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Eine Sanduhr für die große Herzvene
Pressemitteilung
Hilfe bei Sauerstoffmangel am Herzen und chronischen Brustschmerzen

Eine Sanduhr für die große Herzvene

Northeim

Schmerzen in der Brust und schon nach wenigen Gehminuten aus der Puste: Die sogenannte Angina Pectoris schränkt die Lebensqualität Betroffener oft massiv ein. Ein Metallgeflecht in Form einer Sanduhr, das die große Herzvene verengt, kann Abhilfe leisten. Obwohl als Behandlungsoption von der europäischen Gesellschaft für Kardiologie empfohlen, wird die Implantation dieses kleinen Helfers bundesweit erst an wenigen Kliniken angeboten. In Südniedersachsen ist die Helios Albert-Schweitzer-Klinik Northeim Vorreiter für diesen innovativen Eingriff.

Wörtlich bedeutet Angina Pectoris so viel wie „Brustenge“. Und so fühlen sich Betroffene auch. Wiederkehrende Brustschmerzen, Luftnot, schlechte Belastbarkeit und Mattigkeit sind die wichtigsten Symptome bei chronischen Verläufen. Patienten mit solchen Beschwerden werden regelmäßig in den Notfall-Ambulanzen vorstellig.

 

Sofern der Sauerstoffmangel im Herzen unzweifelhaft diagnostiziert ist, kann ein Verenger (engl. Reducer) in der großen Herzvene (Fachbegriff: Coronarsinus) die Beschwerden lindern. Der Coronarsinus Reducer ist ein zwei Zentimeter großes, grobmaschiges Metallgeflecht in Form einer Sanduhr, das den Blutdurchfluss verringert.

 

Mehr Sauerstoff im Herzen

„Der Herzmuskel benötigt bereits in Ruhe viel Sauerstoff und unter Belastung noch deutlich mehr. Das gesunde Herz regelt das durch Gefäßerweiterung und Erhöhung der Blutzufuhr. Wenn es beim Kranken mit verengten Herzkranzgefäßen nicht möglich ist, durch Medikamente, Bypässe oder Stents die Blutzufuhr zu erhöhen, ist es eine gute Idee, den Abfluss des Blutes aus dem Herzen zu verlangsamen. So kann das Herz den Sauerstoff im Blut besser ausschöpfen. Genau das macht der Reducer“, erklärt Prof. Wolfgang Schillinger, Chefarzt der Kardiologie an der Northeimer Klinik.

 

Eingesetzt wird der Reducer mit einem Ballonkatheter, der während eines schmerzfreien Dämmerschlafs über die Halsvene eingeführt wird. „Diese Technik gehört zum grundlegenden kardiologischen Handwerkszeug und ist vielen Laien aus Stent-Implantationen bekannt“, so Schillinger. Für ihn ist der Reducer eine sinnvolle Ergänzung zur konventionellen Behandlung. „Aus Studien und den weltweit bislang 1.500 Implantationen wissen wir, dass sich die Beschwerden bei 75 Prozent der Patienten stark verringern und die Medikation reduziert werden kann. In der Regel spüren die Patienten bereits kurz nach dem Eingriff eine Verbesserung“, berichtet der Chefarzt.

 

Reducer-Therapie in den Europäischen Leitlinien

Bereits im September 2019 wurde die Therapie in die Leitlinien der europäischen Gesellschaft für Kardiologie aufgenommen und soll demnach in Betracht gezogen werden, wenn andere Behandlungsoptionen nicht zum Ziel führen. „In Studien hat sich durch den Reducer die Zahl der Notfall-Vorstellungen um erstaunliche 89,6 Prozent verringert“, sagt Schillinger. Dennoch gibt es für Angina-Pectoris-Patienten in Deutschland bislang nur wenige Anlaufstellen für die Reducer-Implantation. Eine der wenigen und die bislang erste in Südniedersachsen ist nun die Helios Albert-Schweitzer-Klinik in Northeim. „Uns war es wichtig, dieses neue Verfahren auch unseren Patienten anzubieten – da durch den wenig belastenden Eingriff ein deutliches Plus an Lebensqualität erzielt werden kann.“, so Schillinger.

 

Bildunterschrift: Professor Wolfgang Schillinger erläutert einer Patientin Funktion und Implantation des Reducers. Ihre Beschwerden haben sich durch die Therapie bereits verringert. Foto: Rittinghaus

(Dieses Foto ist urheberrechtlich geschützt. Die Verwendung ist mit der Unternehmenskommunikation der Helios Albert-Schweitzer-Klinik Northeim abzustimmen.) 

Martin Wilmsmeier

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