(0800) 8 123 456 Ihre Ansprechpartner Helios Hotline

Postoperative Schmerztherapie

Nachdem Sie als Patient mit Hilfe der Narkose eine Operation schmerzfrei überstanden haben, soll unsere postoperative Schmerztherapie in der Zeit nach dem Eingriff den Schmerz lindern oder Sie, sofern möglich, gar davon befreien.

Ein akuter Schmerz tritt in der operativen Medizin fast zwangsläufig im Verlauf der Behandlung auf – schließlich ist eine Operation immer eine Belastung für den Körper. Nun ist eine konsequente Therapie angebracht.

Unser interdisziplinärer Schmerzdienst

Zu diesem Zwecke haben wir für unsere stationären Patienten einen Akut-Schmerzdienst aufgebaut, der Sie im Anschluss an die Operation betreut. Schwestern, Pfleger, Ärzte und das Team der Physiotherapeuten unserer Klinik führen gemeinsam die Schmerztherapie durch. Sie ist eine wichtige Voraussetzung für die komplikationslose und schnelle Genesung des Patienten. Für spezielle Fragestellungen sind im Krankenhaus ein Anästhesist und eine speziell geschulte Anästhesieschwester (Pain nurse) erreichbar.

Häufig beginnt die postoperative Schmerztherapie schon vor der Operation. So spielt die Auswahl des Operationsverfahrens eine große Rolle. Schmerzen nach Operationen, die mithilfe besonders schonender Verfahren durchgeführt wurden (sogenannten minimal-invasive Operationen), sind meist geringer ausgeprägt als bei herkömmlichen Operationstechniken.

Auch die Lagerung des Patienten auf dem Operationstisch erfolgt schonend und sorgfältig, um hierdurch bedingte Schmerzen, beispielsweise an der Schulter-und Nackenmuskulatur, zu vermeiden. In einigen Fällen erhalten die Patienten schon vor dem Eingriff Schmerzmittel, die ihre Wirkung nach der Operation entfalten und für Schmerzfreiheit sorgen sollen.

Eine große Bedeutung hat auch die Auswahl des Narkoseverfahrens. So gibt es die Möglichkeit, viele Operationen in einer Regionalanästhesie durchzuführen. Sollte mit größeren postoperativen Schmerzen zu rechnen sein, kann der Anästhesist statt der einmaligen nervennahen Gabe eines Betäubungsmittels (Lokalanästhetikum) zur Operation auch einen kleinen Katheter platzieren. Über diesen können die Betäubungsmittel im Anschluss an die Operation entweder ständig mittels einer Pumpe oder nach Bedarf als Einzelgabe zur Schmerzbekämpfung geben werden.

Neben der Schmerzfreiheit sorgen die Lokalanästhetika (örtliche Betäubungsmittel) für eine bessere Durchblutung im operierten Gebiet und somit oft auch für eine bessere Wundheilung. Ein weiterer Vorteil der Lokalanästhetika ist ihre gute Verträglichkeit.

Zur medikamentösen Schmerztherapie stehen außer den Lokalanästhetika eine Reihe anderer Substanzen zur Verfügung. Zur Therapie starker Schmerzzustände verwenden wir unter anderem Opiate. Opiate entfalten ihre gute schmerzstillende Wirkung über bestimmte Wirkorte im zentralen Nervensystem. Sie werden deshalb auch als "zentral wirkende" Schmerzmittel bezeichnet. In der postoperativen Schmerztherapie werden sie am häufigsten intravenös verabreicht. Mögliche Nebenwirkung sind unter anderem Übelkeit  und Müdigkeit. Opiate sind starke Schmerzmittel, die von einigen Patienten als suchterzeugend gefürchtet werden. Diese Angst ist jedoch unbegründet, sofern diese Substanzen nur zur Therapie von akuten oder chronischen Schmerzzuständen benutzt werden.

Des Weiteren werden zur Therapie der postoperativen Schmerzen auch die sog. "peripheren Analgetika", nicht zentral wirkende Schmerzmittel, verwendet. Hierzu zählen beispielsweise das Paracetamol, das Metamizol und das Diclofenac – diese Substanzen sind vielen Patienten bereits aus der Hausapotheke bekannt.

Eine Sonderform der postoperativen Schmerztherapie ist die sogenannte Patienten-kontrollierte Analgesie (kurz PCA). Hier erhält der Patient die Möglichkeit, die Zeitabstände für die Injektion eines von unseren Ärzten festgelegten Medikaments selbst zu bestimmen. Dabei wird das Schmerzmittel, in der Regel ein Opiat, über eine Medikamentenpumpe intravenös verabreicht. Der Patient kann bei Bedarf, beispielsweise durch Knopfdruck, die Medikamentengabe auslösen. Er ist somit unabhängig von Ärzten und Pflegepersonal und bestimmt die benötigte Schmerzmittelmenge selbst. Natürlich sind die Spritzenpumpen so programmiert, dass bestimmte Sicherheitsgrenzen eine Überdosierung der Schmerzmittel verhindern.

Ziel der postoperativen Schmerztherapie

Oberstes Ziel der postoperativen Schmerztherapie ist der schmerzfreie Patient. Um dieses Ziel ohne schwerwiegende Nebenwirkungen erreichen zu können, ist häufig eine Kombination der oben genannten Verfahren notwendig. Wir legen für all unsere Patienten eine individuell geeignete Schmerztherapie fest. Jede Therapie ist aber nutzlos, wenn der Patient sie nicht in Anspruch nimmt. Wir bitten unsere Patienten daher, stets all ihre Schmerzen zu äußern. Nur so können wir diese auch bestmöglich behandeln.

Das könnte Sie auch interessieren