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Behandlung von Magenkrebs

Das Magenkarzinom (Magenkrebs) ist, bei leicht abnehmender Tendenz, noch immer eine der häufigen bösartigen Erkrankungen. Seine Entstehung ist nach wie vor unbekannt – Umweltgifte wie Kohlenstaub, Zigarettenrauch, Nahrungsgewohnheiten und andere Schadstoffe scheinen jedoch einen Einfluss auf die Entstehung von Magenkarzinomen zu haben, genau wie die Besiedelung mit bestimmten Bakterien.

Oft fehlt bei der Entstehung von Magenkarzinomen eine Symptomatik, das heißt, dass die Patienten häufig kaum Beschwerden wahrnehmen. Bei aufkommenden Symptomen sind dieses meist uncharakteristische Beschwerden, die zum Teil auch nicht genau lokalisierbar sind, wie etwa Übelkeit, Erbrechen, Abneigung gegenüber bestimmten Speisen (Fleisch), Inappetenz, Gewichtsverlust, Leistungsknick, Blutarmut (Anämie) sowie sogenannte Teerstühle (dunkles Blut im Stuhl). Diese Symptomatik zeigt sich jedoch erst oft bei fortgeschrittenen Tumoren.

Zur Untersuchung gehört immer eine genaue Abtastung des Körpers und insbesondere auch der typischen Lymphknotenregionen oberhalb der Schlüsselbeine. Die wesentliche diagnostische Maßnahme ist die Endoskopie, eine gemeinsame Spiegelung von Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm. Sie hat eine hohe Treffsicherheit und es können gezielte Gewebeproben entnommen werden. Bei auffälligen, aber nicht sicher zuzuordnenden Befunden, sollte in kurzfristigen Abständen die Spiegelung wiederholt und mehrere Proben jeweils entnommen werden.
 
Zur Entdeckung von Fernmetastasen (Tochtergeschwülsten), beispielsweise in der Leber, wird heute die Sonographie (Ultraschalluntersuchung) angewendet. Weiterhin wird als besondere Form der Ultraschalluntersuchung die sogenannte Endosonographie (Ultraschall im Magen) zur exakten Festlegung der Tumorgröße und auch Lymphknotenbeurteilung vorgenommen. Bei auffälligen Ultraschallbefunden oder bei Verdacht auf Metastasen in der Leber oder im Bauchraum, wird die Computertomographie durchgeführt.
 
Einen zunehmenden Stellenwert erfährt in den letzten Jahren die Bauchraumspiegelung vor einer Operation, um hierdurch einen bereits vorhandenen Befall des Bauchfelles durch den Tumor nachzuweisen.
 
Insgesamt kann durch die genaue Diagnostik vor der Operation ein verlässliches Tumorstadium erfasst werden, welches für die individuelle Planung der Therapie für den Patienten eine wesentliche Bedeutung hat, insbesondere ob vor der Operation eine Chemotherapie sinnvoll ist.

Der Nachweis eines Magenkarzinoms bedeutet immer dann die Begründung zu einer Operation, wenn durch den Eingriff eine komplette Entfernung des Karzinoms erreicht werden kann. Bei lokal fortgeschrittenen und nicht sicher entfernbaren Magenkarzinomen wird zunächst eine Chemotherapie vor der Operation empfohlen, um eine Tumorverkleinerung zu erreichen, die dann bei der Operation eine komplette Entfernung möglich macht. Die Entscheidung über das Therapiekonzept wird von uns immer im Expertenteam getroffen, im sogenannten Tumorboard. 

Für die heilende Behandlung des Magenkarzinoms durch die Operation ist eine adäquate tumorchirurgische Operation unbedingte Voraussetzung. Die chirurgische Therapie umfasst die komplette Tumorentfernung unter Einhaltung eines sogenannten Sicherheitsabstandes. Als Sicherheitsabstand werden, je nach Wachstumstyp, fünf oder acht Zentimeter nach oben eingehalten, dadurch ergibt sich meist die Notwendigkeit der kompletten Magenentfernung. Gleichzeitig werden die zugehörigen Lymphknoten mit entfernt.

Im Wesentlichen kommen zwei Operationsverfahren zur Anwendung. Zum einen die 4/5-Magenentfernung, zum anderen die komplette Magenentfernung – gegebenenfalls jeweils mit Entfernung von umliegendem, durch den Tumor einbezogenem Gewebe. In wenigen Fällen muss auch die Milz aus tumorchirurgischen Gründen mit entfernt werden. In Einzelfällen ist die Entfernung von Nachbarorganen notwendig. Die zugehörigen Lymphknoten werden nach standardisierten Techniken radikal mit entfernt.

Für den Magenersatz stehen verschiedene Rekonstruktionsprinzipien zur Verfügung. In der Regel wird der Ersatz des Magens mit Dünndarm durchgeführt.

Bisher konnte noch nicht sicher belegt werden, dass eine zusätzliche Chemotherapie, Strahlentherapie oder die Kombination beider Verfahren nach einer kompletten Tumorentfernung eine Verbesserung der Prognose erreichen kann. Nach 4/5-Magenentfernung oder kompletter Magenentfernung ist eine lebenslange Gabe von Vitamin B-12 notwendig. Dies geschieht in Form von Spritzenverabreichung in den Muskel, etwa alle drei Monate. Vor oder nach Milzentfernungen sind Impfungen gegen spezielle Infektionen notwendig.