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Unfallpotenzial beim Skifahren – wie beuge ich richtig vor?

Unfallpotenzial beim Skifahren – wie beuge ich richtig vor?

Velbert

Pro Jahr ereignen sich in den Skigebieten ca. 50.000 Unfälle, ca. 3.500 Wintersportler müssen jährlich im Krankenhaus behandelt werden. Neben dem gesundheitsfördernden Effekt des Sports, birgt dieser nämlich nicht unerhebliche Verletzungsgefahren, die sich jedoch durch Vorbereitung und einige Verhaltenstipps reduzieren lassen.

Die häufigsten Verletzungen beim Skifahren betreffen das Kniegelenk, beim Snowboarden sind das Handgelenk und die Schulter besonders häufig betroffen“, sagt Dr. med. Peter Riess, Chefarzt der Orthopädie, Unfallchirurgie und Sporttraumatologie am Helios Klinikum Niederberg. Bereits während der schneefreien Zeit können sich Ski- und Snowboardfahrer aber durch entsprechendes Training fit für den Einsatz auf der Piste machen. Anfänger und Profis sollten sich bereits im Sommer auf die Skisaison vorbereiten, mit Kraft- und Ausdauertraining, wie Radfahren, Joggen oder Schwimmen. „Wer zwei- bis dreimal in der Woche Sport treibt, sollte im Winter ausreichend Kondition für die Piste haben. Ansonsten bieten sich im Vorfeld auch Skigymnastik-Kurse an“, sagt der Sportexperte.

Eine gute Grundlagenausdauer hilft dabei, sich in den kurzen Pausen zwischen den Abfahrten im Lift oder der Gondel besser zu regenerieren. Die Kraftausdauer ist dabei wichtiger als die Maximalkraft und kann skispezifisch für die kniegelenküber-spannende Muskulatur trainiert werden.

Neben den Anforderungen an die Kondition, ist das Skifahren eine anspruchsvolle Aufgabe für Koordination und Gleichgewicht. „Stabilisierungsübungen auf einer instabilen Unterlage wie z.B. dem Ballkissen, Balanceboard oder der Slackline schulen die muskuläre Kraft und Koordination. Das hilft zum einem das Zusammenspiel der Muskeln im Sinne der Koordination zu optimieren, zum anderen ist ein gutes Gleichgewicht förderlich bei der Sturzprävention“, sagt der Unfallchirurg.

Häufig verletzen sich Wintersportler, weil sie sich selbst überschätzen: „Viele fahren zu schnell, riskieren zu viel und fahren nicht vorausschauend. Ein gut trainierter Wintersportler fährt weniger häufig an seinem körperlichen Limit und verletzt sich seltener“, weiß Dr. Riess. Das Skifahren wird dann auch als weniger anstrengend empfunden, der Spaß im Schnee steht mehr im Vordergrund. Für einen möglichst verletzungsfreien Winterurlaub rät der Experte:

  • Anfänger sollten zum Erlernen der Sportart eine Ski- oder Snowboardschule besuchen und vorerst die blauen Pisten nutzen
  • Fahrweise sollte dem eigenen Können angepasst sein 
  • Nichts überschätzen und bei eisigen Pisten das Tempo drosseln
  • Für ausreichend Flüssigkeit und Energiezufuhr sorgen, insbesondere in höheren Lagen: Alkoholabstinenz!
  • Ist der Hang überfüllt, an den Seiten fahren, um keine Zusammenstöße zu riskieren
  • Einen Skihelm und Protektoren tragen, Ski- und Sportbrillen für unterschiedliche Sicht- und Witterungsverhältnisse nutzen
  • Ermüdungsanzeichen beachten und Regenerationspausen einhalten 
  • Vor der ersten Abfahrt oder nach längeren Pausen aufwärmen 
  • Optimale Ausrüstung und überprüfen der Materiales und der Skibindung

Vor der Saison: 

  • 2-3 Mal in der Woche Ausdauersport betreiben
  • Skiausrüstung kontrollieren (insbesondere die Skibindung an den Skifahrer anpassen)
  • Optiker aufsuchen und die benötigte Sehhilfe auch beim Skifahren tragen