Wundzentrum

Behandlung chronischer Wunden

Behandlung chronischer Wunden

Bei der Therapie chronischer Wunden verfügen wir über verschiedene Möglichkeiten, die wir Ihnen hier gerne näher vorstellen. Klicken Sie dazu einfach auf die einzelnen Überschriften.

Die ultraschallassistierte Wundbehandlung macht sich den Kavitationseffekt zunutze, der durch niederfrequenten Ultraschall erzeugt wird und Flüssigkeiten verdampfen lässt. Mit Hilfe des Ultraschalls, der mit einer speziellen Sonde auf die offene Wunde gerichtet wird, kann zwischen bereits zerstörtem (nekrotischem) Gewebe und gesundem Gewebe unterschieden werden. Beschädigtes Gewebe und bakterielle Beläge werden entfernt, das noch intakte Gewebe bleibt unberührt. Durch diesen Prozess wird zudem die Reparationsfunktion von gesundem Gewebe angeregt. Auf schonende und einfache, in der Regel schmerzfreie Weise können weiterhin die Keimbelastung der Wunde deutlich gesenkt und der Abheilungsprozess beschleunigt werden. Einsatz findet die Ultraschallreinigung bei unterschiedlichsten Formen chronischer Wunden. 

Bei der Kaltplasma-Reinigung fährt der behandelnde Arzt mit einem Stift mehrere Minuten lang über die offene Wunde, an dessen Spitze eine feine „Flamme“ sichtbar ist. Dabei handelt es sich um einen Kaltplasma-Strahl, welcher vom Patienten als kühler Luftstrahl wahrgenommen wird und völlig ungefährlich ist. Die Erfolge dieser Therapie sind mittlerweile in zahlreichen klinischen Studien belegt. Unter Einfluss der Plasmen bildet sich neues Gewebe, und nachweislich werden Fibrinbeläge, die zu einer Wundheilungsstörung führen können, reduziert. Auch soll die Keimbelastung in den Wunden durch diese Methode deutlich gesenkt werden.
In der Medizin finden heiße Plasmen bereits seit vielen Jahren Anwendung in der Instrumentensterilisation oder bei der Verödung von Gefäßen. Als Ausgangsstoff dient bei unserer Plasmabehandlung das Gas Argon. Unter Energiezufuhr entstehen hochreaktive Stickstoff- oder Sauerstoff-Radikale sowie UV-Strahlung, was für die Abtötung von Organismen auf der Wunde entscheidend ist. Nach dem aktuellen Wissensstand sind derzeit keine Nebenwirkungen belegt worden.

Bei hochgradig infizierten und bakteriell besiedelten Wunden, bei denen keine Heilungstendenz zur erwarten ist, kann eine umfassende, chirurgische Wundreinigung notwendig werden. Oftmals haben dabei die vorher erfolgten konservativen Behandlungsstrategien im ambulanten Bereich keinen Erfolg erzielt. Unter Anwendung einer entsprechenden Lokalanästhesie oder je nach Befund und Schmerzintensität auch in Vollnarkose werden dabei Beläge und abgestorbenes Gewebe auf den Wunden mittels Skalpell so lange entfernt, bis ein sauberer Wundgrund und Wundrand geschaffen sind. Die so „angefrischte“ Wunde hat nun eine Chance, heilen zu können. Im Verlauf entscheidet sich je nach Größe, Tiefe und Lokalisation der Wunde das weitere Vorgehen.

Bei tiefreichenden Wunden ist zur Beschleunigung der Wundheilung eine Vakuum-Therapie sinnvoll. Dabei wird nach der chirurgischen Wundreinigung ein Schwamm auf die Wunde aufgesetzt und mit einer Folie dicht verklebt. Anschließend wird darunter ein Unterdruck erzeugt. Durch den kontinuierlichen Sog kann das neue Gewebe schneller und gleichmäßiger in die richtige Richtung wachsen. In der Regel sind im Abstand von einigen Tagen Wechsel des Vakuumverbandes erforderlich. Dabei muss der Schwamm entfernt werden. Hierzu ist in der Regel eine Betäubung erforderlich, bei größeren oder schmerzhaften Wunden oder zusätzlich geplanten Maßnahmen wird erneut eine örtliche Betäubung durchgeführt und eine Schmerztherapie verabreicht (z.B. als Tropfen oder Infusion). Diese Wechsel des Vakuum-Verbandes können über einen längeren Zeitraum im Abstand von einigen Tagen notwendig sein, bis die gewünschten Ergebnisse erreicht sind.

Die Madentherapie wird bei infizierten, chronischen und stark belegten/besiedelten Wunden als Alternative zur chirurgischen Wundreinigung angewendet. Die Maden greifen kein gesundes Gewebe an, sondern lösen nur abgestorbene Gewebereste auf. Sie werden als steril abgepacktes kleines Päckchen direkt auf die Wunde gelegt und mit einem luftdurchlässigen Verband fixiert. Die Maden verbleiben unter regelmäßigen Kontrollen 2-3 Tage auf der Wundfläche. Diese Methode kann zum Beispiel im Rahmen eines stationären Aufenthaltes angewendet werden.

Bei der Spalthauttransplantation (Meshgraft) wird unter örtlicher Betäubung aus einem Areal gesunder Haut (meist Oberschenkel) mittels eines chirurgischen Schneideinstruments (Elektrodermatom) ein Hautstück entfernt, auf die offene Wundfläche verpflanzt und anschließend vernäht. Im Anschluss ist ein Druckverband wichtig, damit das Transplantat anheilen kann. Um eine Lappenvergrößerung zu erzielen, kann die Maschen- oder Netzlappen-Technik (Meshgraft-Transplantate) angewendet werden, bei der die zu transplantierende Haut durch die Schneidewalze eines Meshgraft-Dermatoms mit einem Schnittmuster versehen und so in eine Art Netz umgewandelt wird. So kann man anschließend mehr Fläche abdecken.
In der Regel können gute ästhetische Ergebnisse erzielt werden. Zudem ist eine Kombination mit einer Vakuum-Pumpen-Therapie möglich, welche die Einheilung des Transplantates beschleunigen kann. Voraussetzungen für diese Art der Therapie eines chronischen Geschwürs sind die Infektfreiheit (eventuelle Entzündungen und Keimbesiedelungen müssen zunächst behandelt werden) und eine ausreichende Durchblutung in dem betroffenen Gebiet, die das Anwachsen und die Vitalität des Transplantates ermöglicht.

Kontakt

Unter den nebenstehenden Kontaktdaten stehen wir Ihnen gerne für Fragen und Terminabsprachen zur Verfügung.

Carmen Aguilar

Leitung Dermatologische Ambulanz
Carmen Aguilar

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Telefon

0208 8508 8001