmal während Ihrer Weiterbildung einen großen neurologischen Fachkongress besuchen. Dies sind in erster Linie die Arbeitstagung NeuroIntensivMedizin (ANIM) und die jährlichen Kongresse der Deutschen Gesellschaft für klinische Neurophysiologie (DGKN) sowie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN).

Vor Teilnahme müssen Sie einen Reiseantrag stellen und Ihre Reisekosten innerhalb von vier Wochen nach Ende der Veranstaltung abrechnen.

 

Fortbildungsveranstaltungen in anderen Helios-Krankenhäusern

Die neurologischen Fachabteilungen haben ein eigenes Fortbildungskonzept erarbeitet. Hier bietet sich die Teilnahme an den von diesen Fachabteilungen angebotenen Fortbildungsveranstaltungen an. Dies ist zum Beispiel ein Kursus zur Liquorzytologie.

 

Fortbildungsveranstaltungen der pharmazeutischen Industrie

Entsprechend der Transparenzregeln unseres Krankenhausträgers ist die Teilnahme an von der Industrie organisierten Veranstaltungen grundsätzlich nicht möglich. Sie werden hierfür keine sogenannte Dienstherrengenehmigung erhalten.

Elektronisch haben Sie via Intranet Zugang zu einer umfangreichen medizinischen Helios-Bibliothek vielfach mit direkt Zugriff auf die relevanten Journale. Die Bibliothek bietet einen kompletten Service an einschließlich der Fernleihe von Büchern.

Wenn Sie wollen, können Sie unter Anleitung von Herrn Prof. Dr. J.P. Sieb ein Dissertationsprojekt bearbeiten. Die Promotion würde dann durch die Universität Bonn erfolgen.

 

Viel Erfolg und Freude bei Ihrer Weiterbildung bei uns in Stralsund!

Prof. Dr. J.P. Sieb

Ihr Ansprechpartner

Prof. Dr. med. Jörn Peter Sieb

Chefarzt Neurologie
Prof. Dr. med. Jörn Peter Sieb

Kontaktdaten

Telefon: (03831) 35-2550
E-Mail: E-Mail senden

Erreichbarkeit

Montag bis Freitag: 08:00 bis 16:00 Uhr

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