Gewitter im Gehirn - Tag der Epilepsie

Gewitter im Gehirn - Tag der Epilepsie

Schwerin

Frühkindliche Epilepsie kann sich auf verschiedene Arten zeigen. Eine der häufigsten Arten ist die Absence-Epilepsie. Zum Tag der Epilepsie erklärt Prof. Frank Block, Chefarzt der Klinik für Neurologie an den Helios Kliniken Schwerin, wie sich die Krankheit bei Kindern äußert.

Beim Spielen stockt das Kind plötzlich, ist wie weggetreten. Es nimmt die Umgebung nicht mehr wahr, doch nach wenigen Sekunden spielt es fröhlich weiter, als ob nichts gewesen wäre. „So beschreiben viele Eltern die ersten Symptome bei ihren Kindern“, weiß Prof. Frank Block. „Manchmal hören die Kinder auch mitten im Satz auf zu reden. Nach ein paar Sekunden geht es weiter, meistens ohne etwas davon zu merken.“ Für Prof. Block deutliche Anzeichen für eine Abscence-Epilepsie. Um die Diagnose abzusichern, untersucht ein Neurologe die Gehirnstruktur mittels Kernspintomografie und das Nervenwasser und misst die Hirnströme. Auch Blut- und Urinwerte können Aufschluss geben.

Absence-Epilepsie ist eine der häufigsten Formen bei Kindern. Bis zu 100 Mal am Tag kommt es zu den kurzen Anfällen -meistens beginnt es im Schulalter. Etwa 50 von 100.000 Kindern jedes Jahr sind von Epilepsie betroffen, ein Viertel der gesamten jährlichen Neuerkrankungen. Krampfanfälle mit Zucken des Körpers – sogenannte Grand-Mal-Anfälle – wie sie allgemein mit Epilepsie in Verbindung gebracht werden, sind dagegen selten.

Zu den Ursachen von Epilepsie wird weltweit intensiv geforscht

Prof. Frank Block, Chefarzt Neurologie

Die Ursachen für eine Epilepsie sind vielfältig. „Es gibt die eindeutigen Ursachen wie Hirntumoren, Fehlbildungen des Gehirns, Unfälle oder ähnliches. Wir haben aber auch oft Fälle, bei denen die Herkunft unklar ist. Wahrscheinlich gibt es genetische Ursachen, dazu wird weltweit intensiv geforscht“, so der Chefarzt.

Eine gute Nachricht gibt es aber für Eltern: In den meisten Fällen kann den jungen Patienten geholfen werden. Durch spezielle Medikamente kann man erreichen, dass die Anfälle ausbleiben. Manchmal sind dazu auch zwei Substanzen in Kombination notwendig. „Einige Epilepsie-Arten hören mit dem Teenager-Alter auf“, erklärt Prof. Block. „Bei anderen wird genau beobachtet, wie sich die Pubertät auf die Anfallshäufigkeit und –schwere auswirken“.

Patrick Hoppe

Referent Unternehmenskommunikation
Patrick Hoppe

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