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Von Herzen aufatmen
Behandlung mit dem MitraClip

Von Herzen aufatmen

Pforzheim

Kurzatmigkeit, Schwächegefühl: Peter Burkhardt (76) und Herbert Birle (83) wurden im Alltag zunehmend von den Symptomen ihrer Mitralinsuffizienz geplagt. Im Helios Klinikum Pforzheim konnte der Herzklappenfehler auch ohne große Herzoperationbehoben werden - dank eines minimalinvasiven Verfahrens, dem MitraClip.

Prof. Dr. Ilka Ott erklärt Peter Burkhardt und Herbert Birle das MitraClip-Verfahren.

Für Peter Burkhardt wurde die einst geliebte Gartenarbeit aufgrund seiner Herzprobleme immer mehr zur Last. Und auch Herbert Birle wurde in seinem Alltag zunehmend von den Folgen seiner Herzklappenerkrankung eingeschränkt. Viele Nächte verbrachte er von Erstickungsanfällen geplagt an der Bettkante sitzend. Die Entscheidung für die neue Behandlungsmethode der gezielten Herzklappenreparatur mit dem MitraClip-Verfahren fiel beiden vor diesem Hintergrund nicht schwer.

Am 15. Mai war es soweit: Peter Burkhardt wurde als erster Patient am Helios Klinikum Pforzheim von der neuen Chefärztin der Kardiologie, Prof. Dr. Ilka Ott, mit MitraClip behandelt. Der Eingriff, bei dem über einen kleinen Schnitt an der Leistenvene ein Katheter bis zur betroffenen Herzklappe eingeführt wird, um den Clip zu platzieren, dauerte knapp zwei Stunden. Nach dem Aufwachen aus der Narkose spürte er den Druckverband – aber vor allem auch, dass das Atmen wieder leichter fiel.
Nach wenigen Nächten im Klinikum konnte er bereits wieder nach Hause. Er sei „ziemlich schnell wieder auf die Beine gekommen", erzählt Herr Burkhardt zwei Wochen nach der Operation. Zwar hat Peter Burkhardt weiterhin mit einer schwachen Herzfunktion zu kämpfen, aber das Klappenproblem konnte dank MitraClip gut behandelt werden.

Auch bei Herbert Birle verlief der MitraClip-Eingriff problemlos. Schon kurz danach fühlte er sich wesentlich besser. Vom Eingriff habe er nichts bemerkt, nur die gute Stimmung beim OP-Team ist ihm nachhaltig in Erinnerung geblieben. Das Atmen fällt nun wieder leichter – ein beträchtlicher Zuwachs an Lebensqualität, die der Anwalt im (Un-)Ruhestand zu genießen weiß. Besonders das Ausprobieren und die literarische Auseinandersetzung mit kulinarischen Genüssen liegen dem Hobby-Koch und Schriftsteller am (nun wieder vitalen) Herzen.

Behandlung mit dem MitraClip

Der MitraClip wird zwischen den Segeln der Mitralklappe platziert. Foto: ©Abbott

Der MitraClip ermöglicht die Behandlung von Mitralinsuffizienzen ohne große Operation und ohne Öffnung des Brustkorbes. Insbesondere Patienten, für die ein konservativer herzchirurgischer Eingriff mit hohen Risiken verbunden wäre (z. B. aufgrund einer Vorerkrankung), profitieren von dem schonenden Verfahren. Der MitraClip wird mithilfe eines Katheters zwischen den beiden Segeln der Mitralklappe positioniert. Sitzt der Clip an der richtigen Stelle, wird der Katheter entfernt und der Eingriff ist beendet. Der Einsatz einer Herz-Lungen-Maschine ist nicht notwendig. Prof. Dr. Ilka Ott gehört zu den rund 500 Ärzten in Deutschland, die das Verfahren durchführen können. Sie leitet seit dem 01. März 2018 die Kardiologie am Helios Klinikum Pforzheim.

Weitere Informationen: Was ist eine "Mitralinsuffizienz"?

Wenn die Mitralklappe nicht mehr richtig schließt, besteht die Gefahr, dass das Blut in den Vorhof zurückfließt. Foto: ©Abbott

Die Mitralinsuffizienz ist eine Herzerkrankung, die eine der Herzklappen (Mitralklappen) betrifft. Die Mitralklappe sorgt dafür, dass das Blut bei seinem Weg durch das Herz in die richtige Richtung strömt. Wenn die Mitralklappe aufgrund einer Verletzung, einer Anamolie oder einer Erkrankung, z. B. einem Herzinfarkt, nicht mehr richtig schließt, fließt das Blut in den Vorhof zurück. So werden Herz und Lunge stark belastet. Unbehandelt kann die Erkrankung zu Herzrhythmus-störungen oder sogar zum Schlaganfall führen.