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Patientenwissen

Rund um Erkrankungen, Verletzungen und Behandlungsmöglichkeiten der Schulter

Erkrankungen und Schmerzen in der Schulter bedeuten häufig erhebliche Einschränkungen im täglichen Leben. Die Möglichkeiten der modernen Medizin bieten viele konservative und operative Behandlungswege.

Nähere Informationen zu einigen Krankheitsbildern der Schulter

(Synonyme: AC-Gelenksarthrose) 

Was ist eine Schultereckgelenksarthrose?
Das Schultereckgelenk, auch Akromioklavikulargelenk oder kurz AC-Gelenk genannt ist das Gelenk zwischen Schulterdach (Akromion) und dem Schlüsselbein (Clavikula). Kommt es in diesem Gelenk zu Verschleißerscheinungen z.B. durch Sport, körperliche Arbeit oder nach Verletzungen, so spricht man von einer Schultereckgelenkarthrose oder AC-Gelenk Arthrose.
 
Welche Beschwerden verursacht die Schultereckgelenkarthrose?
Die Schultereckgelenkarthrose verursacht wie jede Verschleißerkrankung eines Gelenkes knöcherne Veränderungen. Neben der Verschmälerung des Gelenkspaltes kommt es vor allem zu einer Knochenneubildung (Osteophyten). Diese können nach oben wachsen und als mehr oder weniger schmerzhafte Auftreibungen über dem Schultereckgelenk von außen sichtbar sein. Durch nach unten wachsende Osteophyten kann es zu Reizungen von Sehne und Schleimbeutel kommen, dies führt dann zu Schmerzen vor allem im Oberarm und bei Drehbewegungen des Arms. Oftmals beschreiben die Patienten ebenfalls ziehende Schmerzen vom Schultereckgelenk in den Hals.
 
Wie stellt der Arzt die Diagnose?
Grundlage der Diagnose ist die gezielte körperliche Untersuchung durch den spezialisierten Arzt. Im Röntgenbild sind zeigen sich dann oftmals die typischen Veränderungen wie Verschmälerung des Gelenkspaltes und Osteophyten. Die Kernspintomographie ist ideal um die Osteophyten, die in den Raum unter dem AC-Gelenk hineinreichen genau zu beurteilen.
 
Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?
Vor operativen Maßnahmen sollte immer zunächst eine konservative d.h. nicht operative Behandlung versucht werden. Dazu zählen schmerzstillende und entzündungshemmende Medikamente und Spritzenbehandlung. Kann dadurch keine oder nur unzureichende Linderung der Beschwerden erzielt werden kann über ein operatives Vorgehen nachgedacht werden.
 
Waren früher offene Eingriffe mit Schnitt über dem Schultergelenk Standard, hat man heute dieses Vorgehen weitgehend verlassen. Aus diesem Grund sollte heute, auch wenn technisch anspruchsvoller, das Gelenk mit der Arthroskopie (Schlüssellochverfahren) operiert werden. Bei der Operation wird der verschmälerte Gelenkspalt wieder hergestellt indem das äußerste Ende vom Schlüsselbein mit einer kleinen Fräse etwas gekürzt wird. Die Osteophyten die auf Sehne und Schleimbeutel drücken werden dabei ebenfalls abgetragen. Nach der Operation klingen die Beschwerden meist schnell ab und der Arm kann schnell wieder belastet werden. Eine Ruhigstellung des Arms in einer Schiene oder im Gips ist nicht notwendig.

(Synonyme: Omarthrose; Arthrose des Schulterhauptgelenkes)

Wie entsteht eine Arthrose im Schultergelenk?
Der Gelenkknorpel am Schultergelenk wird im Vergleich zu anderen Gelenken wie dem Knie- oder dem Hüftgelenk mechanisch weniger beansprucht. Deshalb ist die Arthrose am Schultergelenk seltener als an Knie oder Hüfte. Die zunehmende Anzahl der jährlich in Deutschland implantierten künstlichen Schultergelenke (ca. 15.000)  zeigt jedoch, dass Sie mit diesem Problem nicht alleine sind.
 
Ursachen für die Entstehung einer Schulterarthrose (Omarthrose) können eine gewisse erbliche Belastung oder eine mechanische Überlastung sein. Häufig ist auch ein vorausgegangener Unfall oder eine entzündliche Gelenkerkrankung. Durch den zunehmenden Verschleiß des Gelenkknorpels kommt es mit der Zeit zu einem Aneinanderreiben der Gelenkflächen von Oberarmkopf und Schulterpfanne. In der Folge treten zunehmende bewegungsabhängige Beschwerden und schließlich eine Bewegungseinschränkung im Schultergelenk auf. Häufig ist auch die Nachtruhe durch die bestehenden Schulterschmerzen beeinträchtigt und führt so zu einer oft erheblichen Beeinträchtigung der Lebensqualität.
 
Wie wird die Diagnose gesichert?
Die Diagnose einer Schulterarthrose kann oftmals bereits durch eine genaue Untersuchung und Befragung des Patienten gestellt werden. Eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung verbunden mit Reibegeräuschen sowie nächtliche Schmerzen sind wegweisend für eine Schulterarthrose (Omarthrose).Im Röntgenbild zeigt sich der Gelenkverschleiß dadurch, dass der Gelenkspalt zwischen Oberarmkopf und Gelenkpfanne eingeengt oder bereits völlig aufgebraucht ist. Dadurch reiben die Gelenkpartner aufeinander. Der Oberarmkopf ist häufig bereits verformt und mit knöchernen Anbauten (Osteophyten) versehen.

Für die Operationsplanung ist eine Ultraschalluntersuchung oder eine Kernspintomographie erforderlich, um die Sehnen der Rotatorenmanschette beurteilen zu können. Bei starken knöchernen Veränderungen am Schultergelenk kann auch eine Computertomographie manchmal sinnvoll sein.
 
Welche Behandlungsmöglichkeiten der Arthrose gibt es?
Im Anfangsstadium der Schulterarthrose kann durch entzündungshemmende Medikamente sowie eine begleitende manuelle Therapie oder Krankengymnastik und physikalische Anwendungen eine Linderung der Schmerzen und der Erhalt der Beweglichkeit erreicht werden. Auch Einspritzungen ins Gelenk können zumindest vorübergehend helfen. Halten die Beschwerden trotz der genannten Therapiemaßnahmen weiterhin an und schränkt sich die Bewegungsfähigkeit weiter ein, so bleibt als Behandlungsmethode häufig nur noch das Einsetzen eines künstlichen Schultergelenkes.
 
Was muß man zum Ersatz des Schultergelenkes wissen?
Welche Art von künstlichem Schultergelenk oder Schulterprothese zur Anwendung kommt, hängt von Art und Ausmaß der Gelenkzerstörung ab. Der technische Fortschritt in der Schulterprothetik ermöglicht es, dass mit modernen Implantaten die unterschiedlichsten Gelenkverschleißsituationen behandelt werden können.

Je nach Gelenkschädigung kann ein Oberflächenersatz (Kappenprothese) oder eine Oberarmkopfprothese (Kalottenersatz/Hemiprothese) erforderlich sein. Liegt zusätzlich eine Abnutzung (Arthrose) der Gelenkpfanne vor, so wird auch diese ersetzt. Die künstlichen Gelenkanteile können entweder mit oder ohne Knochenzement eingebracht werden. Dies ist vor allem abhängig von der vorliegenden Knochenqualität.

Eine inverse Prothese kommt immer dann zum Einsatz, wenn die Rotatorenmanschette nicht mehr ausreichend funktionsfähig ist. Dies ist oft nach Oberarmkopfbrüchen im Alter oder bei fehlgeschlagenen Osteosynthesen der Fall. Auch beim Ersatz einer bereits einliegenden Schulterprothese kommt oft die inverse Prothese zum Einsatz.
 
Im Helios Klinikum Siegburg wird ein voll-modulares Prothesen-System eingesetzt, dass es erlaubt alle einzelnen Komponenten individuell an den Patienten und die jeweilige Situation anzupassen. Auch bei Korrektureingriffen oder Lockerungen muss daher nicht die gesamt Prothese ausgetauscht werden, sondern nur die betroffenen Komponenten der Prothese. Auch ist der Umbau von einer anatomischen auf eine inverse Prothese mit dem gleichen Modell ohne Schaftwechsel möglich.
 
Wie erfolgt die Nachbehandlung?
Der stationäre Aufenthalt ist für einen Zeitraum von sieben bis zehn Tagen notwendig. Im Anschluss daran folgt in der Regel eine ambulante oder stationäre Rehabilitation.

Unmittelbar nach der Operation wird die betroffene Schulter in einem Schulter-Arm-Verband ruhiggestellt. Zusätzlich zum Schmerzkatheter, der während der Operation gelegt wird, erhalten Sie eine differenzierte Schmerztherapie. Am ersten postoperativen Tag wird in der Regel die Gelenkdrainage entfernt und unter physiotherapeutischer Anleitung bereits mit passiven Bewegungsübungen begonnen. Hinzu kommen Bewegungsübungen auf der Schulterbewegungsschiene. Die genaue Nachbehandlung hängt vor allem vom jeweiligen Prothesentyp sowie davon ab, ob zusätzlich Sehnen genäht wurden. Der Schulter-Arm-Verband wird für vier bis sechs Wochen belassen. Die Gesamtbehandlungsdauer umfasst einen Zeitraum von vier bis sechs Monaten.

(Riss, Reizung)


Welche Erkrankungen der Bizepssehne sind häufig?
Die Reizung und schmerzhafte Veränderungen bis zum Riss der langen Bizepssehne am Oberarm ist eine der häufigsten degenerativen und traumatischen Veränderungen am Schultergelenk. Charakteristisch sind Schmerzen bei der Bewegung des Armes nach hinten und beim Halten von Gewichten mit gebeugtem Arm. Auch Knackgeräusche im Schultergelenk bei der Drehung des Armes können auf Bizepssehnenerkrankungen hinweisen.
 
Wie kommt es zu einer Erkrankung der Bizepssehne?
Im Rahmen von alterungsbedingten und anlagebdingten Abbauprozessen verliert die lange Bizepssehne ihre Elastizität. Durch vermehrte und oftmals ungewohnte Aktivität kann dann eine Reizung der Sehne vor allem im Bereich der Knochenenge am Oberarmkopf einsetzen. Diese ist sehr schmerzhaft. Auch Ablösungen an der Verankerung der Sehne an der Schulterpfanne können eine Entzündung der Sehne hervorrufen. Eine Instabilität der Sehne durch Zerstörung des Halteapparates am Oberarmkopf kann ein regelmäßiges Knackgeräusch hervorrufen und führt oft zu einer schmerzhaften Entzündung. Defekte Halteapparate der Bizepssehne können langfristig die Sehnen der Rotatorenmanschette zerstören.
 
Wie kann eine Erkrankung der Bizepssehne diagnostiziert werden?
Die wichtigsten Instrumente für die Diagnosefindung sind die Krankengeschichte, d.h. die genaue Ermittlung des Beschwerdebildes und eine ausführliche körperliche Untersuchung mit Hilfe standardisierter Tests durch einen Schulterspezialisten. Zudem ist eine Kernspin-Tomographie erforderlich, um eine Ablösung der Sehne am Anker festzustellen. Allerdings ist es auch oftmals im Kernspin nicht eindeutig möglich die Ablösungen des Bizepssehnenankers zu finden. Oft ist nur die Schulterarthroskopie in der Lage den Verdacht des Behandlers zu bestätigen.
 
Welche Therapiemöglichkeiten gibt es bei der Erkrankungen der Bizepssehne?
Wenn eine ungewohnte Belastung die Ursache der Beschwerden ist, ist eine Ruhigstellung bzw. ein Vermeiden der ungewöhnlichen Belastung völlig ausreichend und führt zur Beschwerdefreiheit. Desweiteren steht die nicht-operative Behandlung mit entzündungshemmenden Medikamenten im Vordergrund. Krankengymnastik kann in der akuten Schmerzphase weder den Schmerz noch den Krankheitsverlauf beeinflussen und wird daher anfangs nicht verordnet. Bei schweren Schmerzzuständen kann eine örtliche Einspritzung von Medikamenten (in der Regel örtlich wirkenden Betäubungsmittel mit und ohne Cortison) helfen. In der Regel können so die Beschwerden innerhalb von 2-4 Wochen zum Abklingen gebracht werden.
 
Wenn diese Maßnahmen nicht zum Erfolg führen ist eine operative Behandlung erforderlich. Diese kann in der Regel arthroskopisch (Schlüsselloch-Operation) erfolgen. Dabei ist es erforderlich die Bizepssehne aus dem Schultergelenk herauszunehmen und am Oberarmkopf zu fixieren. Die Sehne wird um etwa 3-5 cm gekürzt und mittels einer Ankerschraube am Oberarmkopf befestigt. Die Kraft und Beweglichkeit des Unterarmes und der Schulter ändert sich nach der Umsetzungsoperation und der Ausheilung (nach 6-8 Wochen) nicht. Lediglich Leistungssportler können einen minimalen Kraftverlust verspüren.

Welche Nachbehandlung ist erforderlich?
Eine Ruhigstellung in der Arm-Schlinge kann für kurze Zeit hilfreich sein, ist in der Regel allerdings nicht erforderlich. Es ist notwendig den Unterarm für 6 Wochen nicht zu belasten und keine heftigen Bewegungen mit dem operierten Arm durchzuführen. Alle Bewegungen des Schultergelenkes können jedoch mit dem Krankengymnasten durchgeführt werden. Eine Rückkehr in den Beruf ist je nach Belastung nach 4-12 Wochen in der Regel möglich.

(Synonyme: Impingement-Syndrom, Supraspinatussehnensyndrom)

Was versteht man unter dem Schulterengpass-Syndrom?
Das Schulterengpass-Syndrom beschreibt Schulterschmerzen, die aufgrund einer Enge zwischen dem Oberarmkopf und dem Schulterdach entstehen. Da dieser Raum von Natur aus begrenzt ist, können sich bei einer Zunahme der Enge im Rahmen von Belastungen örtliche Schleimbeutel-Entzündungen, Sehnenveränderungen und Verkalkungen bilden, die anfangs bewegungsabhängige Schmerzen, später auch Dauerschmerzen und vor allem Nachtschmerzen hervorrufen können.
 
Wie kommt es zu einem Engpass-Syndrom?
Die Ursachen für ein Schulterengpass–Syndrom sind vielfältig. Häufig ist eine anlagebedingte Hakenform des Schulterdaches (Akromion-Knochen) für eine Neigung zum Engpass-Syndrom verantwortlich. Wenn durch Belastungen oder Reizzustände eine Schwellung der Sehne oder des Schleimbeutel auftritt, kann die Enge plötzlich zunehmen und Schmerzen verursachen. Chronische Kalkablagerungen in der Rotatorenmanschette können die Enge noch verstärken. Auch der Verschleiß des Schultereckgelenkes kann durch Knochenanbauten am Unterrand des Schultereckgelenkes eine dauerhafte Enge unter dem Schulterdach erzeugen. Die Enge führt zur Quetschung der hier verlaufenden Rotatoren-Sehnen, die hierdurch gereizt werden und sich entzünden können. Eine chronische Sehnenreizung kann zu einem Sehnenverschleiß und bis zum Sehnenriss führen.
 
Wie kann ein Engpass-Syndrom diagnostiziert werden?
Die wichtigsten Instrumente für die Diagnosefindung sind die Krankengeschichte, d.h. die genaue Ermittlung des Beschwerdebildes und eine ausführliche körperliche Untersuchung mit Hilfe standardisierter Tests durch einen Schulterspezialisten. Eine Ultraschall Untersuchung kann zusätzlich Aufschluss über den Zustand des Schleimbeutels und der Sehnen (Rotatorenmanschette) geben. Röntgenbilder geben die knöchernen Verhältnisse des Schultergelenkes wieder und machen eine Einengung des Sehnengleitraums sichtbar. Umfassende Informationen über alle Strukturen der Schulter bietet die Kernspin Untersuchung (MR-T), die vor fast jeder operativen Therapie am Schultergelenk durchgeführt wird.
 
Welche Therapiemöglichkeiten gibt es beim Engpass-Syndrom?
Für das Engpass-Syndrom gibt es je nach Ursache verschiedene Behandlungsstufen. Die erste Stufe umfasst Salbentherapie, örtliche Kälteanwendungen und begleitende schmerzstillende Medikamente. Im weiteren Verlauf können gezielte Krankengymnastik und eine örtliche Spritzen-Therapie notwendig werden, um den Reizzustand unter dem Schulterdach zu reduzieren. Viele Engpass–Syndrome sind hierdurch zumindest zur vorübergehenden Ausheilung zu bringen. Wenn diese Maßnahmen über einen längeren Zeitraum trotz konsequent angewandter Therapie nicht zu einem Erfolg führen, ist oftmals eine arthroskopische Operation notwendig, um den Raum unter dem Schulterdach zu erweitern und so mehr Platz für die Sehnen zu schaffen. Hierbei kann vorhandener Kalk, der entzündete Schleimbeutel oder die Knochenanbauten des Schultereckgelenkes in einer Sitzung entfernt werden.

Was versteht man unter einer Schleimbeutel-Entzündung?
Die Schleimbeutelentzündung an der Schulter kann sehr schmerzhaft sein. Sie kann bei Patienten jeden Alters auftreten. Die Aufgabe eines Schleimbeutels besteht darin, Gleitbewegungen von Muskeln oder Sehnen zu erleichtern und die Reibung zu vermindern. Mögliche Überlastungen führen zu einem Reizzustand und schließlich zu einer Entzündung. Eine Schleimbeutelentzündung im Schulterbereich kann schnell auftreten und heftig verlaufen. Ist der Schleimbeutel unter dem Schulterdach entzündet, dann verursachen bereits geringe Bewegungen starke Schmerzen. Diese klingen in der Regel jedoch innerhalb weniger von Wochen wieder ab.

Wie kann eine Schleimbeutel-Entzündung diagnostiziert werden?
Die wichtigsten Instrumente für die Diagnosefindung sind die Krankengeschichte, d.h. die genaue Ermittlung des Beschwerdebildes und eine ausführliche körperliche Untersuchung mit Hilfe standardisierter Tests durch einen Schulterspezialisten. Ein Röntgenbild kann gegebenenfalls Ursachen wie Verkalkungen oder Gelenkverschleiß nachweisen. Umfassende Informationen über alle Strukturen der Schulter bietet die Kernspin Untersuchung (MR-T), die vor fast jeder operativen Therapie am Schultergelenk durchgeführt wird. Hier finden sich dann häufig Begleiterkrankungen, da die Schleimbeutel-Entzündung des Schultergelenkes oftmals nicht isoliert sondern in Verbindung mit anderen Erkrankungen des Schultergelenkes vorkommt.
Welche Therapiemöglichkeiten gibt es bei der Schleimbeutel Entzündung der Schulter?
Zunächst steht die nicht-operative Behandlung mit entzündungshemmenden Medikamenten und kurzer Ruhigstellung im Vordergrund. Krankengymnastik kann in der akuten Schmerzphase weder den Schmerz noch den Krankheitsverlauf beeinflussen und wird daher anfangs nicht verordnet. Bei schweren Schmerzzuständen kann eine örtliche Einspritzung von Medikamenten (in der Regel örtlich wirkenden Betäubungsmittel mit und ohne Cortison) helfen. In der Regel können so die Beschwerden innerhalb von 2 bis 4 Wochen zum Abklingen gebracht werden. Die konservative Behandlung sollte über 3-6 Monate erfolgen.

Erst wenn diese Maßnahmen nicht zum Erfolg führen ist eine operative Behandlung erforderlich. Diese kann in der Regel arthroskopisch (Schlüsselloch-Operation) erfolgen. Hierdurch kann eine zwischen 90 und 95 % Zufriedenheitsrate erzielt werden.

Welche Nachbehandlung ist erforderlich?
In vielen Fällen kann die Operation ambulant durchgeführt werden. Nach einer arthroskopischen Schleimbeutel-Entfernung ist keine weitere Ruhigstellung der Schulter notwendig. Eher wird eine frühzeitige Bewegung gewünscht. Hierzu wird begleitend eine Schmerzmedikation gegeben. Bisweilen ist auch eine begleitende krankengymnastische Behandlung erforderlich. Üblicherweise kann die Arbeit nach 4-6 Wochen wieder aufgenommen werden.

Die Durchführung der Schulterarthroskopie erfordert die vorherige Vorstellung in der Schultersprechstunde. Dort wird das genaue Operationsausmaß mit dem Operateur besprochen und die Risikoaufklärung durchgeführt. Auch wird geklärt, ob ein stationärer Aufenthalt erforderlich ist oder die Operation ambulant durchgeführt werden kann.

Narkose
Die Narkose wird in der Regel als Vollnarkose durchgeführt. Hierzu wird im Vorfeld der Operation ein Aufklärungsgespräch mit einem Arzt/einer Ärztin der Klinik für Anästhesie am HELIOS Klinikum Siegburg geführt.

Stationäre Aufnahme
Die stationäre Aufnahme erfolgt in der Regel am Operationstag morgens. Sie müssen nüchtern ins Krankenhaus kommen (es sind weder Frühstück, Kaffee noch Rauchen erlaubt). Über die Einnahme von Medikamenten sprechen Sie mit dem Operateur und dem Narkosearzt. In der Regel können Sie ihre übliche Medikation mit einem kleinen Schluck Wasser wie üblich einnehmen.

In Ihrem Zimmer werden sie für die Operation durch die Stationsschwestern vorbereitet und in den Operationstrakt gebracht. Dort wird die Narkosevorbereitung im Vorbereitungsraum der Narkoseabteilung vorgenommen. Eventuell wird ein Schmerzkatheter angelegt und ein Antibiotikum zur Vermeidung von Infektion verabreicht.

Operation
Nach Einleitung der Narkose fahren Sie in den Operationsaal. Dort wird die Schulter vom Operateur desinfiziert und die Operation wird durchgeführt. Der Eingriff dauert je nach Diagnose zwischen 30 Minuten und 2 Stunden. Dabei werden durch kleine Hautschnitte am Schultergelenk eine Kamera von etwa 4 Millimetern Durchmesser und je nach Eingriff ein bis 3 weitere Instrumente über separate etwa 1 cm große Hautschnitte in das Gelenk eingebracht. Dadurch kann ein großer Hautschnitt mit Verletzung der umgebenden Muskeln, Bänder und Sehnen vermieden werden. Außerdem können durch die Beweglichkeit der Kamera das gesamte Gelenk und die umgebenden Strukturen betrachtet und behandelt werden. Die Schulterarthroskopie ist dadurch weniger belastend für den Patienten als die offene Operation und die Heilungszeit ist geringer. Zudem ist die Rate der Infektionen und Wundheilungsstörungen bei der arthroskopischen Operation in der Regel geringer.

Nachbehandlung
Im Anschluss an die Operation erhalten Sie je nach Diagnose einen Verband und / oder eine Armschlinge. Sie werden nach dem Aufwachen in den Aufwachraum gebracht, in dem Sie sich noch etwa 30 bis 120 Minuten von der Narkose erholen können. Im Anschluss werden Sie auf Ihr Zimmer gebracht.

Wenn der Eingriff ambulant durchgeführt wurde können Sie etwa 4-6 Stunden nach Narkoseende und nach Gespräch mit dem Arzt das Krankenhaus verlassen. Sie erhalten einen Entlassungsbericht.

Wenn der Eingriff einen stationären Aufenthalt erfordert, werden Sie täglich vom Stationsarzt betreut. Der Operateur wird sie am Operationsabend besuchen und die Ergebnisse der Operation mit Ihnen besprechen. Ein Aufenthalt wird je nach Eingriffsart für 1-6 Nächte erforderlich sein.

(Synonyme: Verrenkung, Luxation)

Was versteht man unter einer instabilen Schulter?
Das Schultergelenk ist das beweglichste Gelenk des menschlichen Körpers. Das ermöglicht dem Menschen die Arme so vielseitig einzusetzen. Die Beweglichkeit wird durch eine geringe knöcherne Führung ermöglicht. Die Gelenkpfanne ist knöchern sehr klein ausgeprägt und wird durch eine knorpelige Randleiste (Labrum) erweitert, um eine ausreichende Tragfläche für den großen Oberarmkopf zu bilden. Zusätzlich werden die Gelenkpartner durch die Gelenkkapsel und die Bänder in der richtigen Position gehalten. Ein weiterer wichtiger Stabilisator für die Schulter ist die Muskulatur, die auch die Gelenkführung übernimmt. Nur ein exaktes Zusammenspiel aller Strukturen gewährleistet einen großen, kraftvollen Bewegungsumfang.

Ist das Zusammenspiel gestört oder sind einzelne Strukturen, wie Kapsel oder Bänder anlagebedingt zu schwach oder zu locker, kann sich eine Schulterinstabilität entwickeln. Das Schultergelenk hat dann zu viel „Spiel“ und bei bestimmten endgradigen Bewegungen kann es zu schmerzhaften Teilausrenkungen, sogenannten Subluxationen kommen. Bei einem extrem weiten Kapsel-Bandapparat kann es dabei sogar zu einer kompletten Ausrenkung kommen.

Viel häufiger als ein angeborener Strukturschaden ist jedoch eine unfallbedingte Ausrenkung (Luxation) der Schulter, bei der eine oder mehrere dieser Strukturen einen dauerhaften Schaden nehmen. Am häufigsten ist dabei das Labrum betroffen, das entweder von der knöchernen Pfanne abschert oder sogar mitsamt einer Knochenkante abbricht. Hat eine große Kraft diese Luxation ausgelöst, wird auch oft die Kapsel gedehnt und ist in der Folge nicht mehr so straff. Diese Ausrenkung ist sehr schmerzhaft und kann meist nicht vom Patienten selbst behoben werden. Selbst der Arzt benötigt meist eine Kurznarkose des Patienten um die Schulter wieder einzurenken.
 
Aus den Unfallschäden an Labrum und Kapsel entwickelt sich häufig eine dauerhafte Schulterinstabilität, bei der dann die Schulter schon bei Alltagsbewegungen auskugelt.

Besonders betroffen sind junge Patienten unter 30 Jahren und Patienten, die Überkopfsportarten betreiben. Aus Angst vor erneuten Luxationen werden dann jegliche Bewegungen vermieden, die eine Luxation auslösen könnten. Dies führt zu Einschränkungen im Alltag und Sportler müssen nicht selten ihre Sportart aufgeben.
 
Wie diagnostiziert man eine Schulterinstabilität?
Um dem Patienten eine Therapiemöglichkeit anbieten zu können ist zunächst die genaue Krankengeschichte wichtig. Denn die Therapie von angeborener anlagebedingter und traumatisch erworbener Schulterinstabilität unterscheidet sich deutlich. Die gezielte klinische Untersuchung zeigt das Ausmaß der Instabilität. In jedem Fall sind eine Röntgenaufnahme und eine Kernspintomographie (MR-T) der Schulter erforderlich. Eine Ultraschalluntersuchung kann zusätzliche Informationen über die Schulterstrukturen geben, insbesondere nach akuten Auskugelungen.
 
Welche Therapie ist möglich?
Da bei anlagebedingter Instabilität oft auch ein gestörtes muskuläres Zusammenspiel vorliegt, wird hier zunächst versucht durch gezielte Krankengymnastik eine Stabilisierung des Gelenks zu erreichen. Erst wenn auch nach Wochen keine Besserung abzusehen ist, raten wir zur operativen Versorgung.

Hierbei wird entweder arthroskopisch oder durch eine offene Operation die zu weite und instabile Gelenkkapsel gerafft und an der Gelenkpfanne fixiert. Zusammen mit der postoperativen Nachbehandlung und Krankengymnastik wird wieder ein stabiles Gelenk geschaffen.

Anders verhält es sich bei der traumatischen Schulterluxation. Hier raten wir vor allem bei jungen sportlichen Patienten zur sofortigen operativen Stabilisierung, da in nahezu allen Fällen bei der Luxation ein struktureller Schaden aufgetreten ist, der nur operativ wieder behoben werden kann. Wird der Schaden belassen, drohen wiederholte Ausrenkungen und in der Folge davon eine vorzeitige Arthrose (Gelenkverschleiß). Mittlerweile ist die Operation aber in den allermeisten Fällen rein arthroskopisch möglich. Dabei wird unter Kamerasicht die von der Pfanne abgerissene Gelenklippe mit Fadenankern wieder refixiert. Diese Operationsmethode ist heute so ausgereift, dass nahezu alle Patienten trotz der schwerwiegenden Schulterverletzung wieder ihr altes Sportleistungsniveau erreichen.
 
Wie erfolgt die Nachbehandlung?
Nach der Operation wird schon während des nur 2 bis 3 Tage dauernden Krankenhausaufenthalts mit der Physiotherapie begonnen. Für etwa 6 Wochen ist das Tragen einer Schulterbandage erforderlich. Hält sich der Patient in den ersten Wochen an die vorgeschriebene Nachbehandlung liegt die Rate an erneuten Luxationen bei unter 5%. Ohne Operation bei ca. 60%. Insgesamt dauert die Nachbehandlung etwa 3 Monate.

(Synonym: Frozen shoulder, Capsulitis adhaesiva)

Was ist die Schultersteife?
Die Schultersteife entwickelt sich oft schleichend in der Folge von anderen Erkrankungen oder Verletzungen der Schulter. Oftmals kommt die Schultersteife aber ohne vorangeganene Verletzung oder Erkrankung. Es entsteht eine schmerzhafte Schultersituation und die Schulter wird von Betroffenen oftmals lange ruhig gehalten und die Bewegungseinschränkung chronifiziert. Die Schmerzen verhindern eine effektive Krankengymnastik.
 
Wie ist der Krankheitsverlauf der Schultersteife?
Die Erkrankung verläuft nicht selten schubweise in mehreren Stadien. Nach einer anfänglichen schmerzhaften Bewegungseinschränkung kommt es im Verlauf zu einer schmerzarmen Steife des Schultergelenkes. Nachtschmerzen sind ebenso verbreitet wie alleinige Bewegungsschmerzen. In der frühen Phase überwiegt das nächtliche schmerzbedingte Erwachen, im späteren Verlauf dominiert der Bewegungsschmerz.
 
Wie lässt sich die Schultersteife diagnostizieren?
Am Anfang steht die ausführliche Befragung und körperliche Untersuchung durch den spezialisierten Arzt. Die genaue Diagnose ist oft schon nach dieser Untersuchung zu stellen. Eine normale Röntgenaufnahme und oftmals auch eine Kernspintomographie zeigen das Ausmaß der entzündlichen Veränderungen und Begleiterkrankungen des Schultergelenkes.
 
Welche Therapie gibt es?
Oberstes Behandlungsziel ist das Wiederherstellen der normalen schmerzfreien Beweglichkeit des Schultergelenkes. Aufgrund des Phasenhaften Verlaufes der Erkrankung ist die Behandlung den einzelnen Erkrankungsphasen anzupassen. Anfangs stehen vor allem schmerzsenkende und entzündungshemmende Medikamente sowie vorsichtige Bewegungsübungen im Vordergrund. Unterstützend können gezielte Spritzentherapien die Akutschmerzen lindern. Ein operativer Eingriff ist in diesem Stadium nicht erforderlich und sogar gefährlich.
 
Wenn der nächtliche Schmerz abgeklungen ist und die Bewegungsstörung im Vordergrund steht kann durch gezielte intensive Krankengymnastik eine Wiedererlangung der Beweglichkeit erzielt werden. Lässt sich hiermit keine ausreichende Beweglichkeit erzielen kann in der späteren Phase der Erkrankung durch eine arthroskopische Operation gezielt eine Lösung von Verklebungen und Verwachungen im Schultergelenk erzielt werden.

(Synonyme: Tendinitis calcarea)

Was versteht man unter der Verkalkung der Rotatorenmanschette?
Durch Verschleißprozesse, entzündliche Veränderungen und Reizzustände kann es zu Kalkablagerungen in Sehnen kommen. Besonders häufig ist die Supraspinatussehne betroffen, aber auch andere Sehnen der Schulter sowie im Körper (Achillessehne und Patellasehne) können betroffen sein. Durch die Kalkablagerungen in der Sehne verliert die Sehne ihre Elastizität was zu Bewegungseinschränkungen und Schmerzen führen kann. Im weiteren Verlauf der Erkrankung baut sich die betroffene Sehne häufig um und ist anfälliger für Rissbildungen bis hin zum Sehnenabriss. In der Folge dieses Umbaus entstehen oft weitere Schmerzen, Entzündungen und Bewegungseinschränkungen.
 
Der Nachweis von röntgendichtem Kalk-Material oberhalb des Oberarmkopfes erfolgt häufig im Zusammenhang mit Schmerzen an der Schulter und einem nachfolgenden Röntgenbild. Dabei lagern sich Kalksalze in oder an die Sehnen der Rotatorenmanschette an und verkleinern den Raum, in der die Sehnen der Schulter gleiten können. Dadurch entsteht oft eine schmerzhafte Enge unter dem Schulterdach – ähnlich dem Schulterengpass-Syndrom.
 
Wie kann eine Verkalkung der Rotatorenmanschette diagnostiziert werden?
Die wichtigsten Instrumente für die Diagnosefindung sind die Krankengeschichte, d.h. die genaue Ermittlung des Beschwerdebildes und eine ausführliche körperliche Untersuchung mit Hilfe standardisierter Tests durch einen Schulterspezialisten. Röntgenbilder geben die knöchernen Verhältnisse des Schultergelenkes wieder und weisen die kalkdichten Einlagerungen sichtbar. Eine Ultraschall-Untersuchung kann den Kalk genau lokalisieren. Umfassende Informationen über alle Strukturen der Schulter bietet die Kernspin Untersuchung (MR-T), die vor fast jeder operativen Therapie am Schultergelenk durchgeführt wird.
 
Welche Therapiemöglichkeiten gibt es bei der Verkalkung der Rotatorenmanschette?
Zunächst steht die nicht-operative Behandlung mit entzündungshemmenden Medikamenten und kurzer Ruhigstellung im Vordergrund. Krankengymnastik kann in der akuten Schmerzphase weder den Schmerz noch den Krankheitsverlauf beeinflussen und wird daher anfangs nicht verordnet. Bei schweren Schmerzzuständen kann eine örtliche Einspritzung von Medikamenten (in der Regel örtlich wirkenden Betäubungsmittel mit und ohne Cortison) helfen. In der Regel können so die Beschwerden innerhalb von 2 bis 4 Wochen zum Abklingen gebracht werden. Die konservative Behandlung sollte über 3-6 Monate erfolgen.
 
Führt die nicht-operative Behandlung nicht zum Erfolg (bei etwa 30 % der Patienten) kann die extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT) als weiteres nicht-operatives Verfahren angewendet werden. Auch das Anstechen des Depots mit einer Nadel unter Ultraschallkontrolle kann durch Druckverminderung eine Erleichterung bringen. Erst wenn diese Maßnahmen nicht zum Erfolg führen ist eine operative Behandlung erforderlich. Diese kann in der Regel arthroskopisch (Schlüsselloch-Operation) erfolgen. Hierdurch kann eine zwischen 90 und 95 % Zufriedenheitsrate erzielt werden.
 
Welche Nachbehandlung ist erforderlich?
In vielen Fällen kann die Operation ambulant durchgeführt werden. Nach einer arthroskopischen Kalkdepot-Ausräumung ist keine weitere Ruhigstellung der Schulter notwendig. Eher wird eine frühzeitige Bewegung gewünscht. Hierzu wird begleitend eine Schmerzmedikation gegeben. Bisweilen ist auch eine begleitende krankengymnastische Behandlung erforderlich. Üblicherweise kann die Arbeit nach 4-6 Wochen wieder aufgenommen werden.

Degenerative und traumatische Verletzungen der Rotatorenmanschette (z.B. Supraspinatussehne, Infraspinatussehne, Subscapularissehne)

Wie kommt es zu einem Sehnenriss in der Schulter?
Ein Sehnenriss entsteht oft auf dem Boden einer verschleißbedingten Schwächung der Sehnenstrukturen. Ein Unfall oder eine plötzliche kraftvolle Bewegung führen dann oft zum Riss der geschwächten Sehnenfasern. Allerdings werden auch durch Unfälle wie Auskugelungen der Schulter oder durch Knochenbrüche Sehnenverletzungen hervorgerufen. Teilrisse der Sehnen werden oft im Alltag als vorübergehende Schmerzen bemerkt und nicht weiter ernst genommen, da die Beweglichkeit der Schulter im Wesentlichen erhalten bleibt. Oftmals reicht dann ein Alltagsereignis, um die restlichen Fasern der Sehne zerreißen zu lassen.
 
Welche Beschwerden sind bei Sehnenrissen häufig?

Kommt es zu einem vollständigen Abriss einer Sehne, ist deren Funktion erloschen und es kommt zu einem plötzlichen heftigen Schmerzereignis, welches mit einer Bewegungseinschränkung verbunden ist. Die Schmerzen werden beim Anheben des Armes oft stärker und die Kraft ist vor allem beim Anheben verringert. Im Verlauf bildet sich oft eine Entzündung des Schultergelenkes aus, das auch Nachtschmerzen und Ruheschmerzen verursachen kann.
 
Auf welche Weise kann der Sehnenriss ärztlich festgestellt werden?
Wichtigste Grundlage der Diagnosesicherung ist die Krankengeschichte und eine gezielte körperliche Untersuchung. Insbesondere spezielle Widerstands-Untersuchungen für die einzelnen Sehnenabschnitte werden durchgeführt. Eine Kraftminderung, z.B. beim Anheben des Armes, kann dabei als Indiz für einen Sehnenriss gelten. Bei Verdacht auf einen Sehnenriss sind gezielte apparative Untersuchungen wie Ultraschall oder Kernspintomographie zur Darstellung der Sehnen notwendig.
 
Welche Behandlung ist bei einem Sehnenriss der Rotatorenmanschette erforderlich?
Eine gerissene Sehne heilt nicht von alleine. Auch Teilrisse sind oft Vorboten eines vollständigen Abriss. In unserer Spezialsprechstunde wird gemeinsam mit dem Patienten entschieden, ob der Betroffene mit einer gerissenen Sehne und dem Verlust einer Teilfunktion des Armes leben kann und die Beschwerden erträglich sind, oder ob der Schaden am Schultergelenk operativ angegangen werden muss. Sämtliche Behandlungsstrategien orientieren sich grundsätzlich an der individuellen Beschwerdesymptomatik, am Anspruch des Patienten und an seinen speziellen Lebensbedingungen und Vorerkrankungen. Bei jungen Patienten sollte großzügig auch bei einem kleineren Riss der Sehne eine operative Rekonstruktion, d.h. die Naht der Sehne erfolgen. Je geringer der Bewegungs- und Belastungsanspruch ist, je geringer die Schmerzen, desto zurückhaltender kann man beim älteren Menschen mit der Rekonstruktion einer gerissenen Sehne sein. Hier kann dann ggf. auch mit konservativen Therapiemaßnahmen die Lebensqualität z.B. durch Krankengymnastik und Schmerzmittel wieder hergestellt werden.
 
Was passiert bei einer operativen Rekonstruktion der Rotatorenmanschette?
Bei der Operation erfolgt zunächst eine Spiegelung (Arthroskopie) des betroffenen Schultergelenkes. Hierbei wird das Krankheitsbild erfasst und das Ausmaß des Sehnenrisses beurteilt. Anschließend erfolgt durch weitere kleine Schnitte die Rekonstruktion der abgerissenen Sehne. Die Sehnenenden werden mit Titananker oder mit selbstauflösenden Fadenankern wieder am Oberarmkopf befestigt. Zugleich wird häufig ein entzündeter Schleimbeutel (Bursitis subacromials) entfernt und ein Engpasssyndrom durch eine Knochenfräsung beseitigt. Liegt zusätzlich eine Instabilität der langen Bizepssehne vor, so wird intraoperativ entschieden, ob hier eine so genannte Tenotomie oder Tenodese, also eine Durchtrennung oder Wiederanheftung der Bizepssehne, sinnvoll ist.
 
Wie ist die Nachbehandlung nach einer operativen Behandlung einer Rotatorenmanschettenruptur?
Die Versorgung eines Rotatorenmanschettenriss erfolgt in der Regel bei einem stationären Aufenthalt von drei bis vier Tagen. Nach der Operation wird der betroffene Arm auf einem Schulterabduktionskissen, das über insgesamt sechs Wochen getragen werden soll, ruhig gestellt. Die Nachbehandlung erfolgt nach einem festgelegten Schema. Während des stationären Aufenthaltes wird unter physiotherapeutischer Anleitung der Arm zunächst passiv bewegt. Zudem wird mehrmals täglich auf einer Schulterbewegungsschiene eine passive Beübung vorgenommen. Eine krankengymnastische Übungsbehandlung ist meist für mindestens drei Monate erforderlich.

Ein Schmerzkatheter sowie eine begleitende entzündungshemmende Medikation und intermittierende lokale Eisanwendungen sind Bestandteile der spezifischen Schmerztherapie. 

(Synonyme: Schultereckgelenkssprengung, Tossy-Verletzung)

Wie kommt es zu einer Verletzung des Schultereckgelenkes?
Die Schultereckgelenkverletzungen entsteht typischerweise durch einen direkten Sturz auf die Schulter. Häufigste Ursache sind Unfälle beim Sport. Sehr Häufig tritt die Verletzung beim Mountainbiken, Motocross, Ski- und Snowboard, Kampfsportarten und beim Fußball auf. Bei einer Schultergelenksprengung werden die Kapsel und die Bänder des Schultereckgelenks gezerrt oder können vollständig zerreißen.
 
Die Symptome der Schultereckgelenkverletzung
Nach einem Sturz auf die Schulter hat der Betroffene bei einer Schultergelenksprengung sofort Schmerzen in der Schulter und insbesondere über dem Schultereckgelenk. Diese verstärken sich, wenn der Arm bewegt wird. Meist wird der Arm deshalb in einer typischen Schonhaltung am Körper gehalten. Bei einer Schultergelenksprengung mit Riss der Haltebänder am Gelenk kommt es typischerweise zu einem Hochstand des äußeren Endes des Schlüsselbeins.
 
Wie kommt der Arzt zu der Diagnose Schultereckgelenksprengung?
Die Diagnose der Schultergelenksprengung kann oftmals bereits anhand der körperlichen Untersuchung und genauen Befragung gestellt werden. Meist findet sich eine Schwellung und ein exakt lokalisierbarer Druckschmerz über dem Schultereckgelenk.

Zur sicheren Diagnosestellung und Ausschluss weiterer Verletzungen gehört auch eine Röntgenuntersuchung des Schultergelenks. Bei unklaren Befunden können darüber hinaus Funktionsaufnahmen im Seitenvergleich beider Gelenke angefertigt werden.
 
Welche Therapie ist erforderlich?
Je nach Schweregrad wird die verletzte Schulter unterschiedlich behandelt.  Im Wesentlichen wird die Schultereckgelenksprengung bei akzeptabler kosmetischer Situation konservativ behandelt. Dabei ist in der Regel nicht einmal eine Ruhigstellung oder eine Bandage erforderlich. Ein Rucksackverband wird on vielen als angenehm empfunden.
 
Die Therapie der vollständigen Sprengung des Schultergelenks mit komplett zerrissenen Bändern erfolgt oft operativ. Nur durch die Operation kann die korrekte Anatomie des Gelenks wiederhergestellt werden. Da viele Patienten aber nur wenige Probleme mit einem Hochstand des Schlüsselbeins haben, wird auch die komplette AC-Gelenksprengung oftmals konservativ behandelt.
 
Die operative Therapie erfolgt entweder arthroskopisch mittels stabilisierendem Nahtmaterial oder offen mittels Platte und Schrauben.
 
Kann ich wieder Sport betreiben?
Die Schultergelenkverletzung ist eine relativ gutartige Verletzung. Nach der Ausheilung haben mehr als 90% der Betroffenen keine Beschwerden im Alltag und beim Sport. Bei einem kleinen Teil der Betroffenen können jedoch Schmerzen oder eine chronische Gelenksinstabilität zurückbleiben. Diese Beschwerden können dann ggf. sekundär durch eine zweite Operation deutlich gelindert werden (siehe Arthrose des Schultereckgelenkes).