Männergesundheit: Gute Vorsorge beginnt im Kopf
Mehr als nur Krebsvorsorge

Männergesundheit: Gute Vorsorge beginnt im Kopf

Berlin

Allein in Deutschland erkranken jährlich über 250.000 Männer an Krebs. Wie Mann bestimmte Risikofaktoren vermeiden und somit Krankheiten vorbeugen kann, erklärt Präventionsexpertin Dr. med. Birgit Hildebrandt im Interview.

Welche Regeln sollten Männer für eine gute Gesundheitsvorsorge beachten?

Vorsorge sollte vor allem jeden Tag stattfinden. Mit guter Ernährung, Bewegung, Nikotinverzicht, ausreichend Schlaf und einem vorsichtigen Umgang mit Alkohol und Medikamenten kann Mann mindestens 50 Prozent der sogenannten Volkskrankheiten vermeiden – auch Krebserkrankungen. Gezielte Check-ups kommen ergänzend hinzu: Eine Hautkrebsvorsorge macht ab dem 35. Lebensjahr Sinn – bei erblichem Risiko oder häufigen Sonnenbränden schon früher. Prostata, Nieren und Harnwege sollten Männer ab 40 vom Urologen untersuchen lassen, auf Wunsch wird auch das prostataspezifische Antigen als Tumormarker im Blut bestimmt. Die Darmkrebsfrüherkennung beginnt regulär mit dem 50. Lebensjahr. Dazu gehört jährlich ein immunologischer Stuhltest und spätestens mit 55 Jahren die erste Vorsorge-Darmspiegelung. Übrigens: Die Spiegelung selbst wird von Patienten im Nachhinein immer als komplett harmlos, die Sorge davor als unbegründet empfunden.

Prävention soll keine Kontrollmedizin, sondern vielmehr eine Anleitung zum Gesundbleiben sein.

Dr. med. Birgit Hildebrandt, Präventionsexpertin

Was empfehlen Sie beruflich stark eingespannten „Arztmuffeln“?

Je mehr ein Mann beruflich und privat eingespannt ist, desto wichtiger ist eine „gesunde“ tägliche Routine. Ob das ein paar Übungen am Morgen sind, ein ausgewogenes Frühstück oder ein zügiger Spaziergang am Abend – wichtig ist, dass wir nicht täglich neu mit dem inneren Schweinehund verhandeln. Viele glauben nicht, wie einfach sich die Leistungsfähigkeit mit guter Ernährung verbessern lässt, bis sie es selbst versuchen. Immer mehr verantwortungsbewusste Arbeitgeber ermöglichen ihren Mitarbeitern regelmäßige Vorsorge-Check-ups. Zu uns kommen Männer, die sich nicht krank fühlen und so auch nicht vom Hausarzt gesehen werden – dennoch entdecken wir häufig Risikofaktoren, die sicher in den nächsten Jahren zum Gesundheitsproblem werden. Für die Prävention ist daher nicht wichtig, viele Daten und eindrucksvolle Bilder zu erlangen, sondern vielmehr, die Teilnehmer zu sensibilisieren, selbst auf sich achtzugeben.

Was bieten Sie im Check-up bei Helios für die Männergesundheit?

Unsere Präventionszentren sind bewusst in die Klinikstrukturen von Helios eingebunden. So haben wir alle Spezialisten und die Labore gleich vor Ort, wenn sich ein Befund ergibt, der etwas genauer geprüft werden muss. Daneben besteht der Vorteil, an nahezu allen HPC-Standorten das gesamte Vorsorgespektrum, inklusive Darmspiegelung, anbieten zu können. Sämtliche Ergebnisse erhält der Teilnehmer am Ende des Tages verständlich aufbereitet – hier ist seine Motivation, etwas zu verändern, besonders hoch. Diesen Moment nutzen wir und entwickeln gemeinsam mit ihm eine sinnvolle Strategie, die gut in seinen Alltag passt und einfach umzusetzen ist. Prävention soll keine Kontrollmedizin, sondern vielmehr eine Anleitung zum Gesundbleiben sein.