Thoraxchirurgie

Entzündliche Lungenerkrankungen

Eine entzündliche Lungenerkrankung kann eine potentiell lebensbedrohliche Infektion darstellen. Patienten mit frühzeitiger und angepasster Behandlung haben jedoch eine hohe Chance einer vollständigen Ausheilung. Lesen Sie hier mehr über Symptome, Diagnose und Behandlung.

Computertomographie mit dem typischen Bild eines Pleuraempyems im rechten Unterfeld.

Was sind entzündliche Lungenerkrankungen?

Zu den entzündlichen Lungenerkrankungen gehört das sogenannte „Pleuraempyem“. Dabei handelt es sich um eine Ansammlung von infizierter Flüssigkeit (Eiter) zwischen der Lungenoberfläche und der Brustwand. Ein Pleuraempyem wird häufig durch eine Lungenentzündung verursacht und tritt dann entweder während oder nach der Lungenentzündung auf. Bei fast der Hälfte der Patienten mit Lungenentzündung entsteht ein Erguss, der sich in bis zu 5 % dieser Fälle infizieren kann und dann weiter zum Pleuraempyem entwickelt. Am häufigsten betroffen sind Patienten mittleren und höheren Lebensalters, bzw. Patienten mit mehrfachen Begleiterkrankungen und Immunschwäche. 

Welche Symptome gibt es?

Da es sich bei fortgeschrittenem Pleuraempyem um eine schwere Infektion handelt, bestehen meist hohes Fieber, Abgeschlagenheit, Husten mit Auswurf, Atemnot und ggf. Brustkorbschmerzen. Im Rahmen einer antibiotischen Behandlung können diese Symptome nur gering ausgeprägt sein, so dass ein Pleuraempyem zunächst nahezu unbemerkt bestehen kann. 

Wie wird eine entzündliche Lungenerkrankung diagnostiziert?

Das Pleuraempyem wird anhand klinischer Symptome, Laboruntersuchungen (wie z.B. Leukozytose, CRP-Erhöhung) und von radiomorphologischen Befunden (Ultraschall, Röntgenbild und einer Computertomographie des Brustkorbes) diagnostiziert. Mittels Ergusspunktion kann eine zusätzliche Absicherung der Diagnose erfolgen.

Wie wird eine entzündliche Lungenerkrankung behandelt?

Das Pleuraempyem erfordert eine dringliche und meist interdisziplinäre Behandlung (Pneumologie und Thoraxchirurgie). Das Ziel eines operativen Vorgehens ist die Entfernung des entzündlichen (eitrigen) Materials sowie die Wiederherstellung der Lungenausdehnung. Die Empyemhöhle wird komplett gereinigt und die Pleurablätter werden mechanisch von Belägen befreit. Zumeist sind diese Maßnahmen ausreichend, um eine komplette Wiederausdehnung und Ausheilung der Lunge und des Rippenfells zu erzielen.