Mit High-Tech-Puppe den Ernstfall geprobt
Pressemitteilung

Mit High-Tech-Puppe den Ernstfall geprobt

Pirna

Notfallsituationen verlangen viel von Ärzten und Pflegekräften ab. Um für den Ernstfall noch besser gerüstet zu sein, fand im Helios Klinikum Pirna in den letzten Tagen ein realitätsnahes Training mit einer High-Tech-Puppe statt.

Ein dumpfes Atmen ist zu hören, Augen schließen und öffnen sich, an Arm und Hals ist ein Puls messbar, der Oberkörper hebt und senkt sich; plötzlich werden die Lippen blau und ein Monitor schlägt Alarm. Ärzte und Pflegekräfte kommen in den Raum und kümmern sich sofort um den Patienten: eine Puppe, nicht aus Fleisch und Blut, sondern aus Kunststoff und mit ganz viel versteckter Technik.

Die Puppe ist Hauptdarsteller im Simulationstraining, das seit 2. Mai täglich für insgesamt 45 Ärzte und Pflegekräfte der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin, der Intensivstation und des Operationsbereiches des Helios Klinikums Pirna sowie 10 Teilnehmern aus anderen Helios Kliniken der Region durchgeführt wurde.

In kleinen Gruppen wurde tageweise geübt. Dafür wurde vom Helios Simulationszentrum Erfurt in der Tagesklinik des Pirnaer Krankenhauses ein Bereich eingerichtet, der einem realen anästhesiologischen beziehungsweise intensivmedizinischen Arbeitsplatz nachempfunden ist. Neben der Ausstattung und dem vermeintlichen Patienten waren ein Techniker und zwei Instruktoren des Simulationszentrums vor Ort, die die insgesamt sechs Schulungen durchgeführt haben.

Simulationstraining
Die Teilnehmer lernen die Funktionen der Puppe kennen; sogar ein Beatmungstubus kann gelegt werden.

Der Schulungstag begann zunächst mit Theorie: Welche individuellen Faktoren spielen bei einem Notfall eine Rolle? Wie wichtig ist Teamfähigkeit im Ernstfall? Und welche Herausforderungen warten neben Stress noch in einer Notfallsituation auf mich? Nach der Einführung lernten die Teilnehmer den Simulationsplatz und den High-Tech-Patienten kennen. "In der Realität ist es sehr wichtig, seine Arbeitsumgebung zu kennen, um im Notfall schnell reagieren zu können", sagt Dirk Bierawski, Fachpfleger und einer der Trainer, und zeigt alle Geräte die im Raum aufgebaut wurden. Auch der fiktive Patient wird eingehend vorgestellt: "Unsere Puppe kann sprechen, atmen und zwinkert ab und an. Auch der Puls ist fühlbar und über einen Lautsprecher im Brustkorb kann die Puppe sogar sprechen", erklärt Bierawski weiter.

Simulationstraining
Die Trainer überwachen das Notfallszenario von einem Nebenraum aus. Hier können sie per Computer auch die Puppe steuern.

Dann ging es ans eigentliche Training. Pro Tag wurden vier verschiedene Szenarien geübt und mit mehreren Kameras aus unterschiedlichen Perspektiven aufgenommen. Die Teilnehmer, die gerade nicht selbst aktiv trainiert haben, konnten live per Videoübertragung die Situation beobachten. "Das Training ist ein Notfalltraining, aber auch ein Training zur menschlichen Interaktion", sagt Jan-Mike Mertens, Oberarzt Anästhesie und Intensivmedizin und zweiter Trainer vor Ort. Ziel ist es, im Notfall als Team zu agieren. Dafür provozieren die Trainer bewusst kritische Situationen und steuern die Puppe über einen Nebenraum. "Die Teilnehmer der Kurse vergessen schnell, dass dort eine Puppe vor ihnen liegt, arbeiten hart, um den fiktiven Patienten am Leben zu halten und realisieren meist erst bei der Auswertung, dass es sich nur um eine Simulation gehandelt hat", so Mertens weiter.

Im Anschluss an die praktischen Übungen fanden dann Auswertungen mit allen Teilnehmern statt. Die Situationen, Handlungen und Interaktionen wurden untereinander, auch mit Hilfe von Videoanalyse, besprochen. "Oft wissen die Teilnehmer nicht mehr, was sie während des Trainings gesagt oder wie sie sich verhalten haben. Mit den Aufzeichnung können wir die Kommunikation und das Verhalten im Detail analysieren - gewissermaßen auch einen Spiegel vorhalten", erklärt Mertens. Das ist für den Lerneffekt enorm wichtig. Auch Studien belegen mittlerweile: Solche Trainings helfen, im Notfall noch besser gerüstet zu sein. Und das nützt am Ende vor allem den Patienten.

Zum Abschluss der Schulungstage bleibt ein positives Feedback aller Teilnehmer. Diese haben für sich selbst und auch für die Zusammenarbeit als Team viel gelernt.

Simulationstraining bei Helios

Helios verfügt über drei eigene große Simulationszentren: in Erfurt, Krefeld und Hildesheim. In diesen Zentren werden Teamtrainings für die Bereiche Intensivmedizin, Notfallmedizin, Anästhesie und Gastroenterologie sowie die Chirurgie, Radiologie, Gynäkologie, Urologie und Kardiologie durchgeführt; sogar Simulationen an Kinder- und Neugeborenenpuppen sind möglich. Angestrebtes Ziel ist es, dass alle Anästhesisten, Anästhesiepflegekräfte und Intensivmediziner ein Simulationstraining pro Jahr besuchen.

Helios ist Europas führender privater Krankenhausbetreiber mit mehr als 100.000 Mitarbeitern. Zum Unternehmen gehören unter dem Dach der Holding Helios Health die Helios Kliniken in Deutschland und in Spanien (Quirónsalud). Rund 17 Millionen Patienten entscheiden sich jährlich für eine medizinische Behandlung bei Helios. 2017 erzielte das Unternehmen in beiden Ländern einen Gesamtumsatz von 8,7 Milliarden Euro.

In Deutschland verfügt Helios über 111 Akut- und Rehabilitationskliniken, 89 Medizinische Versorgungszentren (MVZ), vier Rehazentren, 17 Präventionszentren und 12 Pflegeeinrichtungen. Jährlich werden in Deutschland rund 5,3 Millionen Patienten behandelt, davon vier Millionen ambulant. Helios beschäftigt in Deutschland mehr als 74.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2017 einen Umsatz von rund 6,1 Milliarden Euro. Helios ist Partner des Kliniknetzwerks "Wir für Gesundheit". Sitz der Unternehmenszentrale ist Berlin.

Quirónsalud betreibt in Spanien 45 Kliniken, 55 ambulante Gesundheitszentren sowie rund 300 Einrichtungen für Betriebliches Gesundheitsmanagement. Jährlich werden hier rund 11,6 Millionen Patienten behandelt, davon 11,2 Millionen ambulant. Quirónsalud beschäftigt mehr als 32.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2017 einen Umsatz von rund 2,6 Milliarden Euro.

Helios Deutschland und Spanien gehören zum Gesundheitskonzern Fresenius.

Pressekontakt

Kristin Wollbrandt

Referentin Unternehmenskommunikation und Marketing

Telefon: (03501) 71 18-12 46

E-Mail: kristin.wollbrandt@helios-gesundheit.de