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Schlaganfall erfolgreich verhindert

Schlaganfall erfolgreich verhindert

Velbert

Barbara Peters ist Rentnerin und lebt mit ihrer Familie in Wuppertal. Für ihre Kinder und Enkel, die ihr besonders am Herzen liegen, möchte sie noch lange fit sein. Die herzliche, ältere Dame kann nun wieder unbesorgt in die Zukunft blicken, denn ihrem drohenden Schlaganfall wurde mit Erfolg vorgebeugt.

Bereits vor einem Jahr, wurde bei der Rentnerin eine Verengung der linken Halsschlagader festgestellt, die seitdem unter ständiger medizinischer Beobachtung stand. In den vergangenen Monaten wurde jedoch eine rasche Verschlechterung des Befundes beobachtet. Höchste Zeit für die Behandlung! „Während ein Großteil der Schlaganfälle auf die Verschleppung von Gerinnseln aus dem Herzen im Rahmen von Herzrhythmusstörungen zurückzuführen sind, liegt bei jedem Fünften Schlaganfallpatienten eine Verengung der Halsschlagader als Ursache vor“ sagt Dr. med. Theodoros Moysidis, Sektionsleiter der Angiologie am Helios Klinikum Niederberg. „In Deutschland entspricht das in etwa 30.000 Patienten pro Jahr, die aufgrund einer Verengung der Arteria carotis (Halsschlagader) von einem erheblichen Schlaganfall-Risiko betroffen sind.“

Für Frau Peters gab es nun zwei Wege: entweder eine offene Operation oder die minimal-invasive Stent-Implantation. Der behandelnde Kardiologe aus Wuppertal stellte die Rentnerin in der angiologischen Sprechstunde des Helios Klinikums Niederberg vor. Da bei der Patientin bereits vor einigen Jahren eine Stent-Behandlung einer Nierenarterie erfolgreich durchgeführt wurde und sie  positive Erfahrungen damit gemacht hatte, war für Frau Peters die Entscheidung einfach – auch dieses Mal würde es ein Stent werden. Am Tag der Behandlung verlief alles nach Plan. Den Eingriff führte Dr. med. Moysidis, in der erst im Dezember 2017 neu eröffneten Angiosuite des Klinikums, durch. Nach dem erfolgreichen und komplikationslosen Eingriff verbrachte die Patientin die Nacht zur Beobachtung auf der Intensivstation. Ein kleiner blauer Fleck in der Leiste ist die einzige Erinnerung an den Eingriff. Die Ultraschallkontrolle bei Frau Peters zeigte eindeutig: keine Rest-Enge. Der Stent war optimal platziert und entfaltet. Durch den minimal-invasiven Eingriff und einer extrem kurzen Liegedauer von nur zwei Nächten war das Problem gelöst und die Engstelle beseitigt, die Angst vor künftigen Schlaganfällen verflogen, und das ohne eine bleibende Narbe!

Die Stent-Implantation ist ein minimal-invasiver Eingriff, welcher in örtlicher Betäubung über eine Punktion der Leiste durchgeführt wird. Dank der Entwicklungen der letzten Jahre können sogar höchstgradige Verengungen ohne zusätzliches Risiko behandelt werden. Unter Röntgendurchleuchtung und mit Hilfe eines dünnen Katheters wird die Halsschlagader mit Kontrastmittel dargestellt. Die Engstelle wird mit einer Gefäßstütze (Stent) versehen, die den Kalk an die Gefäßwand festdrückt. Bei jeder Stent-Implantation kommt ein Filter zum Einsatz, der verhindern soll, dass während der Prozedur kleine Partikel in Richtung des Gehirns abwandern und somit einen Schlaganfall auslösen. Dank dieser technologischen Fortschritte kann die Schlaganfallrate während oder unmittelbar nach der Prozedur auf unter 3% gesenkt werden.

Ischämischer Schlaganfall

Jedes Jahr erleiden mehr als 200.000 Personen in Deutschland einen ischämischen Schlaganfall. Dabei werden hirnversorgende Gefäße plötzlich verstopft. Durch die Verstopfung stirbt ein Teil der Hirnsubstanz aufgrund des Sauerstoffmangels ab. Die Folgen können vorübergehend oder anhaltend sein. Je nach Hirnareal können  Sehstörungen, Lähmungen, Sensibilitäts- und Sprachstörungen, oder Koordinationsstörungen die Folge sein. Hirnzellen regenerieren sich, im Gegensatz zu anderen Geweben im Körper, nicht mehr selbstständig. Aus diesem Grund ist die  Vorbeugung und demnach die rechtzeitige Behandlung einer Verengung der Schlagader unerlässlich.

Die Häufigkeit von Verengungen der Halsschlagader nimmt mit dem Alter zu. In Deutschland leiden schätzungsweise 1 Mio. Menschen ab 60 Jahren, an einer mindestens mittelgradigen Verengung der Arteria carotis. Mit zunehmender Verengung der Halsschlagader steigt das Schlaganfallrisiko. Während es bei einer mittelgradigen Stenose bei 1 – 2% liegt, verdoppelt sich das Schlaganfallrisiko auf 2 – 5% bei einer hochgradigen Verengung. Bei höchstgradigen Carotisstenosen beträgt das Schlaganfallrisiko sogar 25%, das heißt jeder vierte Patient mit einer höchstgradigen Carotisstenose kann einen ischämischen Schlaganfall erleiden.


Für die optimale Behandlung arbeiten am Helios Klinikum Niederberg Neurologen und Gefäßspezialisten eng zusammen. Bei Fragen zu dem Verfahren sprechen Sie uns gerne an. Wir beraten Sie unverbindlich und professionell!