Wenn die Haut nicht heilen kann

Wollen Wunden nicht heilen, gelten Sie als chronisch. Mehr als eine Million Patienten leiden in Deutschland an dieser Erkrankung – und mit stark eingeschränkter Lebensqualität. Betroffene haben körperlich starke Schmerzen, müssen Einschränkungen der Mobilität und nicht zuletzt soziale Isolation in Kauf nehmen. Die Spezialisten unserer Hautklinik setzen moderne Therapien ein, um die Wundheilung zu unterstützen.

Eine Wunde gilt als therapieresistent, also chronisch, wenn sich innerhalb von drei Monaten unter optimaler  Therapie keine Heilungstendenz zeigt - oder wenn sie nach nach zwölf Monaten nicht abgeheilt ist.

Als Ulcus (Geschwür) werden schlecht heilende, teilweise auch infizierte Wunden an der Haut oder den Schleimhäuten bezeichnet, die bis in die tiefen Schichten der Haut, manchmal auch bis in das Fettgewebe oder bis auf die Knochenhaut reichen.  

Die Ursachen der verzögerten Wundheilung sind mannigfaltig. Kranke Venen sind die häufigste Ursache für chronische Wundheilungsstörungen am Unterschenkel. Weitere Auslöser:

  • arteriellen Verschlusskrankheit (Arteriosklerose)
  • Wundheilungsstörungen bei Diabetes mellitus,
  • eingeschränkte Beweglichkeit nach Operationen,
  • Strahlen- oder Chemotherapie
  • Gefäßentzündungen (Vaskulitiden)
Stationärer Aufenthalt zur Diagnose

Die Abklärung der exakten Ursache erfordert in der Regel einen stationären Aufenthalt von sieben bis zehn Tagen in unserer Klinik.

Interdisziplinäre, also fachübergreifende Wundbehandlung bedeutet nícht nur Behandlung der Wunde, sondern beinhaltet auch die Ursachenforschung. Faktoren, welche die schlechte Wundheilung hervorrufen, müssen berücksichtigt, behandelt und, wenn möglich, behoben werden. Dazu gehören Stoffwechselerkrankungen, Erkrankungen des Gerinnungssystems, des Bindegewebsstoffwechsel, aber auch rheumatologisch-entzündliche und arteriosklerotische Gefäßerkrankungen.

Die enge Zusammenarbeit mit anderen Fachdisziplinen im Haus wie den Abteilungen der Inneren Medizin, der Radiologie sowiei der Gefäß- und Unfallchirurgie steht im Mittelpunkt Ihrer Behanldung. Bei lang anhaltenden therapieresistenten Schmerzen bieten wird Ihnen eine spezielle Schmerztherapie an.

Viele chronische Wunden sind aufgrund der andauernden, wiederholten Antibiotikatherapie mit multiresistenten Bakterien besiedelt. Die aktuelle Rate von zum Beispiel methacillinresistentem Staphylococcus aureus, dem oft genannten MRSA, liegt in Deutschland bei knapp zehn Prozent.

Aus hygienischer Sicht ist es daher absolut notwendig, vor der Behandlung einer chronischen Wunde genau zu wissen, welche Bakterien sich auf der Wunde und/oder auf dem Körper des Patienten befinden. Liegen solche resistenten Bakterien vor, werden Sie als Patient während der Behandlung in in einem Isolierzimmer untergebracht. So verhindern wir, dass sich er Keim im Krankenhaus weiter ausbreitet. Diese Behandlung muss solange fortgesetzt werden, auch zu Hause, bis die Keime saniert sind.

Wir versorgen Ihre Wunde chirurgisch, das heißt, wir reinigen die Wunde und tragen des abgestorbenen Gewebe ab. Anschließend versorgen wir die Wunde mit modernen Wundverbandstechniken, etwa der Vakuum-Therapie. Zur Wundreinigung setzen wir auch medizinische Biochirurgie mit Fliegenmaden aus dem Labor ein. In Zusammenarbeit mit allen Abteilungen besteht die Möglichkeit von Voll- und Spalthautdeckungen, plastischer Defektdeckung sowie Wundshaving.

  • Operative Behandlung der Ursachen, etwa bei Krampfadern oder verkalkten Arterien bei peripherer arterieller Verschlusskrankheit, gemeinsam mit unserer Klinik für Gefäßchirurgie
  • Phasengerechte Therapie nach dem Prinzip der feuchten Wundbehandlung
  • Anleitung zur richtigen Anlage eines Wundverbandes durch fachspezifisch ausgebildete Ärzte und Pflegekräfte
  • Kompressionstherapie unter Anleitung bei Patienten mit chronischem Venenleiden 
  • Unterstützende Maßnahmen wie Krankengymnastik und Lymphdrainage durch unsere Physiotherapeuten