Corona-Virus:

Hier finden Sie alle wichtigen Informationen!

Die Telefonnummer unserer kostenlosen Corona-Hotline lautet: 07231/969-8810

Auf den Hund gekommen: Therapie in der Altersmedizin

Auf den Hund gekommen: Therapie in der Altersmedizin

Hallo, mein Name ist Bosse. Ich bin ein dreijähriger Cairn-Terrier und zertifizierter Therapiehund. Zu alten Menschen gehe ich besonders gerne, weil die sich so freuen, wenn Sie mich sehen.

Meine Aufgaben auf der Station für Altersmedizin

Bevor wir auf die Station für Altersmedizin gehen, ziehe ich meine Arbeitskleidung an: Mein Halstuch weist mich als Therapiehund aus. Eine spezielle Decke, auf der ich immer liegen muss, und eine extra Leine habe ich auch. Der Raum auf Station wird extra für mich hergerichtet. Wenn ich brav das Pfötchen zur Begrüßung hebe, gibt es gleich ein Leckerli. Das nehme ich ganz vorsichtig aus der Hand und erst dann, wenn mein Frauchen mit dem Kopf nickt, damit sich niemand erschrickt.

Dann darf ich tolle Spiele mit den Patienten spielen. Mein Frauchen sagt, das ist gut für die Motorik und die Konzentration der Patienten. Denn Sie verstecken in einer Schnüffeldecke köstliche Käsewürfel, die ich dann mit meiner Schnauze auf ihrem Schoß suchen darf. Sie streicheln mich in dieser Zeit, und das finden alle richtig toll. Kuscheln ist wichtig, nicht nur für mich. Danach wird´s ein bisschen anstrengend: In einem Holzspielzeug werden Käsewürfel versteckt, und ich muss herausfinden, wie man die Holzschublade öffnet, um an den Käse zu kommen.

Patienten lernen meine Sprache

Während der Therapiestunde lernen die Patienten außerdem von meinem Frauchen, wie sie sich mit mir unterhalten können: Zeigefinger hoch und das Wort „Sitz!“ und ich sitz wie ne Eins. Beim Wort „Platz!“ leg ich mich sofort hin. Und jetzt wird’s spannend: Wenn der Patient ein besonderes Leckerli auf sein Knie legt und ich vor ihm sitze, darf ich mir das Leckerli erst holen, wenn der Patient mit dem Zeigefinger draufzeigt. Mein ganzer Köper ist gespannt wie ein Flitzebogen, damit ich es ja nicht verpasse mir zum richtigen Zeitpunkt das Leckerli zu holen.

Zum Abschluss kommt noch mein Lieblingsspielzeug „der Preydummy“. Das ist ein Säckchen, in das Leckerlis gepackt werden. Der Patient und ich sind da ein richtig gutes Team. Der Patient wirft den Preydummy im hohen Bogen weg, das ist wie Gymnastik für ihn, und ich jage hinterher, bring das Säckchen zurück. Denn ich komm ja nur an die Käsewürfel, wenn mein Teampartner das Ding aufmacht. Wenn der Patient stark in seiner Motorik eingeschränkt ist, muss ich warten, aber das hab das ja gelernt. Strengt mich trotzdem tierisch an, sag' ich ganz im Vertrauen.

Wenn die Stunde zu Ende ist, verabschiede ich mich, werde wieder an meine Leine genommen und warte auf meiner Decke. Der Patient muss jetzt die Hände desinfizieren, und auch der Raum wird wieder gereinigt.

Nach der Arbeit streichelt mich mein Frauchen und sagt „Feierabend!“, damit ich sicher weiß, dass mein Einsatz vorbei ist. Jetzt bin ich total müde - am liebsten schlaf ich dann auf der Fensterbank und träum von meinem nächsten Einsatz auf der Station für Altersmedizin.

Dr. Silke Bentner, Pforzheim