Die Gallenblase und das Steinleiden

Bei Ihnen sind Gallensteine festgestellt worden - egal ob zufällig oder weil Sie Beschwerden hatten. Was nun? Gallensteine sind verklumpte Bestandteile der Gallenflüssigkeit, die in der Leber produziert wird und in der Gallenblase gespeichert wird. Ungefähr jede fünfte Frau und jeder zehnte Mann über 40 Jahre in unserer Bevölkerung haben Gallensteine. Frauen sind somit häufiger betroffen als Männer. Zu den Risikofaktoren zählen das weibliche Hormon Östrogen, Diabetes, Fettleibigkeit und genetische Aspekte. Aber auch junge und sportliche Menschen können Gallensteine entwickeln, vorbeugen kann man also nicht.

Prinzipiell kann man über Jahre mit Gallensteinen leben, ohne dass diese Beschwerden auslösen. Hatten Sie noch nie Beschwerden, ist eine Operation nicht zwingend notwendig.

ABER - Gallensteine können mit der Galleflüssigkeit ausgeschwemmt werden und im Hauptgallengang eine Abflussbehinderung verursachen. Das macht sich als Gallenkolik bemerkbar. Im Extremfall kommt es zur Gelbsucht und Entzündung der Gallenwege in der Leber. Löst der Stein bei seiner Wanderung in den Darm eine Schwellung aus, kann eine akute Bauchspeicheldrüsenentzündung die Folge sein. In der Gallenblase selbst können die Steine sowohl eine chronische aber auch eine akute Gallenblasenentzündung auslösen.

Muss man darauf erst warten? NEIN - Bei Beschwerden ist es sinnvoll zu operieren, bevor Komplikationen auftreten. Denn ist die Entfernung der Gallenblase als geplante Operation durchführbar, sind die Risikofaktoren um ein vielfaches geringer als im Notfall. Nur noch in Ausnahmefällen muss diese Operation über einen Bauchschnitt durchgeführt werden, die Regel ist ein laparoskopischer Eingriff. Alternativen wie Gallensteinzertrümmerung mit Schallwellen sowie Gallensteinauflösung mit Medikamenten werden wegen schlechter Langzeitergebnisse heutzutage nicht mehr empfohlen.

Braucht man denn die Gallenblase überhaupt?

Die Gallenblase hat lediglich eine Reservoirfunktion für Galleflüssigkeit, die nur bei Hungerphasen über Tage notwendig wäre. Nach der Entfernung kommt es gelegentlich zu Einschränkungen bei stark fetthaltigen Speisen, wenn die dann dauerhaft in geringeren Mengen in den Darm abgegebene Galleflüssigkeit im Verhältnis zur Fettaufnahme nicht ausreicht. Eine spezifische Diät ist nach der Operation nicht erforderlich, Sie dürfen essen „was Sie vertragen“.