Essstörung: Wenn Essen zum Wahn wird
Aktionsmonat "Gesunde Ernährung"

Essstörung: Wenn Essen zum Wahn wird

Schleswig

Sich gesund ernähren – diesen Anspruch haben viele Menschen. Ausgewogen, fettarm, vitaminreich, kalorienreduziert oder auch eiweißhaltig soll das Essen sein. Doch was, wenn Essen zum bestimmenden Faktor im Leben wird und nichts mehr mit Genuss und Ernährung zu tun hat?

Deutschlandweit leiden fünf Millionen Männer und Frauen an Essstörungen. Die Dunkelziffer liegt deutlich höher. Stress, Leistungsdruck, falsche Vorbilder sowie die Pubertät können gerade bei Jugendlichen zu einer Essstörung führen mit oft schweren gesundheitlichen und psychischen Folgen. Im Rahmen des Aktionsmonat „Gesunde Ernährung“ klärt unsere Expertin Inke Kühn, Oberärztin der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie im Helios Klinikum Schleswig über Verhaltensstörungen rund um das Essen auf und zeigt wie wichtig Früherkennung und eine richtige Behandlung sind.

"Essstörungen gehören zu den gravierenden psychischen Erkrankungen des späten Kindes-, Jugend- und auch jungen Erwachsenenalters mit oftmals langandauernden Behandlungsverläufen", erklärt Inke Kühn. Dabei zählen Magersucht (Anorexia nervosa), die Bulimie (Bulimia nervosa) sowie die Binge-Eating-Störung zu den am häufigsten auftretenden Essstörungen. Mädchen und junge Frauen erkranken häufiger als Jungen und Männer. Zudem werden die Betroffenen immer jünger, wie Inke Kühn bestätigt: "Zunehmend behandeln wir bereits zwölf jährige Kinder, die vorwiegend an einer Magersucht leiden." Das liegt nicht zuletzt daran, dass sich eine Bulemie oder Binge-Eating-Störung leichter und über eine längere Zeit gut im Alltag verheimlichen lassen.

Daher appelliert die Expertin Alarmsignale richtig zu deuten, bewusst wahrzunehmen und gegebenenfalls Hilfe durch den Kinderarzt, Kinder- und Jugendpsychiater oder Beratungsstellen in Anspruch zu nehmen. Denn je früher eine Essstörung erkannt und behandelt wird, desto besser sind die Behandlungs- und Heilungschancen. "Eltern sollten wachsam sein, wenn sie bei ihren Kindern einen auffälligen Gewichtsverlust oder ein ungewöhnlich häufiges Wiegeverhalten bemerken. Ebenso können ein exzessives Beschäftigen mit Ernährung, langes Verweilen nach den Mahlzeiten im Bad oder aber ein erhöhtes Sportpensum, Alarmsignale sein", meint sie.

Die Ursachen für eine Essstörung können vielfältig sein. Allen gemein sind eine gestörte Wahrnehmung des eigenen Körperbildes sowie das Gefühl den eigenen Körper kontrollieren zu können. Dabei dominiert die Essstörung die Gedanken, die Gefühle und die Beziehungen der Betroffenen. In der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie werden betroffene Jugendliche daher mit einem multimodalen Behandlungskonzept therapiert. Dieses beinhaltet medizinisch-internistische Interventionen sowie Psychotherapie. Inhaltlich geht es um eine schrittweise Normalisierung von Gewicht und Essverhalten. Zugleich wird ein individuelles Erkrankungsmodell erarbeitet, um therapeutische Ansätze zu entwickeln. "Unsere Patienten erhalten neben Gesprächstherapeutischen Angeboten, Bewegungs- und Kreativtherapeutische Angebote. Diese erfolgen als Einzel- oder Gruppentherapie. Auch das familiäre Bezugssystem wird in die Behandlung mit eingebunden", erklärt die Oberärztin.

Das ausführliche Interview mit unserer Expertin Inke Kühn sowie weitere Informationen rund um das Thema Gesunde Ernährung finden Sie unter https://www.helios-gesundheit.de/igohelios/ernaehrung/

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Helios ist Europas führender privater Krankenhausbetreiber mit insgesamt rund 100.000 Mitarbeitern. Zum Unternehmen gehören unter dem Dach der Holding Helios Health die Helios Kliniken in Deutschland und Quirónsalud in Spanien. Rund 19 Millionen Patienten entscheiden sich jährlich für eine medizinische Behandlung bei Helios. 2018 erzielte das Unternehmen in beiden Ländern einen Gesamtumsatz von 9 Milliarden Euro.

In Deutschland verfügt Helios über 86 Kliniken, 126 Medizinische Versorgungszentren (MVZ) und 10 Präventionszentren. Jährlich werden in Deutschland rund 5,3 Millionen Patienten behandelt, davon 4,1 Millionen ambulant. Helios beschäftigt in Deutschland mehr als 66.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2018 einen Umsatz von rund 6 Milliarden Euro. Helios ist Partner des Kliniknetzwerks "Wir für Gesundheit". Sitz der Unternehmenszentrale ist Berlin.

Quirónsalud betreibt 47 Kliniken, 57 ambulante Gesundheitszentren sowie rund 300 Einrichtungen für betriebliches Gesundheitsmanagement. Jährlich werden hier rund 13,3 Millionen Patienten behandelt, davon 12,9 Millionen ambulant. Quirónsalud beschäftigt rund 34.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2018 einen Umsatz von rund 3 Milliarden Euro. Helios Deutschland und Quirónsalud gehören zum Gesundheitskonzern Fresenius.

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