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Regionalanästhesie

Im Gegensatz zu der Allgemeinanästhesie, bei der der Patient in eine Vollnarkose versetzt wird, nehmen wir bei der Regionalanästhesie lediglich eine lokale oder regionale Betäubung vor. Man spricht daher auch von einer Teilnarkose. Unsere Ärzte entscheiden gemeinsam mit Ihnen, welche Form der Anästhesie, abhängig von der jeweiligen Operation und Ihren Wünschen, für Sie am besten geeignet ist.

Regionalanästhesien werden an der Wirbelsäule als Spinal- oder Periduralanästhesie (kurz PDA) sowie an Arm oder Bein als Nervenblockade angelegt. Zur zielgerichteten und sicheren Punktion verwenden wir für diese Nervenblockaden ein Ultraschallgerät.

Folgende Regionalanästhesie-Verfahren führen wir durch

Bei der Spinalanästhesie füllen wir eine geringe Menge eines örtlichen Betäubungsmittels in den mit Nervenflüssigkeit gefüllten Raum ein. Im Allgemeinen nehmen Sie als Patient dabei eine sitzende Haltung ein. Dabei werden Sie von einer Fachpflegekraft unterstützt.

Innerhalb weniger Minuten werden Ihre Beine warm und schwer, schon sehr bald können Sie Beine nicht mehr bewegen und eine absolute Schmerzfreiheit tritt ein. Nach etwa drei bis vier Stunden sind Gefühl und Beweglichkeit wiederhergestellt.

Hierbei führen wir nach örtlicher Betäubung über eine Hohlnadel einen dünnen flexiblen Kunststoffschlauch (Katheter) in den sog. Periduralraum vor. Nachdem wir den Katheter eingebracht haben, entfernen wir die Hohlnadel wieder und verkleben den Katheter am Rücken.

Je nachdem, wo der operative Eingriff stattfindet, legen wir die Periduralanästhesie im Bereich der Brust- oder der Lendenwirbelsäule an. Über den Katheter können wir nun ein lokal wirkendes Anästhetikum spritzen oder über eine Pumpe kontinuierlich verabreichen. Dieses Verfahren können wir beispielsweise auch bei der postoperativen Schmerztherapie oder zur Geburtshilfe einsetzen.

Die Nervenwurzeln, die aus der Halswirbelsäule entspringen, bilden ein Geflecht, das sich zu drei Strängen verdichtet – diese bilden letztlich die drei zum Arm ziehenden Nerven: der Speichennerv, der Mittelnerv und der Ellennerv. Wenn wir ein örtliches Betäubungsmittel an das Nervengeflecht oder die einzelnen Nerven spritzen, können wir so den ganzen Arm oder einzelne Regionen am Arm betäuben.

Für operative Eingriffe im Bereich der Schulter, des Arms oder der Hand injizieren wir ein lokales Anästhetikum in die Nähe des Nervengeflechts, das den Arm versorgt. Je nachdem, an welchem Körperteil die Operation durchgeführt wird, wählen wir als Einstichstelle den Hals, eine Stelle unterhalb des Schlüsselbeins oder die Achselhöhle.

Die korrekte und sichere Lage der Kanüle kontrollieren wir mit einem Ultraschallgerät. Nachdem wir das Lokalanästhetikum dann in die Nähe des Nervengeflechts injiziert haben, wird Ihr Arm nach etwa 15 bis 20 Minuten zunächst warm und anschließend gefühllos. Bewegungen der oberen Extremität sind für einige Stunden gar nicht oder nur eingeschränkt möglich.

Dieses Verfahren können wir auch bei der postoperativen Schmerztherapie einsetzen, um Schmerzen nach einer Operation kontinuierlich auszuschalten.

Das Bein wird von einer Reihe von Nerven versorgt, die ihren Ursprung in der Lendenwirbelsäule haben. Dazu zählen beispielsweise der Oberschenkelnerv, der Hautnerv des Oberschenkels sowie der Ischiasnerv. All diese Nerven können wir mit verschiedenen Blockaden örtlich betäuben, sodass Operationen am Bein schmerzfrei und ohne Vollnarkose möglich sind.

Blockade des Ischiasnervs
Der Ischiasnerv ist der stärkste Nerv des Menschen. Er kann an verschiedenen Punkten zwischen seiner Austrittsstelle aus dem Becken und der Kniekehle betäubt werden. Häufig führen wir eine Betäubung oberhalb der Kniekehle durch, die eine Schmerzausschaltung für Operationen am Unterschenkel und Fuß ermöglicht. Nachdem wir die Haut betäubt haben, stechen wir mit einer dünnen Kanüle in einen Hohlraum oberhalb der Kniekehle. Die korrekte und sichere Lage der Kanüle kontrollieren wir mit einem Ultraschallgerät. Nun können wir das Mittel zur örtlichen Betäubung injizieren. Anschließend stellt sich beim Patienten eine Betäubung von Unterschenkel und Fuß ein. Dieses Verfahren ist auch für eine länger dauernde Schmerzausschaltung geeignet, beispielsweise nach schmerzhaften Operationen oder auch bei schmerzhaften Durchblutungsstörungen von Fuß und Unterschenkel.

Blockade des Oberschenkelnervs
Bei diesem Verfahren wird der Oberschenkelnerv in der Leiste betäubt. Insbesondere auch bei Knie-Operationen hat sich das Verfahren zur postoperativen Schmerzbehandlung bewährt. Die korrekte und sichere Lage der Kanüle kontrollieren wir mit einem Ultraschallgerät. Nach Anlage eines Katheters injizieren wir in regelmäßigen Abständen oder nach Bedarf ein örtliches Betäubungsmittel. Auf diesem Weg können wir für Sie eine weitgehende Schmerzfreiheit im Knie erzielen, die Ihnen vor allem das frühe gymnastische Üben nach einer Operation erleichtert.

Welches Verfahren für Sie speziell in Frage kommen könnte, besprechen Sie im Vorfeld mit Ihrem beratenden Anästhesisten. Er beantwortet Ihnen gern auch Fragen zu alternativen Möglichkeiten, soweit diese bei Ihnen zur Anwendung kommen könnten.

Bitte beachten Sie

Bitte beachten Sie, dass Sie nach einer Regionalanästhesie für 24 Stunden nicht aktiv am Straßenverkehr teilnehmen dürfen. Für die Rückfahrt von der Klinik benötigen Sie daher eine Begleitperson.