Frauenherzen schlagen anders
Weltherztag 2019

Frauenherzen schlagen anders

Schleswig

Bei einem Herzinfarkt zählt jede Minute. Deshalb ist es wichtig, dass möglichst viele Menschen die Symptome für einen Herzinfarkt richtig deuten können und wissen, wie sie im Ernstfall reagieren müssen. Der Weltherztag, der aus einer Initiative der „World Heart Federation“ (WHF) entstanden ist und jedes Jahr am 29. September stattfindet, soll zur Aufklärung rund um die Erkrankung beitragen.

Die Ursache eines Herzinfarktes ist meist eine koronare Herzkrankheit, kurz KHK, unter der in Deutschland nach Schätzungen rund 3,5 Millionen Männer und 2,5 Millionen Frauen leiden. "Bei Patienten, die unter einer KHK leiden, verengen sich die Herzkranzgefäße. Ihre Aufgabe ist es, das Herz mit Sauerstoff und Nährstoffen zu versorgen", sagt Prof. Dr. Dietmar Krüger, Chefarzt der Medizinischen Klinik I / Kardiologie im Helios Klinikum Schleswig. Ein Herzinfarkt tritt ein, wenn sich ein Herzkranzgefäß verschließt. Dadurch wird der Herzmuskel nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt, sodass Herzmuskelzellen absterben und das Herz seine Pumpfunktion nicht mehr erfüllen kann.

"Ein Herzinfarkt ist für Betroffene lebensbedrohlich. Deshalb gilt bei akuten Brustschmerzen: Sofort den Rettungsdienst über die Nummer 112 anrufen", erklärt der Chefarzt. Typische Anzeichen für einen Herzinfarkt sind heftige Schmerzen im Brustkorb, die länger als 15 Minuten anhalten und in Arme, Schulterblätter, Hals, Kiefer oder Oberbauch ausstrahlen können. Viele Patienten spüren außerdem ein Engegefühl oder heftigen Druck oder Brennen im Brustkorb. Weiterhin können Atemnot, Übelkeit, Brechreiz, Angst, Schwächegefühl, blasse Gesichtsfarbe, kalter Schweiß und Bewusstlosigkeit auftreten.

"Was vielen Menschen noch nicht bewusst ist: Bei Frauen weisen mitunter andere Symptome auf einen Herzinfarkt hin, weshalb die Erkrankung bei ihnen lange Zeit erst spät erkannt wurde. Sie sollten deshalb unbedingt auch bei atypischen Beschwerden, die bei körperlicher Ruhe mehr als fünf bis zehn Minuten anhalten, den Rettungsdienst informieren", weiß Prof. Krüger. Während die Brustschmerzen bei Männern meist in die linke Körperhälfte ausstrahlen, haben Frauen eher Beschwerden im rechten Arm oder im rechten Schulter-/Rückenbereich. Bei ihnen treten häufiger Schmerzen, Ziehen und Druckgefühl im Oberbauch auf. Auch bewegungsabhängige Brustschmerzen, die aus der Wirbelsäule ausstrahlen, können bei Frauen ein Anzeichen für einen möglichen Herzinfarkt darstellen.

Zur Risikogruppe für das Erleiden eines Herzinfarktes gehören sowohl Männer als auch Frauen, die unter Bluthochdruck und Diabetes mellitus leiden, sowie Raucherinnen und Raucher und Menschen mit familiärer Vorbelastung. Auch Übergewicht, mangelnde Bewegung und Stress zählen zu den Risikofaktoren. "Wenn in und nach den Wechseljahren der Östrogenspiegel bei Frauen sinkt, verschieben sich die Risikofaktoren bei Frauen. Diabetikerinnen haben nach der hormonellen Umstellung im Vergleich zu Männern ein sechsfach höheres Risiko einen Herzinfarkt zu erleiden. Außerdem steigt nach den Wechseljahren bei vielen Frauen der Blutdruck", erklärt der Experte.

Für Patienten mit akuten Brustschmerzen hat das Helios Klinikum Uelzen eine Notfallambulanz eingerichtet, sodass Betroffene rasch auf der sogenannten Chest Pain Unit (CPU), zu Deutsch "Brustschmerzeinheit", versorgt werden können. Bereits seit zehn Jahren betreibt das Team von Prof. Krüger diese kardiologische Notfallaufnahme und Überwachungsstation für herz- und kreislaufkranke Patienten, die von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie geprüft und zertifiziert ist. Das Team ist auf eine schnelle kardiologische Notfallbehandlung vorbereitet, die Patienten profitieren von kurzen Wegen. Für die optimale Behandlung von Herzinfarkt-Patienten stehen zwei Herzkatheter-Labore und eine Intensivstation mit modernster apparativer Ausstattung zur Verfügung.

Ferner ermöglicht die elektrophysiologische Untersuchung (kurz EPU) - eine andere Art der Herzkatheteruntersuchung - Herzrhythmusstörungen zu diagnostizieren und zugleich zu behandeln. Dank der modernen Technik ist es dem Team von Prof. Dr. Dietmar Krüger möglich, die elektrisch fehlgeleiteten oder ausgebliebenen Impulse der Herzmuskelzellen exakt zu identifizieren und auszuschalten. "Über mehrere Elektrodenkatheter werden die elektrischen Aktivitäten des Herzens gemessen", erklärt er. Die Elektrodenkatheter werden dafür bis in den Vorhof und die Herzkammer geführt. Über ein Stimulationsgerät, der außerhalb des Körpers angeschlossen ist, kann nun der Herzrhythmus verändert werden. "So können wir das Ausmaß und die Art von Herzrhythmusstörungen genauer beurteilen und entsprechend behandeln", so der Kardiologie. Hierfür bietet das elektrophysiologische Expertenteam im Helios Klinikum Schleswig alle Formen der Ablationsbehandlung sowie die moderne Kryoablation bei Vorhofflimmern an.

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Helios ist Europas führender privater Krankenhausbetreiber mit insgesamt rund 100.000 Mitarbeitern. Zum Unternehmen gehören unter dem Dach der Holding Helios Health die Helios Kliniken in Deutschland und Quirónsalud in Spanien. Rund 19 Millionen Patienten entscheiden sich jährlich für eine medizinische Behandlung bei Helios. 2018 erzielte das Unternehmen in beiden Ländern einen Gesamtumsatz von 9 Milliarden Euro.

In Deutschland verfügt Helios über 86 Kliniken, 126 Medizinische Versorgungszentren (MVZ) und 10 Präventionszentren. Jährlich werden in Deutschland rund 5,3 Millionen Patienten behandelt, davon 4,1 Millionen ambulant. Helios beschäftigt in Deutschland mehr als 66.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2018 einen Umsatz von rund 6 Milliarden Euro. Helios ist Partner des Kliniknetzwerks "Wir für Gesundheit". Sitz der Unternehmenszentrale ist Berlin.

Quirónsalud betreibt 47 Kliniken, 57 ambulante Gesundheitszentren sowie rund 300 Einrichtungen für betriebliches Gesundheitsmanagement. Jährlich werden hier rund 13,3 Millionen Patienten behandelt, davon 12,9 Millionen ambulant. Quirónsalud beschäftigt rund 34.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2018 einen Umsatz von rund 3 Milliarden Euro. Helios Deutschland und Quirónsalud gehören zum Gesundheitskonzern Fresenius.

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