Augen auf beim Pilze sammeln

Augen auf beim Pilze sammeln

Sangerhausen

Im Spätsommer und Herbst ist Hochsaison für Pilze. Pilzsammler schätzen nicht nur den Geschmack von Steinpilz, Champignon und Co. Das Spazieren an der frischen Luft stärkt auch das Immunsystem. Doch wer nicht recht hinsieht, kann sich schnell vergreifen und schon landet ein Giftpilz im Körbchen. Die wichtigsten Fragen zur Pilzvergiftung beantwortet Dr. med. Ulrich Steinborn, Chefarzt der Inneren Medizin an der Helios Klinik Sangerhausen.

Mehr als 2.500 heimische Pilzarten gibt es. Dabei ist es nicht immer leicht zu erkennen, ob es sich um Gift- oder Speisepilze handelt. "Leider gibt es keine allgemeingültigen, sicheren Erkennungszeichen zur Unterscheidung", sagt  Dr. Ulrich Steinborn. "Daher sollte man nur Pilze sammeln, die man sicher kennt." Verschiedene Smartphone-Apps oder Bestimmungsbücher können eine Hilfestellung geben. Wer unsicher ist, sollte sich aber direkt an einen Pilzberater wenden.

Pilze sollten grundsätzlich nur gegart, niemals roh verzehrt werden. Die Garzeit liegt bei mindestens 15 Minuten.

Dr. med. Ulrich Steinborn, Chefarzt Innere Medizin

Mögliche Symptome einer Pilzvergiftung

  • Bauchkrämpfe
  • Durchfall
  • Erbrechen
  • Kopfschmerzen
  • Atemnot
  • Zittern
  • Sehstörungen
  • im Verlauf kann es zu Nieren- und Leberversagen oder zu Störungen des Herz-Kreislauf-Systems kommen

"Wenn nach dem Verzehr Symptome auftreten, sollte sofort ein Arzt, bei schweren Symptomen ein Notarzt (Tel. 112) kontaktiert werden", rät Dr. med. Ulrich Steinborn. Um die Pilzsorte bestimmen und rasch helfen zu können ist es hilfreich, Reste der zubereiteten Mahlzeit oder Putzreste aufzubewahren. "Informieren Sie weitere Personen, die etwas von der Pilzmahlzeit gegessen haben", so Dr. med. Ulrich Steinborn.

Auch die Zeitspanne zwischen dem Verzehr und dem Auftreten sollte angegeben werden können. Bitte sehen Sie davon ab, sich mit Hausmitteln versorgen zu wollen. Letztlich ist die Schwere der Erkrankung auch immer abhängig von der Art des Pilzes und der verzehrten Menge.

Bei einer Pilzvergiftung ist es besonders wichtig, auf den Flüssigkeits- und Elektrolytausgleich zu achten. Im Krankenhaus wird gegebenenfalls der Magen gespült und Aktivkohle verabreicht.

Darüberhinaus werden Blutdruck, Puls und die Atmung des Patienten überwacht. Bei bestimmten Pilzvergiftungen (z.B. Knollenblätterpilz) gibt es spezielle Medikamente, die die Sterblichkeit verringern.

Bei der Mehrzahl der Vergiftungen ist jedoch nur eine symptomatische Therapie möglich.

 

Fotos: Pixabay

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Sophie Rost

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