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Schluckbeschwerden: Wie Logopäden helfen können

Bei einer möglichen Schluckstörung prüft die Logopädie unter anderem die Funktionsfähigkeit der Mund- und Gesichtsmuskulatur. Doch was heißt das eigentlich und was sollten Betroffene wissen?

Schlucktraining in der Logopaedie - Pirna

Aufgaben der Logopädie

Fragt man einen Unbeteiligten, was den Berufsalltag von Logopäd:innen ausmacht, hört man häufig: „Das sind doch die, zu denen die Kinder gehen müssen, wenn sie lispeln, oder?". Das stimmt zum Teil, denn ein wichtiges Tätigkeitsfeld der Logopäd:innen ist die Unterstützung von Kindern mit Sprach- und Sprechstörungen.

Ein weiterer Schwerpunkt ihrer Arbeit ist aber auch die Behandlung von Patient:innen mit Schluckstörungen – zum Beispiel nach einem Schlaganfall, bei Morbus Parkinson oder Multiple Sklerose.

„Neben den neurologischen Erkrankungen können auch Tumore im Halsbereich dazu führen, dass Schluckstörungen auftreten", erklärt Alena Glienicke, Logopädin am Helios Klinikum Pirna.

Und auch das Alter als solches, das eine Erschlaffung der Muskulatur, die für den Schluckprozess verantwortlich ist, mit sich bringen kann, ist eine mögliche Ursache für Beschwerden. Die trüben dann nicht nur den Genuss von Speisen und Getränken, sondern führen meist auch zu Flüssigkeitsmangel, Gewichtsabnahme und möglicherweise sogar zu einer gefährlichen Lungenentzündung.

Schluckstörung identifizieren

Liegt eine mögliche Schluckstörung vor, untersuchen Logopäd:innen zuerst klinisch. Dabei werden Getränke in unterschiedlichen Mengen gereicht, die Funktionsfähigkeit der Mund- und Gesichtsmuskulatur überprüft und ganz genau darauf geachtet, wie sich die Stimme anhört.

„Auffällig wäre es zum Beispiel, wenn ein Patient mit gurgelnder Stimme spricht", erklärt die Logopädin. Im nächsten Schritt arbeiten Ärzt:innen und Logopäd:innen in der Diagnostik eng zusammen. Dann nämlich, wenn eine schluckendoskopische Untersuchung ansteht. Dabei wird über die Nase ein dünnes Videoendoskop in den Rachenraum geschoben. „Dadurch können wir die Bewegungsabläufe der Muskultur beim Schlucken von angefärbten Flüssigkeiten und Speisen genau nachvollziehen", sagt Alena Glienicke weiter. Je nachdem, ob und wo Speisereste oder Flüssigkeit hängen bleiben, wird schließlich ein Therapieplan erstellt.

Helios Klinikum Pirna

Logopädin

Unser oberstes Therapieziel ist selbstverständlich, dass die Patienten wieder essen und trinken können, ohne sich zu verschlucken.

Wieder normal essen und trinken

"Unser oberstes Therapieziel ist selbstverständlich, dass die Patienten wieder essen und trinken können, ohne sich zu verschlucken", sagt die Logopädin. Nach einem Schlaganfall kann es zum Beispiel vorkommen, dass eine der beiden Stimmlippen, die normalerweise beim Schluckvorgang geschlossen werden, nicht mehr voll funktionsfähig ist. „Essen kann in die Luftröhre gelangen. Dann versuchen die Logopäden zunächst, die schluckrelevanten Muskeln zu kräftigen. Weiterhin trainieren sie mit den Patienten bestimmte Kopfhaltungen, die die Gefahr reduzieren, dass Nahrung in die Luftröhre gelangt. Das kann schon eine kleine Kopfdrehung sein, die hier unseren Patienten hilft", erklärt Alena Glienicke.

Zusätzlich und für Betroffene deren Schluckmuskulatur altersbedingt erschlafft ist, passt die Logopädin gemeinsam mit ihnen deren Speiseplan an. „Wir achten dann darauf, dass wir auf krümelige Kekse oder kleinkörnige Produkte sowie Speisen mit Mischkonsistenz, also zum Beispiel ein Kompott mit Saft und Fruchtstücken, verzichten. Getränke können wir andicken", erklärt sie.

Hinweis der Redaktion: Die im Zitat gewählte männliche Form bezieht sich immer auch auf weibliche und diverse Personen, die ausdrücklich mitgemeint sind.

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