Der Behandlungsweg von der akuten Schmerztherapie bis zur Operation

Der Behandlungsweg von der akuten Schmerztherapie bis zur Operation

Die Behandlung der akuten Rückenschmerzpatienten nimmt in der Klinik für Neurochirurgie einen immer bedeutenderen Platz ein. Je nach Bedarf wird eine Vielzahl an Behandlungsmöglichkeiten angeboten.

Wenn sich der akut schmerzgeplagte Patient vorstellt, werden zunächst eine ausführliche Schmerzanamnese sowie eine neurologische Untersuchung vorgenommen, um zu ermitteln, welche Diagnostik eingeleitet werden soll. Grundsätzlich wird das individuelle Behandlungskonzept erst erstellt, wenn die bildgebende Diagnostik aktualisiert wurde. Hintergrund dafür ist, den genauen krankhaften Befund herauszufinden, der die Schmerzen verursacht. Anhand der vorliegenden MRT- oder CT-Aufnahmen kann nun der Behandlungsplan erstellt werden.

Die akute Schmerztherapie

Wichtig ist es bei akuten Schmerzpatienten, einen kausalen Zusammenhang zwischen den Beschwerden und dem bildgebenden Befund zu erkennen. Wenn nun die Ursache für die Rückenschmerzen ermittelt ist, erfolgt zunächst eine akute Schmerztherapie unter dem Einsatz von Medikamenten u.a. Schmerzmitteln, Physiotherapie, Krankengymnastik und Infiltrationen an den kleinen Wirbelgelenken oder an der betroffenen Nervenwurzel. Bei ca. 70 Prozent der Fälle bringt die akute Schmerzbehandlung einen positiven Behandlungserfolg. Die Patienten mit akuten Schmerzen, bei denen die Schmerztherapie ohne Erfolg blieb, werden falls dies notwendig und geboten ist mit einer Operation behandelt. Patienten mit chronischen Schmerzen werden im interdisziplinären Ansatz in der Klinik für Neurochirurgie diagnostiziert und im Zentrum für Schmerztherapie (multimodale Schmerztherapie) versorgt.

Die operative Behandlung

Für die Patienten, die eine Operation benötigen, wird das OP-Verfahren herangezogen, das den Befund des Patienten am besten behandeln kann. Zum sehr breiten operativen Behandlungsspektrum gehören Behandlungen der degenerativen Wirbelsäulenerkrankungen, Tumore der Wirbelsäule aller Art und der Deformitäten der Wirbelsäule wie Skoliose. Die operative Behandlung von Wirbelbrüchen reichen von den sehr schonenden minimalinvasiven Verfahren (Vertebroplastie/ Kyphoplastie) bis zu offenen Stabilisierungsverfahren, die im klinischen Alltag routinemäßig Anwendung finden. Unsere Patienten bekommen eine ganzheitliche Behandlung und werden erst dann operativ behandelt, wenn die konservativen und minimalinvasiven Maßnahmen nicht mehr oder überhaupt nicht greifen.

Die Operationen werden mit Hilfe modernster endoskopischer, mikrochirurgischer oder computergestützter Verfahren vorgenommen bis hin zu komplexen rekonstruktiven Eingriffen einschließlich des langstreckigen Wirbelkörperersatzes.

Dr. med. Farid Youssef, Chefarzt Neurochirurgie, Wirbelsäulenchirurgie und Neuromodulation