Patientenbesuche sind wieder möglich!
(0800) 8 123 456 Ihre Ansprechpartner Helios Hotline

Chirurgische Therapie des krankhaften Übergewichts (Adipositas II und III)

Menschen mit krankhafter Fettsucht haben oft einen langen und für sie quälenden körperlichen und seelischen Leidensweg hinter sich. Die Zahl der Menschen, die unter extremer Fettsucht leiden, nimmt ständig zu. Wir helfen Ihnen durch eine chirurgische Behandlung, wenn nichtoperative umfassende Therapien erfolglos waren. In unserer Klinik bieten wir Adipositaschirurgie seit vielen Jahren als Schwerpunkt an.

Denn viele Betroffene haben bereits verschiedenste erfolglose Gewichtsreduktionen mit Diäten, Psychotherapie, Hypnose oder Medikamententherapien hinter sich gebracht. Nach vielen Diäten liegt, nach einer kurzfristigen Gewichtsabnahme, in kurzer Zeit oft das Gewicht sogar über dem Ausgangsgewicht (Jo-Jo-Effekt).

Von einer krankhaften Fettsucht (Morbide Adipositas) spricht man bei einem Übergewicht von ca. 45 kg über dem Normalgewicht und mehr. Der sogenannte Body-Mass-Index (BMI) gibt Auskunft über das Ausmaß der krankhaften Fettsucht. Er wird errechnet aus den Prozenten von Körpergewicht in kg durch Körpergröße in qm. Ab einem BMI von 40 kg/qm spricht man von krankhafter Adipositas (Adipositas Grad III). Hier führt die Fettsucht zur Ausbildung von Begleiterkrankungen wie z. B. Bluthochdruck, Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), ausgeprägte degenerative Veränderungen an den Gelenken (Arthrose). Eine verkürzte Lebenserwartung um ca. 10 bis 15 Jahre kann daraus resultieren.

Die nichtoperative Therapie bei krankhafter Fettsucht führt nur sehr selten zu dauerhaften Erfolgen. Die chirurgische Behandlung ist als Therapie der Wahl anzusehen. In einem Bundessozialgerichtsurteil wurde diese Aussage bestätigt, sodass nach erfolglosen vorausgegangenen Therapieversuchen die Kostenübernahme von den Krankenkassen, nach entsprechendem Antragsverfahren, individuell zugesagt werden kann. Wir kümmern uns bei unseren Patienten auch um dieses erforderliche Antragsverfahren.

Es existieren eine Reihe verschiedener OP-Verfahren, wobei recht häufig der sogenannte "Y-Roux-Magenbypass" angelegt wird. Wir legen diesen meist in minimal-invasiv-chirurgischer Technik (Schlüssellochchirurgie) an, eine besonders schonende Methode der Operation. Diese Technik vereint eine sogenannte "malabsorptive" und "restriktive" Komponente, das heißt, die Magenkapazität wird zum einen verkleinert, zum anderen wird durch die Verkleinerung am Dünndarmdurchfluss auch die Aufnahme der Nahrung in den Körper (Malabsorption) vermindert. Nach der Operation bedarf es einer engmaschigen interdisziplinären Betreuung. Insbesondere weil Vitamine, Spurenelemente und Mineralien auf Dauer ersetzt werden müssen um Folgeschäden, beispielsweise am Knochensystem und Nervensystem, vorzubeugen. Zudem sind engmaschige Nachkontrollen notwendig.

Eine in den letzten Jahren zunehmend als definitives Verfahren angewendete Operation ist die sogenannte "Magenschlauchbildung" (Gastric Sleeve Resektion). Hier wird der Magen schlauchförmig verkleinert (restriktiv), in den Hormonhaushalt des "Hungerhormones" Ghrelin eingegriffen und somit auch eine metabolische Veränderung vorgenommen. Aufgrund der schlechten Langzeitergebnisse implantieren wir keine sogenannten „Magenbänder“.

Die Zuordnung der einzelnen Verfahren, individuell für den Patienten, hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab und wird durch unser Team interdisziplinär abgestimmt. Da insbesondere auch Patienten mit Diabetes mellitus von den operativen Eingriffen profitieren, sprechen wir heute besser von "metabolischer" Chirurgie als von Adipositaschirurgie. In unserer Klinik führen wir alle operativen Korrekturverfahren und Wiederholungseingriffe durch. Dabei werden auch seltene operative Verfahren angeboten z.B. biliopankreatische Diversion.

Auch nach einer Operation werden alle unsere Patienten weiter in unser Adipositas-therapeutisches Netzwerk eingebunden.

Patienteninformationen