Aktuelle Studienergebnisse zu Folgen des Staatlichen Dopings in der DDR

Aktuelle Studienergebnisse zu Folgen des Staatlichen Dopings in der DDR

Schwerin

Am 15.03.2019 veranstalten die Helios Kliniken Schwerin ein Symposium zum aktuellen Stand der Studie „Staatliches Doping in der DDR“.

Vorgestellt werden wichtige Zwischenergebnisse der vor vier Jahren begonnenen wissenschaftlichen Studie zu seelischen Folgen des Staatsdopings in der DDR. Erstmalig können zuverlässige Angaben über den seelischen Gesundheitszustand der betroffenen Kaderathletinnen und Kaderathleten gemacht werden. Hierzu wurden die Fragebogenpakete bestehend aus jeweils 13 wissenschaftlichen Selbstbeurteilungsskalen von insgesamt 270 Betroffenen ausgewertet und mit einer repräsentativen Allgemeinbevölkerungsstudie (SHIP-Studie) verglichen.

In einem weiteren Vortrag werden die Häufigkeit psychischer und körperlicher Erkrankungen bei Dopingopfern vorgestellt, die im Rahmen des 2. Dopingopfer-Hilfegesetzes begutachtet wurden. „Die Gutachten lassen dabei auf tiefgreifende und langanhaltende Schädigungen im körperlichen und seelischen Bereich schließen, da die Erkrankungshäufigkeit deutlich von der Lebenszeitprävalenz abweicht“, so Dr. Jochen Buhrmann, Chefarzt der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Helios Kliniken Schwerin.

Ebenfalls weitreichende Erkenntnisse zum Thema erlauben die Aktenrecherchen im Rahmen der Beratungsarbeit der Landesbeauftragten für Mecklenburg-Vorpommern für die Aufarbeitung der SED-Diktatur. „Betroffene ehemalige DDR-Sportler werden bei ihrer persönlichen Aufarbeitung durch unsere Behörde unterstützt und begleitet. Dabei geht es nicht in erster Linie um die bloße Antragstellung nach dem Dopingopfer-Hilfegesetz. Im Beratungsprozess zeigen die sportgeschädigten Betroffenen einen großen Gesprächsbedarf und benötigen Hilfe und Begleitung bei den umfangreichen Recherchen in den verschiedenen Archiven.“ sagt Anne Drescher, die Landesbeauftragte für MV für die Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Bei der Vermittlung weiterführender Hilfen arbeiten die Landesbeauftragte und die Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Helios Kliniken Schwerin eng zusammen.

Ein weiterer Vortrag widmet sich der Verfolgung von Straftaten im DDR-Leistungssport in den ehemaligen drei Nordbezirken. Neben bekannten historischen Belegen werden bisher noch nicht veröffentliche Fakten vorgestellt.

Die Veranstaltung findet am Freitag, dem 15.03.2019 ab 15:00 Uhr im Ludwig-Bölkow-Haus der IHK zu Schwerin statt. Das Symposium ist offen für alle Interessierten, der Eintritt ist kostenlos. Zum Symposium werden rund 150 Teilnehmer erwartet, vertreten sind vor allem Ärzte und Therapeuten, Sportjournalisten und betroffene ehemalige Sportler.

Patrick Hoppe

Referent Unternehmenskommunikation
Patrick Hoppe

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