Wenn es hämmert, klopft und pocht – Kopfschmerz hat viele Gesichter
Europäischer Kopfschmerz- und Migränetag

Wenn es hämmert, klopft und pocht – Kopfschmerz hat viele Gesichter

Schleswig

Kopfschmerzen äußern sich vielfältig – ein durchgehender Schmerz, ein leichtes Hämmern oder ein unangenehmes Pochen können Betroffene plagen. Anlässlich des Europäischen Kopfschmerz- und Migränetag, der im Jahr 2006 von Selbsthilfegruppen, Schmerzforschern und Ärzten ins Leben gerufen wurde und jedes Jahr am 12. September stattfindet, klärt Priv.-Doz. Dr. Frederick Palm, Chefarzt der Klinik für Neurologie am Helios Klinikum Schleswig über die unterschiedlichen Kopfschmerzarten auf und gibt Tipps wie Betroffene Schmerzen lindern können.

Etwa 80 Prozent der Deutschen haben in ihrem Leben einmal Kopfschmerzen. Meistens treten sie anfallartig auf, etwa nach einem anstrengenden Arbeitstag oder durch anhaltenden Lärm ausgelöst. „Schmerzen, die erträglich sind und nach kurzer Zeit wieder verschwinden, stellen normalerweise kein Problem dar“, erklärt Priv. Doz. Dr. Frederick Palm. Als Chefarzt der Klinik für Neurologie im Helios Klinikum Schleswig behandelt er überwiegend Patienten, deren Schmerzen nicht sofort einem Auslöser zuzuordnen sind.

„Wir unterscheiden sekundäre Kopfschmerzen, die als Symptom einer anderen Erkrankung auftreten, und primäre Kopfschmerzen, wo der Kopfschmerz eine eigenständige Erkrankung ist. Hierzu zählen Migräne, Spannungskopfschmerzen und der nur wenig bekannte Cluster-Kopfschmerz, der insbesondere Männer betrifft“, sagt Dr. Palm. Spannungskopfschmerzen bilden die häufigste Kopfschmerzform und erstrecken sich meist über den gesamten Kopf. Betroffene beschreiben oft ein dauerhaftes diffuses Druckgefühl vielfach verursacht durch eine verspannte Nacken- oder Kaumuskulatur. Sie haben vor allem seelische Ursachen und werden mit Medikamenten gegen Depressionen erfolgreich behandelt.

Im Gegensatz dazu treten Clusterkopfschmerzen häufig nur einseitig, aber sehr heftig auf. Oftmals beginnen sie als reißender, bohrender oder brennender Schmerz aus dem Schlaf oder einer Ruhephase heraus. Die Beschwerden zentrieren sich größtenteils rund um das Auge, hinzukommen meist Begleiterscheinungen wie Übelkeit, Licht- oder Geräuschempfindlichkeit. Ein Betroffener kann bis zu 50 Kopfschmerzattacken am Tag erleben.

Nicht zu unterschätzen sind Migräneattacken, unter denen Frauen häufiger als Männer leiden. „Zunehmend sind auch Kinder betroffen, was vielfach nicht erkannt wird“, mahnt der Neurologe. Migräneanfälle treten nur halbseitig auf - oftmals begleitet von Übelkeit, Erbrechen, Geräusch- und Lichtempfindlichkeit. Im Gegensatz zum Clusterkopfschmerz kündigen sie sich aber meistens an und können bis zu drei Tage andauern. Gefährlich kann eine Migräneattacke sein, wenn sie mit bestimmten neurologischen Ausfallerscheinungen wie Sehstörungen oder Lähmungen einhergeht. Dann ist eine sofortige Einweisung ins Krankenhaus nötig. Migräne kann sogar ein Risikofaktor für den Schlaganfall sein.

Das können Betroffene selbst tun

Schmerzlokalisierung und -charakter stellen wichtige Indikatoren für die Kopfschmerzart dar. Da viele Ursachen infrage kommen, ist für die Diagnose nicht nur die körperliche Untersuchung, sondern auch ein Gespräch über die aktuelle Lebenssituation des Patienten entscheidend. Wichtig ist, dass der Kopfschmerz richtig diagnostiziert und anschließend gezielt behandelt wird. Der Neurologe erklärt, warum ein Kopfschmerztagebuch hilfreich sein kann: „So erkennen wir auf einen Blick, wann, wie lange, mit welcher Häufigkeit und nach welchen Ereignissen Schmerzen auftreten und gewinnen so wichtige Hinweise für mögliche Ursachen“.

Bei selten auftretenden, erträglichen und kurzen Kopfschmerzepisoden helfen Hausmittel oder leichte Schmerzmedikamente. „Frei verkäufliche Kopfschmerzmedikamente sind aber nicht ohne Risiko. Die zu häufige Einnahme von Kopfschmerzmedikamenten kann einen chronischen Kopfschmerz auslösen – einen Kopfschmerz durch den Übergebrauch von Schmerzmedikamenten“, mahnt Palm und fügt hinzu: „Auch deshalb ist bei akuten Migräneattacken der richtige Einsatz der richtigen Medikamente als Ersthilfe wichtig.“  Mit zielgerichtet wirkenden Medikamenten ist es heute sogar möglich, vorbeugend Migräneattacken wirksam entgegenzusteuern.

Manchmal hilft bereits eine Änderung der Lebensweise. „So raten wir Patienten, auslösende Faktoren wie Stress oder Lärm zu meiden, damit der Kopfschmerz gar nicht erst entsteht“, erklärt der Chefarzt. Manchmal helfen aber auch bereits altbekannte Hausmittel wie das Kühlen, Minzöl oder Tigerbalsam. Ausdauersport, Entspannungstechniken wie autogenes Training sowie ein regelmäßiges Leben mit einer ausgewogenen Mischung aus Anspannungs- und Entspannungsphasen können die Intensität von Kopfschmerzen und Migräne zudem mindern. Zu einem Arztbesuch rät Dr. Palm bei bisher nicht gekannten und anhaltenden sowie starken und plötzlich auftretenden Kopfschmerzen: „Sie können Ausdruck einer akuten, möglicherweise ernsten Erkrankung sein.“

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Helios ist Europas führender privater Krankenhausbetreiber mit insgesamt rund 110.000 Mitarbeitern. Zum Unternehmen gehören unter dem Dach der Holding Helios Health die Helios Kliniken in Deutschland sowie Quirónsalud in Spanien. Rund 21 Millionen Patienten entscheiden sich jährlich für eine medizinische Behandlung bei Helios. 2019 erzielte das Unternehmen einen Gesamtumsatz von 9,2 Milliarden Euro.

In Deutschland verfügt Helios über 86 Kliniken, 123 Medizinische Versorgungszentren (MVZ) und sieben Präventionszentren. Jährlich werden in Deutschland rund 5,6 Millionen Patienten behandelt, davon 4,4 Millionen ambulant. Helios beschäftigt in Deutschland fast 69.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2019 einen Umsatz von rund sechs Milliarden Euro. Helios ist Partner des Kliniknetzwerks „Wir für Gesundheit“. Sitz der Unternehmenszentrale ist Berlin.

Quirónsalud betreibt 51 Kliniken, 71 ambulante Gesundheitszentren sowie rund 300 Einrichtungen für betriebliches Gesundheitsmanagement. Jährlich werden hier rund 15,4 Millionen Patienten behandelt, davon 14,6 Millionen ambulant. Quirónsalud beschäftigt rund 37.500 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2019 einen Umsatz von über drei Milliarden Euro.

Helios Deutschland und Quirónsalud gehören zum Gesundheitskonzern Fresenius.

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