Besucherinformation in Zeiten von Corona

„Die Zeiten sind außergewöhnlich und erfordern besondere Maßnahmen"

Die aktuelle Situation im Land führt auch in der Helios Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe zu weitereichenden Veränderungen. „Es gelten besondere Regeln, der Alltag hat sich stark verändert“ erzählt Chefarzt Dr. Marek Volkmer. Bisher gab es noch keine Entbindung mit Infektion.

Was läuft jetzt anders bei Ihnen auf der Geburtsstation?

Zurzeit ist es so, dass wir nur noch eine Person zur Geburt zulassen. Meistens ist das der Vater oder eine Freundin. Das gilt auch für dei Begleitung in den OP bei einem Kaiserschnitt. Voraussetzung ist, dass die Begleitperson nicht positiv auf COVID-19 getestet wurde und keine Erkältungssymptome bzw. grippeähnliche Symptome aufweist. Bei den Besuchsregeln auf der Wochenbettstation gibt es nach wie vor Einschränkungen. So ist der Besuch auf der Wochenbettstation derzeit nur für eine Person und zeitlich begrenzt möglich – in der Regel dem Vater des Kindes. Die Nutzung des Familenzimmers ist wieder möglich.  

Wie sind die Reaktionen?

Die meisten werdenden Eltern haben Verständnis in dieser Situation, auch im alltäglichen Leben besteht ja ein Kontaktverbot. In unserem Umfeld wird dieses auch gut eingehalten, habe ich das Gefühl.

Wie ist der Stand der Dinge?

Wir sind gut vorbereitet. Wir haben einen neuen Isolier-Kreißsaal eingerichtet. Dieser kann bei Bedarf zur Entbindung und auch als Wochenbettzimmer genutzt werden. Jede Schwangere und auch der Partner werden vor Eintritt in das Krankenhaus und auch noch einmal vor Eintritt in den Kreißsaal auf Infektionszeichen befragt und ggf. auch untersucht. Liegen keine Hinweise auf eine Infektion vor, steht einer normalen Geburt nichts im Wege. Einzig ein normaler Mundschutz wird den werdenden Eltern angelegt.

Welche Kenntnisse gibt es aktuell zur Infektion in der Schwangerschaft?

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt gibt es international keinen Hinweis, dass Schwangere durch das neuartige Coronavirus gefährdeter sind als die allgemeine Bevölkerung. Nach heutigem Kenntnisstand ist eine Infektion mit dem Coronavirus in der Schwangerschaft nicht mit dem Risiko einer Frühgeburt assoziiert. Es gibt auch keine Hinweise darauf, dass das Virus während der Schwangerschaft auf das Baby übertragen werden kann.

Ist eine Trennung von Mutter und Kind im Infektionsfall notwendig?

Nein, vorausgesetzt Ihrem Baby geht es gut und es muss nicht in der Neugeborenen-Station versorgt werden. Eine Abwägung der Risiken und Vorteile wird zwischen der Mutter, den Frauen- und Kinderärzten erfolgen. Diese Empfehlung kann sich ändern, wenn sich das Wissen über das neue Virus verändert.

Kommen weniger Frauen ins Krankenhaus aus Sorge?

Es besteht schon eine Unsicherheit, das ist doch klar. Wir haben viele telefonische Anfragen über die Abläufe, die Termine zur Geburtsanmeldung haben wir deutlich reduziert. Was deutlich weniger geworden ist, sind Vorstellungen in unserer Notfallambulanz; die Patientinnen kommen inzwischen nicht mehr bei Bagatellen. Die Patientinnen gehen tatsächlich nur noch in die Klinik, wenn sie ein Problem haben.

Wie sieht der konkrete Ablauf aus im Verdachtsfall oder bei nachgewiesener Infektion einer Schwangeren?

Wenn wir einen positiven Nachweis haben oder einen hochgradigen Verdacht, ergreifen wir Schutzmaßnahmen. Die Schwangere wird im Isolier-Kreißsaal 1zu1 von einer Hebamme und einem Arzt betreut. Falls möglich wird eine ambulante Geburt empfohlen. Das Neugeborene wird auf das Virus getestet.

Die wichtigste Frage für viele Schwangeren - dürfen Väter auch in Zukunft mit zur Geburt?

Das lässt sich leider nicht abschätzen, die Situation kann sich täglich ändern. Das Gesundheitsministerium in Kiel kann jederzeit eine entsprechende Verordnung treffen. Man muss bedenken, dass nur eine infizierte Person ausreichen kann, um den gesamten Betrieb im Kreißsaal lahmzulegen.

Raten Sie vermehrt zu ambulanten Entbindungen?

Ja, das bietet sich bei unkomplizierten Verläufen an. Die meisten Frauen haben ja eine Hebamme zu Hause, die die Wochenbettbetreuung übernimmt.