Zertifiziert nach DKG: Was bedeutet das?

Unser Onkologisches Zentrum ist von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) zertifiziert worden. Das Zertifizierungssystem wurde konzipiert, um die Qualität der medizinischen Behandlung sicherzustellen. Nur wer die hohen fachlichen, technischen und organisatorischen Standards erfüllt, erhält das deutschlandweit anerkannte Zertifikat der DKG.

Wussten Sie schon

Der Begriff "Zentrum" ist nicht geschützt, d. h.  jeder darf ihn verwenden. Aber: Nur Zentren mit dem DKG Zertifikat müssen sich den strengen Qualitätskontrollen der Deutschen Krebsgesellschaft unterziehen.

Historischer Kontext

2008 wurde von dem Bundesministerium für Gesundheit der Deutsche Krebsgesellschaft, der Deutsche Krebshilfe und der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren (ADT) der Nationale Krebsplan ausgerufen. Die Initiatoren haben es sich zum Ziel gesetzt, die Qualität der Versorgung bei Krebserkrankungen in Deutschland zu verbessern. In diesem Sinne wurde ein dreistufiges Modell der Krebsversorgung entwickelt, dessen Grundlage die zertifizierten Zentren sind.

Was ist ein "zertifiziertes Zentrum"?

Unter einem sog. zertifizierten Zentrum wird ein Netzwerk aus stationären und ambulanten Einrichtungen verstanden, in denen Fachärzte, Pflegekräfte, Psychoonkologen, Physiotherapeuten und Sozialarbeiter eng zusammenarbeiten.

Die DKG vergibt Zertifikate an zwei verschiedene Arten von Zentren: An Organkrebszentren wie zum Beispiel Brust, Darm, Pankreas und Magen und übergeordnet, wenn eine besondere Expertise in der Behandlung von Krebserkrankungen vorliegt an Onkologische Zentren. In einem Onkologischen Zentrum werden mehrere Tumorarten unter einem Dach betreut. Es ist fächerübergreifend vernetzt und verfügt über ein anerkanntes Qualitätsmanagementsystem. Zudem enthält es mindestens drei zertifizierte Organzentren. Letztere haben sich auf jeweils eine Tumorart spezialisiert. Organzentren mit den Fachrichtungen Darm, Pankreas, Leber oder Magen werden organisatorisch im Viszeralonkologischen Zentrum verortet.

In Pforzheim wurden in den letzten 10 Jahren entsprechende zertifizierte Zentren in den Bereichen  Brust, Darm, Magen und Pankreas aufgebaut. Das Darm-, Magen- und Pankreaszentrum bilden gemeinsam das Viszeralonkologische Zentrum. Hinzu kommen die Organzentren für Brust- und Prostatakrebs. Gemeinsam sind sie unter dem Dach des Onkologischen Zentrums organisiert.

Strenge Qualitätskontrolle

Trotz unterschiedlicher Aufgabenspektren unterziehen sich alle Zentren freiwillig der strengen Qualitätskontrolle der Deutschen Krebsgesellschaft. Einmal jährlich werden die Anforderungen anhand eines standardisierten Erhebungsbogens überprüft.

Anforderungen für das Onkologische Zentrum:

  • Es muss mindestens einmal wöchentlich eine Tumorkonferenz stattfinden, in der für alle Krebspatienten ein individuelles Behandlungskonzept erstellt wird
  • Fachbereiche müssen interdisziplinär zusammenarbeiten. Nach Bedarf sind weitere Berufsgruppen (Pflege, Apotheker, Schmerztherapeute) hinzuzuziehen
  • Jedem Patienten muss die Möglichkeit eines psychoonkologischen Gespräches angeboten werden können
  • Patienten müssen vom Sozialdienst jederzeit, d. h. in allen Phasen der Erkrankung, beraten werden können
  • Es müssen aktive onkologische Fachpflegekräfte angestellt sein
  • Regelmäßige Fort- und Weiterbildungen sind für Ärzte und Pflegepersonal verpflichtend

Darüber hinaus gibt es viele weitere Anforderungen in den Bereichen Datenschutz, Qualitätsmanagement und Dokumentation.

Auch für die Organzentren gibt es spezielle Auflagen. So werden beim Darmzentrum beispielsweise pro Jahr 50 Primärfälle bei der Behandlung von Darmkarzinomen gefordert. So wird sichergestellt, dass betroffene Patienten nur von Chirurgen behandelt werden, die über die entsprechende operative Erfahrung in der Onkologie verfügen.