Technischer Leitstand

Augen und Ohren des Krankenhauses

Augen und Ohren des Krankenhauses

Eine unscheinbare Tür im Hauptgebäude der HELIOS Kliniken Schwerin führt zum Arbeitsplatz von Bernd Westphal. Einen Einblick erhalten hier aber nur die wenigsten, denn hinter ihr verbirgt sich das technische Herzstück des Maximalversorgers: der Leitstand. 24 Stunden am Tag überwachen hier Bernd Westphal und seine Mitarbeiter die wichtigsten Versorgungssysteme des Krankenhauses.

„Hier laufen alle technischen Informationen zusammen“, erklärt der Meister im Maschinenbau, während sein Blick über zahlreiche Monitore und Anzeigentafeln schweift. „58 Gebäude gehören zum Klinikgelände. Gibt es irgendwo eine Störung, wissen wir es als Erste.“

In einem so modernen Krankenhaus sind die technischen Systeme äußerst komplex und vernetzt. Nur wenn alle Bereiche einwandfrei funktionieren, können Ärzte und Pflegekräfte ihren Job richtig machen. Nur dann erfolgt ein reibungsloser Krankenhausbetrieb. „Das beginnt bei ganz einfachen Dingen wie die Versorgung aller Stationen mit Strom, Wasser und Wärme“, erläutert Westphal seinen Aufgabenbereich. „Aufzüge müssen funktionieren, damit Patienten dorthin kommen, wo sie versorgt werden. Notfallsysteme müssen ständig einsatzbereit sein, um bei Ausfällen einzuspringen, Warnsysteme müssen regelmäßig geprüft und gewartet werden.“ Deshalb überwacht  der Leitstand rund um die Uhr die Systeme und prüft auf täglichen Kontrollgängen zudem wichtige Knotenpunkte der Versorgungsanlagen.

Auch die Rohrpost fällt in den Tätigkeitsbereich von Bernd Westphal und seinen Kollegen. Über ein knapp vier Kilometer langes Netz werden Blut- oder Gewebeproben zwischen OP, Labor und Station hin und her geschickt. Der Leitstand ist außerdem für die Versorgung mit Druckluft und medizinischen Gasen verantwortlich. Hierzu gehört beispielsweise die Annahme und dokumentierte Ausgabe von medizinischem Sauerstoff an die Stationen. Eine ebenfalls wichtige Aufgabe ist die Überwachung des Überdrucks in den OP-Sälen, der die Luft von Keimen und Bakterien befreit und ihre Reinheit sicherstellt. Die Gebäudetechnik regelt auch die Temperatur gezielt, damit optimale Bedingungen für die Patientenversorgung herrschen. Westphal weiß: „Dahinter stecken ausgeklügelte Systeme!“

Heute ist es ruhig im Leitstand. Bernd Westphal stellt gerade die Verdampfer am Flüssigsauerstofftank um als sein Telefon klingelt: Feueralarm in der Klinikkapelle. Jetzt muss es schnell gehen. Wenn er den Alarm nicht innerhalb von drei Minuten deaktiviert, rückt die Feuerwehr aus. Doch als Bernd Westphal vor Ort ist, kann er Entwarnung geben – ein defekter Rauchmelder hat einen Fehlalarm ausgelöst.

Auf dem rund 413.725 Quadratmeter großen Klinikgelände legt Bernd Westphal am Tag einige Kilometer zurück. Wie viele es genau sind, hat der 58-Jährige noch nicht gemessen. „Aber da kommt schon so einiges zusammen“, ist er sich sicher. Für lange Wege stehen den Mitarbeitern des Leitstandes deshalb Dienstfahrräder zur Verfügung. Trotzdem kann der Teamleiter viele Strecken innerhalb des Gebäudes nur zu Fuß zurücklegen. „Das ist auch das Schöne an meinem Job. Bei einem Klinikgelände, das so groß ist wie ein Dorf, gibt es immer etwas zu tun. Kein Tag gleicht dem anderen“, sagt Westphal und wendet sich bereits der nächsten Aufgabe zu.