Bauchwandbruch - Die Beule am Bauch

Bei einer Hernie treten Bauchfell (Bruchsack) oder Eingeweide durch eine angeborene oder im Laufe des Lebens erworbene Lücke (Bruchpforte) in der Bauchwand hervor. Das Bauchfell ist die Haut, die den Bauchraum auskleidet und die meisten seiner Organe ganz oder teilweise umschließt. Der Inhalt der Hernie wird Bruchsackinhalt genannt und kann neben Bauchfell oder Bauchfett auch Anteile von Organen wie Darm oder Magen enthalten. Meist bildet sich eine von außen sichtbare Wölbung.

Muss denn jede Vorwölbung operiert werden?

Ein Bauchwandbruch heilt nicht von alleine aus und ist bei Erwachsenen behandlungsbedürftig. Eine Ausnahme bilden Säuglinge, bei denen sich ein Nabelbruch meist innerhalb eines Jahres verwächst.
Häufig sind Brüche auch mit Schmerzen - vor allem bei Belastung - verbunden, wobei die kleineren Brüche häufiger mehr Schmerzen machen als die größeren.

Brüche können im Bereich der gesamten Bauchwand, des Zwerchfells, der Leiste, des Schenkels, des Nabels oder einer bestehenden Narbe auftreten. Frauen neigen eher zu einem Schenkelbruch, Männer hingegen zu einem Leistenbruch.

Gefahr ist in Verzug, wenn der Bruch nicht sofort zurückgedrückt werden kann: Wenn sich Fettanteile der Bauchhöhle oder gar Darmanteile  in die Bruchlücke einklemmen, spricht man von einer Inkarzeration: Es besteht die große Gefahr der Durchblutungsstörung, wodurch Fett- oder Darmgewebe absterben können. Prinzipiell besteht bei jedem Bruch die Gefahr einer Einklemmung. Liegt eine Inkarzeration vor ist eine Notoperation unumgänglich. Diese Gefahr und die Schmerzen nach Belastung sind die Indikation, weswegen jeder Bauchwandbruch operiert werden sollte.

Und wie wird operiert?

Für Operationen bei Bauchwandhernien gibt es verschiedene Vorgehensweisen: Grundsätzlich geht es darum, die bestehende Lücke dauerhaft zu verschließen. Nur bei kleinen, unkomplizierten Brüchen kann bei Erwachsenen dies ausschließlich über Nähte erfolgen. Ausnahme bilden auch Kinder und Jugendliche, bei denen kein Netz verwendet wird.

Der sog. Goldstandard ist die Operation mittels Netzversorgung- egal ob Leisten-, Bauchwand-, Zwerchfell- oder Narbenbruch. Bei über 90% der Patienten erfolgt dies in minimal-invasiver Technik. Das Kunststoffnetz stabilisiert den jeweiligen Bereich. Netze, die in Operationen bei Bauchwandhernien eingesetzt werden, müssen deutlich größer sein als die bestehende Lücke, damit sie gut mit dem körpereigenen Gewebe verwachsen können.

Welches Verfahren wir als Chirurgen wählen- ob minimal-invasiv oder offen chirurgisch, mit - oder ohne Netzverstärkung - hängt letztendlich von der Größe und Lage der Hernie sowie eventuellen weiteren Komplikationen wie Verwachsungen durch Narbengewebe ab. Zusätzlich hängt dies von der Art des Bruchs "Erstbruch oder Rezidiv" sowie den Begleiterkrankungen des Patienten ab.

Konservative Behandlungsmöglichkeiten mit Bruchband, Mieder oder Bruchhose sollten Ausnahmefällen vorbehalten sein.

Wir beraten Sie gern!