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Chefarzt Dr. Dieter Nachtigal macht Ernst: Jetzt geht er in den Ruhestand
Pressemitteilung

Chefarzt Dr. Dieter Nachtigal macht Ernst: Jetzt geht er in den Ruhestand

Schwelm

Mehrere Tausend Patienten hat Dr. Dieter Nachtigal, Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädische Chirurgie behandelt, zahlreiche Fachärzte ausgebildet und drei seiner Oberärzte bis zur Übernahme einer Chefarzt-Stelle begleitet. Nun fällt der Abschied extrem schwer und wurde fünf Jahre herausgeschoben. Doch die Zeit für den wohlverdienten Ruhestand ist gekommen.

Seine Patienten und Kollegen wissen, dass seine Mimik und Körpersprache Ruhe und Besonnenheit ausstrahlen. Kaum vorstellbar, dass ihn jemals irgendetwas aus der Ruhe bringen könnte. Eine gute Voraussetzung, um Arzt zu sein und drei Jahrzehnte lang erfolgreich eine große Klinik zu leiten.

Dr. Ulrich Müschenborn, Ärztlicher Direktor des Helios Klinikums Schwelm, dankt seinem langjährigen Kollegen. „Es fällt schwer, einen fachlich hoch kompetenten und menschlich geschätzten Kollegen ziehen zu lassen, auch wenn Herr Dr. Nachtigal den Ruhestand verdient hat. Er ist für die heutige herausragende Stellung der unfallchirurgischen und orthopädischen Klinik und den Stellenwert in großem Maße verantwortlich. Er wird fehlen.“

Nach dem Wehrdienst begann Dr. Nachtigal 1974 sein Medizinstudium in Bochum und wechselte nach dem Physikum an die Universität Duisburg-Essen. „Meine Approbation habe ich 1980 erlangt und meine erste Assistenzarztstelle im Klinikum Niederberg begonnen“, erinnert sich Dr. Nachtigal. Bereits fünf Jahre später wurde er Oberarzt für Allgemeinchirurgie und wechselte 1989 ebenfalls als Oberarzt in die Unfallchirurgische Klinik am St. Marienhospital nach Mühlheim. Von Anfang an erhielt er die Möglichkeit, in Spezialgebieten zu arbeiten und sagt heute, dass er eine erstklassige Ausbildung genossen habe. Die Endoprothetik wurde dabei zu seinem „Steckenpferd“. Wenn seine Patienten vor ihm sitzen, kennt er ihre Knie am besten. Oft hatten die Betroffenen über viele Jahre massive Beschwerden und Beeinträchtigungen im Leben. „Ich werde die glücklichen und dankbaren Gesichter nach einer Knie-OP nie vergessen. Es gab viele schöne Momente,“ betont Dr. Nachtigal.

Dass er am 01.04.1991 nach Schwelm in das damalige Verbandskrankenhaus kam, war kein Aprilscherz - zumal es ein Sonntag und der erste Arbeitstag der 2.4.1991 war - sondern der Beginn einer langjährigen Chefarztkarriere. Als Facharzt für Allgemeinchirurgie, Unfallchirurgie, spezielle Unfallchirurgie und Orthopädie gründete Dr. Nachtigal die Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädische Chirurgie mit voller Weiterbildung in der Unfallchirurgie/Orthopädie. Er erlangte die Zulassung zum Schwerverletztenartenverfahren der Berufsgenossenschaften und die Zulassung als Regionales Traumazentrum. Gemeinsam mit dem damaligen Chefarzt der Geriatrie, Dr. Guido Orth, gründete das Team das Zentrum  für Alterstraumatologie, das sich im Laufe der Jahre immer mehr zu einem festen Bestandteil in der ganzheitlichen Versorgung von älteren Patienten manifestierte. „Diese Entwicklung wirkte sich nicht nur positiv auf die unfallchirurgische Klinik aus, sondern betraf nahezu das gesamte Krankenhaus“, erklärt der gebürtige Borkener. „Das war immer und auch noch heute der große Vorteil in Schwelm, denn wir haben viele Fachrichtungen hier an einem Standort. Ein Patient mit unklarer Fragestellung kann mit kurzen Wegen interdisziplinär behandelt werden.“

Einer der ganz besonderen beruflichen Momente war die Einführung der Computernavigation in der Kniegelenkendoprothetik im Jahre 2000. „Wir waren eine der ersten Kliniken mit diesem innovativen Verfahren und hatten gewissermaßen eine Monopolstellung inne“, erzählt Dr. Nachtigal. Sein Stolz ist unüberhörbar, wenn er darüber spricht. „In circa 20 Jahren habe ich von Tausenden von Knieprothesen nur einmal ohne Computer eine Knieprothese operiert und das bei einer Live-Operation, bei der wir spontan auf eine manuelle Operation ausweichen mussten. Insgesamt habe ich dreimal Live Operationen durchführen können, was natürlich besonders spannend ist.“ Diese zählen zu den Highlights seiner beruflichen Laufbahn, denn dabei wurde die Operation mit dem Navigationscomputer direkt aus dem OP-Saal in den Veranstaltungsraum des Klinikums übertragen. Mehr als 170 Zuschauer konnten live dem Geschehen während des Eingriffs zusehen.

Besonders erinnert sich Dr. Nachtigal auch an einen seiner habilitierten Oberärzte, den er in nur zwei Jahren „operativ fit“ gemacht und bis zur Chefarztposition begleitet hat. Dieser wurde dann der Doktorvater von Dr. Nachtigal. Denn vor drei Jahren promovierte der nun 70-Jährige mit einer eigenen OP-Technik zur minimalinvasiven Operation von Achillessehnenoperationen mit einer Beobachtungszeit von 17 Jahren.

Wenn Dr. Nachtigal den Arbeitsplatz „Helios Klinikum Schwelm“ betrachtet, dann lobt er die Fachkompetenz, die technische Ausstattung und die gute Kooperation mit den Kollegen und niedergelassenen Partnern. „Ich habe immer ein ausgesprochen kollegiales Miteinander erlebt und zwar auf allen Ebenen und zwischen allen Berufsgruppen. Ich werde meine Kollegen sehr vermissen und hebe dabei gerne die OP Schwestern und Pfleger hervor, die fachlich und menschlich einfach spitze sind.“ Besonders schätzt Dr. Nachtigal auch die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Orthopäden. Dabei sind Freundschaften entstanden, die ihn über seine berufliche Tätigkeit hinausbegleiten werden. Jahrelang haben sie immer über individuelle Behandlungskonzepte für ihre gemeinsamen Patienten beraten.

Im Sommer 2015 hatte Dr. Nachtigal seinen Staffelstab an seinen damaligen Oberarzt, den Chefarzt Jörg Franzen übergeben. Das Duo leitete die Klinik bis heute gemeinsam. „Herr Dr. Nachtigal hat mich bereits auf meinem Weg zur Chefarzt-Position unterstützt und mir immer sein Vertrauen entgegengebracht. Ich habe die gute Zusammenarbeit sehr geschätzt und viel gelernt“, erklärt Jörg Franzen. Vor einem Jahr halbierte Dr. Nachtigal seine Arbeitszeit, um sich ein wenig auf die Zeit nach dem Berufsleben einzustimmen und wie er sagt, „um mit meiner Frau schon mal den Ernstfall ´Pappa ante portas´zu üben“. Seine Ehefrau, die ebenfalls in der Gesundheitsbranche tätig ist, hatte immer Verständnis für die Arbeit ihres Mannes. Nun ist die Zeit gekommen Zweisamkeit und die große Patchworkfamilie ohne Dienstplan zu genießen. Sechs Töchter, zehn Enkelkinder und die neue Leidenschaft für das Golf spielen warten nun auf den Chefarzt im Ruhestand. Darüber hinaus wird er seine neu gewonnene Zeit als Gutachter für Arzthaftpflichtfragen bei der Ärztekammer und als Schöffe am Schwurgericht in Hagen nutzen.

„Die von mir geplante große Abschiedsfeier im Leo Theater mit den Klinikmitarbeitern und beruflichen Wegbegleitern fällt aktuell leider der Corona Pandemie zum Opfer“, bedauert Dr. Nachtigal. Die Verabschiedungen im großen und kleinen Kreis sollen aber nur verschoben und nicht aufgehoben sein. „Derzeit ist es ein Gefühl des Herausschleichens nach fast 30 tollen Jahren.“ Doch es bleibt die Zuversicht auf eine baldige Durchimpfung der Bevölkerung. „Und deshalb haben meine Frau und ich uns als Impfteam für den EN Kreis angemeldet.“

 

Helios ist Europas führender privater Krankenhausbetreiber mit insgesamt rund 110.000 Mitarbeitern. Zum Unternehmen gehören unter dem Dach der Holding Helios Health die Helios Kliniken in Deutschland sowie Quirónsalud in Spanien. Rund 21 Millionen Patienten entscheiden sich jährlich für eine medizinische Behandlung bei Helios. 2019 erzielte das Unternehmen einen Gesamtumsatz von 9,2 Milliarden Euro.

In Deutschland verfügt Helios über 86 Kliniken, 123 Medizinische Versorgungszentren (MVZ) und sieben Präventionszentren. Jährlich werden in Deutschland rund 5,6 Millionen Patienten behandelt, davon 4,4 Millionen ambulant. Helios beschäftigt in Deutschland fast 69.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2019 einen Umsatz von rund sechs Milliarden Euro. Helios ist Partner des Kliniknetzwerks „Wir für Gesundheit“. Sitz der Unternehmenszentrale ist Berlin.

Quirónsalud betreibt 51 Kliniken, 71 ambulante Gesundheitszentren sowie rund 300 Einrichtungen für betriebliches Gesundheitsmanagement. Jährlich werden hier rund 15,4 Millionen Patienten behandelt, davon 14,6 Millionen ambulant. Quirónsalud beschäftigt rund 37.500 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2019 einen Umsatz von über drei Milliarden Euro.

Helios Deutschland und Quirónsalud gehören zum Gesundheitskonzern Fresenius.

 

Pressekontakt:

Sandra Lorenz

Unternehmenskommunikation

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