Station 56 - Entgiftung

Herzlich willkommen auf der Station 56 am Helios Hanseklinikum Stralsund. Der Schwerpunkt dieser Station liegt in der Behandlung von Suchterkrankungen, speziell der Entgiftung.

Station Station 56
Lage Krankenhaus West, Haus 3
Fachbereich(e) Psychiatrie und Psychotherapie, Suchtmedizin
Stationsleitung Michael Lucht
Telefon Stationszimmer (03831) 45-1710

Erwachsene mit Störungen durch Suchtmittel aller Art (Alkohol, Medikamente oder Schlaf-, und Beruhigungsmittel, Drogen; auch Spielsucht) können bei uns behandelt werden. Häufig gleichzeitig bestehende psychische Begleiterkrankungen wie z.B. Depressionen, Angsterkrankungen und Persönlichkeitsstörungen sowie körperliche Erkrankungen werden mitbehandelt. 

Die Zuweisung erfolgt durch Übernahme aus dem Krankenhaus oder durch die Einweisung niedergelassener Ärzte.

Im Notfall können Sie auch direkt bei uns aufgenommen werden, bitte rufen Sie aber vorher an wegen eines freien Bettes.

Entgiftungen dauern 2 Wochen; bei zusätzlich bestehenden psychischen Erkrankungen kann bis zu 4-6 Wochen behandelt werden. Hierzu erfolgt eine Absprache bei der Aufnahme. 

Viele, die zu uns kommen, verstehen erst einmal die Welt nicht mehr. „Ich soll süchtig sein?“ Diese Frage löst bei den meisten Menschen zunächst Widerwillen aus. Keine Sorge: eine Aufnahme bei uns ist noch keine Diagnose. Wir helfen Ihnen, offen und ehrlich einen eigenen Standpunkt zu finden. Viele sind nicht sicher, ob sie nie mehr Alkohol trinken wollen.

Andere sind in einer schwierigen Lebenssituation (Arbeitslosigkeit, Scheidung etc.) und haben den „Faden“ im Leben verloren. Diese Probleme klären wir mit Ihnen und suchen gemeinsam nach Lösungen für Sie. Meistens steht zunächst eine Entgiftungsbehandlung im Vordergrund. Wir entziehen immer „warm“, d. h. wir versuchen, den Entzug mit Medikamenten so erträglich wie möglich zu gestalten.

Wir setzen zur Vermeidung von Rückfällen keine übelkeitserzeugenden Substanzen ein Ein Rückfall ist immer ein Grund zu sofortiger Behandlung; bei Ihrem Arzt, Suchtberater, oder bei uns. Wir sehen einen Rückfall nicht als persönliches Versagen, sondern als medizinisches und psychologisches Problem. Rückfälle besprechen wir lösungorientiert, also ohne erhobenen Zeigefinger.

Unsere Grundhaltung Ihnen gegenüber ist grundsätzlich freundlich und zugewandt. Auf Ihren Wunsch werden Angehörige in die Therapie mit einbezogen. Nach der Behandlung des akuten Entzuges bieten wir ein einzel- und gruppentherapeutisches Kurzprogramm mit folgenden Inhalten an:

  • Klärung des eigenen Standpunktes: „Was will ich und was ist zu tun?“
  • Informationen zu Suchtmitteln
  • Erlernen von Fähigkeiten zur Linderung von „Suchtdruck“ (Ihr persönlicher Notfallkoffer)
  • Konsequente Behandlung von rückfallauslösenden seelischen Zuständen (Unruhe, Reizbarkeit, Depression, Traurigkeit, Angst, Ärger, Impulsivität etc.)
  • Sozialarbeit zur Klärung schwieriger sozialer Situationen (Schulden, Wohnungslosigkeit, Arbeit)
  • Vermittlung von weiterführende Therapien (z.B. Entwöhnungs-behandlung, soziotherapeutische Nachsorgeeinrichtung, Psycho-therapie) sowie in eine Suchtberatungsstelle oder Selbsthilfegruppe
  • Sport, Handwerk, Kunst, Handarbeit, Entspannungstherapie, Kochen
  • Zuallererst: einen klaren Kopf
  • Zahlreiche Möglichkeiten zur Verbesserung der seelischen und körperlichen Gesundheit
  • In einer eigenen Untersuchung an mehr als 100 Patienten zeigten sich bereits in den ersten 7 Tagen deutliche Besserungen bei Frische und Energie, Lockerheit/Optimismus, Ruhe und Entspannung, Schlaf, Zittern und Schwitzen. Übrigens: wir haben absolute Schweigepflicht. Krankmeldungen für den Arbeitgeber erhalten Sie in neutraler Form ohne Angabe der Klinik und Diagnose.

Die durchschnittliche Behandlungsdauer beträgt auf unserer Station vier bis acht Wochen. Allerdings entscheidet natürlich die Schwere der Erkrankung und die Geschwindigkeit des Heilungsverlaufes über die individuelle Behandlungsdauer. Nach der vollstationären Behandlungsphase ist im individuellen Falle eine tagesklinische Behandlungsphase von ein oder mehreren Wochen als Übergang in die Häuslichkeit sinnvoll. 

Ihr Ansprechpartner

Prof. Dr. Michael Lucht

Stellv. Leiter der Psychiatrie und Psychotherapie, Leitender Oberarzt und Leiter der Suchtmedizin
Prof. Dr. Michael Lucht

E-Mail

Telefon

(03831) 45-1700