Rekonstruktive Chirurgie mit freiem Gewebetransfer

Die Gründe für einen rekonstruktiven Eingriff sind unterschiedlich. Meist handelt es sich um Gewebsdefekte, die durch eine Tumoroperation entstanden sind.

Ziel der Behandlung ist es, Ästhetik und Funktion im gesamten Kopf-Hals-Gebiet wieder herzustellen. Dabei stehen sowohl lokale Lappenplastiken als auch der freie Gewebetransfer zur Verfügung.

Mithilfe lokaler Lappenplastiken lassen sich die meisten Defekte im Kopf-Hals-Bereich problemlos verschließen. Dabei wird Gewebe, das in der unmittelbaren Umgebung des Defekts überschüssig vorhanden ist, einfach verschoben. Es bleibt über einen Stiel aber immer mit dem Körper verbunden.

Im Gegensatz dazu wird beim freien Gewebetransfer Gewebe aus einer anderen Region des Körpers entnommen und im Kopf-Hals-Bereich wieder eingepflanzt. Da hierbei die ursprüngliche Blutversorgung verloren geht, muss diese durch neue, mikrochirurgische Gefäßanschlüsse wieder hergestellt werden. Auf diese Weise lassen sich auch sehr ausgedehnte Gewebsdefekte verschließen.

Als Spenderregion hat sich hierbei die Haut der Innenseite des Unterarms (sog. Radialis-Transplantat) besonders bewährt. Aufgrund ihrer Beschaffenheit ist sie den Gesichts- und Halsweichteilen sehr ähnlich und damit fast universell einsetzbar. Regelhaft erfolgt bei einer solchen anspruchsvollen Transplantation ein paralleles Arbeiten mehrerer Operationsteams, um die Dauer des Eingriffs und das Risiko von Komplikationen für den Patienten zu reduzieren.

Einsatzgebiete des freien, mikrovaskulären Gewebetransfers

  • Rekonstruktion von Zunge und Mundboden
  • Rekonstruktion des Gaumens
  • Rekonstruktion des Rachens
  • Große Hautdefekte am Hals oder im Gesicht

Prof. Dr. med. Martin Christoph Jäckel

Chefarzt Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde
Prof. Dr. med. Martin Christoph Jäckel

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